Die Projektpartner preschen voran, pochen aber auf gute politische Weichenstellungen beim "grünen Wasserstoff".

Die Projektpartner preschen voran, pochen aber auf gute politische Weichenstellungen beim "grünen Wasserstoff".

Bild: © Peterschreiber.media/AdobeStock

2025 soll eine Infrastruktur von Lingen bis Gelsenkirchen mit grünem Wasserstoff CO2-Emissionen der Industrie deutlich reduzieren. Die fünf beteiligten Unternehmen BP, Evonik, Nowega, OGE und RWE haben jetzt die Realisierungsverträge im Rahmen des Projektes Get H2 Nukleus unterschrieben.

Ziel der Projekte ist es, im Emsland, Münsterland und Ruhrgebiet einen wichtigen Ausgangspunkt für die Wasserstoffwirtschaft zu schaffen, die in den kommenden Jahren in Deutschland entstehen soll. Mit der Umsetzung soll in den Regionen die Grundlage für den Anschluss weiterer Erzeuger und Abnehmer von grünem Wasserstoff aus Industrie und Mittelstand geschaffen werden.

Diskriminierungsfreier Zugang

Die jetzt unterzeichneten Verträge regeln die Umstellung und Errichtung der Wasserstoffleitungen sowie die gegenseitigen Rechte und Pflichten der Vertragspartner bis zum Betriebsstart der Bausteine des Get H2 Nukleus. Das Netz soll diskriminierungsfrei zur Verfügung stehen, betonen die Projektpartner.

„Mit den Regeln, die in den Verträgen vereinbart sind, überwinden die Partner das Henne-Ei-Problem und können gleichzeitig mit den Projekten zu Erzeugung, Transport und Abnahme des grünen Wasserstoffs fortfahren“, heißt es in einer Pressemitteilung. Wichtig sei, dass den beteiligten Unternehmen durch ihr frühes Engagement keine Nachteile entstehen. Für die Umsetzung ist weiterhin eine kurzfristige Notifizierung der beantragten IPCEI-Förderungen durch die EU erforderlich. „Mit diesen Verträgen schaffen wir die Möglichkeit, trotz noch ausstehender Entscheidungen die einzelnen Bausteine weiter vorzubereiten“, unterstreichen die beteiligten Unternehmen. 

Leitungen umwidmen

In der Elektrolyseanlage der RWE Generation in Lingen soll mit Hilfe von grünem Strom Wasserstoff erzeugt werden. Die Anlage auf dem Gelände des Gaskraftwerks Emsland soll 2025 in Betrieb gehen und wäre dann weltweit einer der ersten Elektrolyseure mit einer Leistung von 100 MW. Ein Ausbau auf 300 MW in den Folgejahren ist bereits geplant. Auf der Strecke von Lingen über den Chemiepark von Evonik in Marl nach Gelsenkirchen sollen bestehende Leitungen des heutigen Erdgasnetzes von Nowega und OGE sowie bestehende Leitungen von Evonik auf den Transport von Wasserstoff umgestellt werden. Für die Anbindung von Erzeugung und Abnehmern werden darüber hinaus kürzere Leitungsabschnitte neu gebaut. In den BP Raffinerien in Gelsenkirchen und Lingen sowie im Chemiepark Marl soll grüner Wasserstoff im Produktionsprozess sowie als Rohstoff eingesetzt werden, um bisher verwendeten grauen Wasserstoff, bei dessen Erzeugung CO2-Emissionen anfallen, zu ersetzen. Für die chemische Industrie wiederum dient Wasserstoff nicht primär zur Energieerzeugung, sondern ist insbesondere als Rohstoff für zahlreiche Produkte wichtig.

Ebenfalls an das Netz angebunden werden soll ein geplanter Wasserstoffspeicher der RWE Gas Storage West in Gronau-Epe sowie ein Elektrolyseur am Standort der BP in Lingen. (amo)

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