Kaum war Israels begrenzter Vergeltungsschlag gegen den Iran vorbei, atmete wohl nicht nur das Regime in Teheran etwas auf. Auch das Bangen der Energiehändler dürfte wieder abgenommen haben. Schließlich wurden weder iranische Ölfelder noch iranische Nuklearanlagen ins Visier genommen.
"Die Zurückhaltung Israels beim Militärschlag gegen den Iran stützt die Hoffnung, dass die aktuelle Runde der direkten Konfrontationen zwischen dem Iran und Israel für dieses Mal beendet ist", kommentierten Experten der Dekabank.
Erst 2026 deutlicher Preisabfall
Dies schlug sich am Montag auch auf den Gasmärkten nieder. Hatten Händler die Gaspreise auf dem führenden euopäischen Handelsplatz TTF am Freitag auf mehr als 43 Euro pro Megawattstunde (MWh) hochgepeitscht, begann der Handelstag in der neuen Woche etwas entspannter – bei glatt 42 Euro pro MWh.
Im Laufe des Tages ging es noch weiter herunter, auf zwischenzeitlich 41,77 Euro pro MWh, ehe die offenbar ausgeruhten Bullen wieder übernahmen und bis zum Nachmittag erneut die 42-Euro-Marke überschritten. Betrachtet wurde jeweils der Frontmonat November 2024. Auch für die restlichen Wintermonate wurde die Megawattstunde Gas für mehr als 40 Europ pro MWh gehandelt. Für deutlich weniger als 40 Euro pro MWh war erst das entsprechende Gasprodukt für das zweite Quartal 2026 zu haben.
Norwegische Gasflüsse im Blick
In den Tagen zuvor hatte sich die Lage auf den Gasmärkten noch zugespitzt. Seit dem 18. Oktober hatte der Gaspreis jeden Tag weiter angezogen. Das erste Mal seit vergangenem Winter kostete die Megawattstunde wieder mehr als 43 Euro pro MWh.
Zu dem Preishoch trug dabei nicht nur der andauernde Krieg im Nahen Osten zwischen Israel und iranischen Verbündeten im Libanon, in Jemen und im Gazastreifen bei, sondern auch rückläufige norwegische Gasflüsse. Norwegen ist Deutschlands größter Gaslieferant. Auch hier gab es am Montag etwas Entwarnung. Norwegens Gasexporte legten wieder zu.
Deutsche Speicher zu 98 Prozent voll
Anders als vor zwei Jahren, als abrupte Gasliefereinbrüche aus Russland Deutschland in große Sorge versetzten und zur Ausrufung der Alarmstufe führten, ist die Gasversorgung in Deutschland stabil. "Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet", schreibt die Bundesnetzagentur. Die Gefahr einer angespannten Gasversorgung sei im Augenblick gering.
Nach Angaben des Datendienstleisters AGSI sind die deutschen Speicher im Schnitt zu 98 Prozent voll. Auch der größte Gasspeicher hierzulande in Rehden, der 2022 noch als großes Sorgenkind galt, ist zu 98 Prozent gefüllt. (aba/dpa)


