Im April lag die Tagesdurchschnittstemperatur in Deutschland bei 10° Celsius, rund 0,5 Grad wärmer als das saisonale Mittel, jedoch knapp 1,5 Grad kühler als im Vorjahresmonat.

Die europäische Gasnachfrage lag mit insgesamt 295 Terawattstunden (TWh) rund 17 Prozent unter dem Fünf-Jahres-Mittel und um geringfügige 7 TWh über dem Vorjahresmonatswert. In Deutschland wurden insgesamt 65,6 TWh verbraucht und damit rund sieben Prozent mehr als im April 2025.

Die Verbrauchszunahme in Deutschland sorgte für das europäische Plus gegenüber dem Vorjahresmonat. In Großbritannien, Italien und Frankreich lagen die Gasverbräuche dagegen unter den Werten des Vorjahresmonats. Den stärksten Rückgang verzeichnete Italien, dort ging der Gasverbrauch von 43,3 auf 40,3 TWh zurück (-7 Prozent).

Algerien stärkt das Gasangebot

Das europäische Gasangebot via Pipelines lag mit 160 TWh rund 3 TWh höher als im Vorjahresmonat. Die Lieferungen aus Norwegen lagen mit knapp 105 TWh nur knapp unter dem Wert vom April 2025, Algerien legte jedoch mit 30,6 TWh gegenüber 27,1 TWh recht deutlich zu.

Der Ausfall der LNG-Lieferungen aus Katar war natürlich für Länder mit hohem Lieferanteil wie Italien spürbar. Mit Blick auf das europäische Gesamtangebot zeigte sich das LNG-Angebot im April weitgehend stabil.

Die Aussendungen der LNG-Terminals lagen zwar mit insgesamt 141 TWh leicht unter dem Vorjahreswert (144 TWh), doch war dies wohl eher der schwachen Speichernachfrage als einem verknappten Angebot geschuldet.

LNG-Marktanteil der USA bei 56 Prozent

Insgesamt wurden im April an den europäischen Terminals 140 LNG-Tankerlieferungen importiert (April 2025: 135 Tanker). Liegt die Anzahl der LNG-Lieferungen auch in den nächsten Monaten über 130 pro Monat, so könnte ein Füllstand von über 80 Prozent bis zum Beginn des Winters erreicht werden.

Auch im April lag der Marktanteil der USA auf dem europäischen LNG-Markt bei 56 Prozent, die US-Produzenten steuerten insgesamt 79 Tankerlieferungen bei. 20 Lieferungen kamen aus Russland, und Algerien steigerte mit insgesamt 13 Lieferungen seine Exporte auf ein neues 10-Monats-Hoch.

Im April kamen erstmals keine LNG-Lieferungen aus Katar, damit fehlen gegenüber den Vormonaten rund 10 Tankerlieferungen pro Monat auf dem europäischen Markt.

Wenig Anreize zur Einspeicherung

Bedingt durch die Unsicherheiten und Risiken durch den Irankrieg zeigt sich die Terminkurve aktuell am Gashandel sehr flach und gibt dementsprechend wenig oder keine Anreize für die Marktteilnehmer zur Einspeicherung.

Im April wurden in den europäischen Gasspeichern insgesamt 52 TWh eingespeichert, die Speicher waren zum Ende des Monats zu 32 Prozent gefüllt. In Deutschland wurden nur 8,5 TWh eingespeichert und die Speicher waren Ende April nur zu 25 Prozent gefüllt.

Ende April 2025 waren die europäischen Gasspeicher zu 40 Prozent (Zunahme April 2025: 60 TWh) und in Deutschland zu 33 Prozent gefüllt (Zunahme April 2025: 9,3 TWh). Damit ergab sich zwischen Ende April 2026 und April 2025 ein Gasspeicherdefizit in Höhe von 76 TWh.

Höhere und volatilere Gaspreise

Der Markt war damit im zurückliegenden Monat gut ausbalanciert, dennoch waren die Preisbewegungen deutlich stärker als im April 2025. Im Vorjahresmonat waren die Gaspreise im Monatsverlauf von rund 42 Euro/MWh auf bis zu 32 Euro/MWh gefallen, das Monatsmittel lag bei rund 36 Euro/MWh für den Day-Ahead am deutschen THE.

Im April 2026 bestimmte die Geopolitik die Preise. Die Preise pendelten sehr volatil zwischen 52 und 39 Euro/MWh, das Monatsmittel lag bei 46 Euro/MWh.

Insbesondere die Intraday-Volatilität nahm deutlich zu. Wenn mal wieder der US-Präsident morgendliche Meldungen auf seinem Social-Media-Kanal absetzte, sorgte dies oftmals im europäischen Nachmittagshandel für deutliche Preisbewegungen.

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