In der nächsten Woche beginnt die Wartungssaison in Norwegen, es soll deutlich kühler werden als bisher erwartet und geopolitische Spannungen sorgen für Unterstützung. Dazu halten sich die LNG-Importe auf dem schwachen Niveau der Vorwoche.
Der Handel zeigte sich in den letzten Tagen insbesondere im Intraday volatiler als noch in der Vorwoche. Der TTF Day-Ahead wurde an der EEX beziehungsweise Endex zwischen 26 und 29 Euro je Megawattstunde (MWh) gehandelt. Zu Beginn des Monats waren die Preise noch auf 25 Euro/MWh gefallen.
Geopolitik, Wetter und Norwegen
Der Handel zeigte sich in den letzten Tagen insbesondere im Intraday volatiler als noch in der Vorwoche. Der TTF Day-Ahead wurde an der EEX beziehungsweise Endex zwischen 26 und 29 Euro je Megawattstunde (MWh) gehandelt. Zu Beginn des Monats waren die Preise noch auf 25 Euro/MWh gefallen.
Auch wenn die Marktstimmung insgesamt bearish bleibt, sorgt am Donnerstag die Geopolitik für zusätzliche Unterstützung. Die Gaspreise reagieren damit auf die intensivierten Angriffe Russlands auf die ukrainische Energieinfrastruktur und die zunehmenden Spannungen zwischen Iran und Israel.
In den letzten Tagen wurden die Wetterprognosen für die nächste Woche sukzessive nach unten korrigiert. Dies fällt mit dem Beginn der norwegischen Wartungssaison zusammen und die Gaspreise reagieren entsprechend. Revidierte Wetterprognosen könnten dies jedoch rasch wieder ändern.
Steigende Gasnachfrage erwartet
Die Tagesmittel in Deutschland sollen bis Ende der nächsten Woche auf bis zu 5° C fallen und damit 5 Grad unter die saisonale Norm. Die Wind- und Solarstromproduktion soll bis dahin auf 16 Gigawatt (GW) beziehungsweise 7 GW fallen und damit gegenüber zuletzt deutlich zurückgehen.
Demenentsprechend sollte sich die Kraftwerksgasnachfrage vom zuletzt gesehenen Fünfjahres-Tief wieder erholen. Die Stromgeneration aus Erdgas lag zuletzt insgesamt zwischen 18-24 GW. In den Vormonaten lag die durchschnittliche Leistung zwischen 36-46 GW.
In Deutschland und Italien hatte sich die Stromerzeugung aus Erdgas zuletzt gegenüber dem Januar-Durchschnitt halbiert. In Frankreich sank die Generation auf bis zu 0,6 GW gegenüber 4,8 GW im Januar.
Norwegens Wartungssaison beginnt
Ab Mitte des Monats beginnt die Wartungssaison in Norwegen. Diese soll zu Beginn der nächsten Woche zunächst nur kleinere Einschränkungen mit sich bringen, die Kapazität soll sich zunächst um bis zu 33 Mio. Kubikmeter reduzieren.
In der zweiten Monatshälfte kommen dann größere Wartungen hinzu und die verfügbare Exportkapazität Norwegens soll sich dann tageweise um bis zu 100 Mio. Kubikmeter reduzieren. Die täglichen Lieferungen aus Norwegen lagen zuletzt bei umgerechnet 3800 Gigawattstunden (GWh) pro Tag.
Die Pipelineimporte aus Algerien, Russland, Aserbaidschan und Libyen zeigen sich bisher gegenüber der Vorwoche stabil und lagen zuletzt bei insgesamt durchschnittlich 2400 GWh/Tag.
Schwächere LNG-Importe
In der letzten Woche sind 27 LNG-Lieferungen in Europa angekommen, im laufenden Monat bisher 41 Lieferungen. Bis zum Ende der nächsten Woche werden insgesamt 30 LNG-Lieferungen erwartet.
Damit ist jetzt schon klar, dass das Rekordniveau des Vorjahresmonats April 2023 in diesem Monat nicht erreicht werden kann, als damals die importierten Lieferungen auf 164 anstiegen. Für den laufenden Monat erwarten wir überschlägig hochgerechnet weniger als 120 Lieferungen.
Die LNG-Aussendungen in Europa lagen bei zuletzt knapp 4000 GWh/Tag. Im laufenden Monat wurden bisher insgesamt 32 TWh ausgesendet, 15 Prozent unter dem Fünf-Jahres-Mittel.
Die zuletzt gestiegenen Preise könnten jedoch wieder mehr Spot-LNG nach Europa ziehen und die Konkurrenz gegenüber Asien stärken. Die Preise für den Frontmonat Mai-24 lagen am asiatischen JKM zuletzt umgerechnet 4-5 EUR/MWh über dem TTF-Preis.
Gasmarktexperte Joachim Endress schreibt für die ZfK eine wöchentliche Kolumne. Thema des vorangegangenen Artikels: Gasnachfrage im März auf 6-Monats-Tief
Info: Täglich aktualisierte Energiemarktdaten und -grafiken finden Sie hier im ZfK-Datenraum, der in Kooperation mit dem Berliner Datenspezialisten Energy Brainpool befüllt wird.


