Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller im Sommer beim Besuch des Gasspeichers Rehden in Niedersachsen.

Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller im Sommer beim Besuch des Gasspeichers Rehden in Niedersachsen.

Bild: © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Donnerstag ist Datentag und so publizierte die Bundesnetzagentur auch diesmal frische Zahlen zum wöchentlichen Gasverbrauch in Deutschland. Und was kam heraus?

Dass Deutschlands Haushalte, Gewerbe und Industrie "deutlich zu wenig Gas" eingespart haben, wie Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur findet. "Das sollte sich nicht fortsetzen", mahnte er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Industrie verbraucht knapp 1,8 TWh

Doch zuerst ein Blick auf die nackten Zahlen, die der Gas-Marktgebietsverantwortliche THE bereitstellt. Demnach verbrauchte die Industrie in der vergangenen Woche im Schnitt knapp 1,8 TWh täglich und damit fast so viel wie zu Beginn des Jahres, sprich vor dem russischen Überfall auf die Ukraine und den Stopp der meisten russischen Gaslieferungen nach Zentraleuropa.

Das sind zwölf Prozent weniger als im Durchschnitt der vergleichbaren Jahreszeiträume 2018 bis 2021.

Haushalte und Gewerbe bei mehr als 1,6 TWh

Auch Haushalte und Gewerbe verbrauchten mit mehr als 1,6 TWh täglich so viel Gas wie zuletzt im März. Im Schnitt lag der Gasverbrauch hier 13 Prozent unter dem Schnitt der Vorjahreszeiträume 2018 bis 2021.

Und temperatursbedingt? "Auch [da] liegen wir bei minus 16,5 Prozent", twitterte Müller.

Lage bei drei Indikatoren "stabil"

Schon zu Wochenbeginn hatte die Bundesnetzagentur ihre fünf Gasversorgungs-Tachometer aktualisiert. Der Zeiger beim Indikator "Temperaturprognose" drehte von "angespannt" auf "kritisch". Der Grund: Die prognostizierte Durchschnittstemperatur für die kommenden sieben Tage lägen zwei Grad Celsius unter dem Schnitt von 2018 bis 2021, erklärte Müller am Montagnachmittag. Das könnte einen Mehrbedarf von zwei TWh in dieser Woche bedeuten.

Der Zeiger beim Indikator "Gasverbrauch temperaturbereinigt" wiederum verharrte im Feld "angespannt". Die Lage bei den drei weiteren ausgewiesenen Indikatoren "Situation in den Nachbarländern", "Beschaffung Regelenergie" und "Speicherfüllstände" wird von der Bundesbehörde dagegen weiterhin als "stabil" eingestuft.

Gasspeicher: Füllstand 96 Prozent

Dabei macht sich der steigende Gasbedarf zunehmend auch in Deutschlands Gasspeichern bemerkbar. Am Dienstag wurde netto 1 TWh Gas ausgespeist. Dies war der zweithöchste Wert dieser Wintersaison. Der aggregierte Füllstand aller deutschen Gasspeicher betrug damit noch knapp 96 Prozent. (aba)

Hinweis: Die Lage am Gasmarkt analysiert Kolumnist Joachim Endress hier.

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