Daniel Günther ist seit dem 28. Juni 2017 Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein.

Daniel Günther ist seit dem 28. Juni 2017 Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein.

Bild: © Marcus Brandt/dpa

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther will, dass in Brunsbüttel Anfang des kommenden Jahres ein schwimmender LNG-Terminal in Betrieb genommen werden kann. «Wir arbeiten mit Hochdruck daran», sagte der CDU-Politiker im Interview der Zeitung «Welt». Nötig sei dazu der Bau einer 2,5 Kilometer langen Pipeline. «Die Gespräche dazu laufen. Unser Ziel ist, das bis Anfang 2023 hinzubekommen. Und das werden wir auch schaffen.» Mit Hilfe des schwimmenden Terminals sollen demnach jährlich fünf Milliarden Kubikmeter Gas in das deutsche Gasnetz eingespeist werden können.

Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Grünen-Spitzenkandidatin Monika Heinold bezeichnete die Aussage Günthers zu LNG als «sehr sportlich», sie erinnere an ein leeres Wahlversprechen zum Ausbau der Autobahn 20 des damaligen CDU-Spitzenkandidaten von 2017. «Auch wir Grüne wollen so schnell wie möglich ein mobiles LNG-Terminal in Brunsbüttel realisieren, um die fatale Abhängigkeit von russischem Erdgas zu beenden.» Die Politik dürfe den Menschen vor der Wahl aber keinen Sand in die Augen streuen. «Wenn jemand den LNG-Turbo zünden kann, dann die Grünen mit Robert Habeck (Bundeswirtschaftsminister - Anmerkung der Redaktion) im Bund, der in fünf Monaten mehr für die Energiewende erreicht hat als sein CDU-Vorgänger in vier Jahren.»

Alle Möglichkeiten nutzen

Nach Angaben Günthers soll auch die Ölförderung vor der deutschen Nordseeküste ausgebaut werden. «Wenn wir schnell unabhängig werden wollen von russischem Erdgas, dann müssen wir alle Möglichkeiten nutzen, die wir haben.» Dazu gehöre auch eine verstärkte Ölförderung im Land. «Wir führen dazu gerade Gespräche. Die Frage ist, ob und wie es technisch möglich wäre, die Produktion hochzufahren. Das ist es, was uns aktuell helfen würde.»

Bis 2025 wolle Schleswig-Holstein zudem die Erneuerbaren Energien so weit ausbauen, dass damit «jährlich 37 Terawattstunden Strom» erzeugt und ins deutsche Stromnetz eingespeist werden können. «Das entspricht in etwa der Leistung von drei Atomkraftwerken der Größe Brokdorfs», sagte Günther.

Kritik an der Ampel

Günther kritisierte knapp zwei Wochen vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein zudem die Berliner Ampel-Koalition für deren Umgang mit dem Krieg in der Ukraine. «Es ist in meinen Augen ein schwerer Fehler, dass die Bundesregierung in diesem Moment, in dem die Menschen ohnehin schon verunsichert sind, keine gemeinsame Position zum Umgang mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine findet.»  (dpa/amo)

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