Karsten Rogall, Geschäftsführer der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV).

Karsten Rogall, Geschäftsführer der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV).

Bild: © Eric-Kemnitz.Com/Leipziger Gruppe/dpa

Die Leipziger Stadtwerke wollen am Standort des neuen Heizkraftwerks (HKW) Leipzig Süd grünen Wasserstoff gewinnen. Um das Projekt voranzutreiben, hat der kommunale Versorger mit den Partnern Siemens Energy und EDF Deutschland das Projekt "LOE+WE" gestartet.

Der Projektname steht für "Leipzig ohne Emission mit Wasserstoff-Energie". Für das Projekt sind demnach bereits erste Fördergelder zugesagt und weitere beantragt.

Wirkungsgrade über 90 Prozent

Die Unternehmenspartner verwirklichen in Leipzig mit einem kommunalen Stadtwerk in dieser Form erstmals eine kombinierte Technologie, um mehrere Sektoren vollständig zu dekarbonisieren und so am Ende ein komplett CO2-freies Energiesystem zu schaffen, heißt es.

Die bei der Elektrolyse entstehende Wärme soll nicht in die Umgebung abgegeben, sondern dank einer Hochtemperatur-Wärmepumpe direkt vor Ort ins Fernwärmenetz eingespeist werden. Damit können Wirkungsgrade einer solchen Anlage von über 90 Prozent erreicht werden, heißt es weiter.

Kombination mit regionalem Grünstrom

"Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselthema für die Industrie und die Mobilität", sagt Karsten Rogall, Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke. "Darüber hinaus kann die Dekarbonisierung der Wärme- und Stromversorgung zukünftig mit dem kleinsten Molekül gelingen: Im H2-bereiten Kraftwerk nutzen wir Wasserstoff für grüne Wärme und grünen Strom."

"Die Anlage ist in Kombination mit regionalen Wind- und PV-Anlagen geplant", ergänzt Thomas Brandenburg, der das Projekt leitet. Nur mit derartigen innovativen Lösungen könne es gelingen, eine Großstadt wie Leipzig CO2-neutral mit Energie zu versorgen.

Dunkelflaute überbrücken

Dabei sei unter anderem die Kombination aus innovativer Technik, volatilen Preisen und noch nicht etablierten Märkten für die Wirtschaftlichkeitsbewertung eine Herausforderung, erklärt Walter Andreß, Leiter Controlling der Leipziger Stadtwerke.

In diesem Jahr geht das neue HKW Leipzig Süd der Leipziger Stadtwerke ans Netz. Es startet zunächst mit Erdgas, soll in Zukunft aber mit Wasserstoff betrieben werden. So soll in einer zukünftigen CO2-freien Wirtschaft die sogenannte Dunkelflaute überbrückt werden, also Zeiträume in denen weder die Sonne scheint, noch Wind weht.

Wasserstoff aus Eigenproduktion

Deshalb werde das Kraftwerk schon jetzt komplett H2-ready gebaut. Ein Teil des benötigten Wasserstoffs könnte dann aus eigener Produktion eingesetzt werden.

Der hier produzierte Wasserstoff könne aber auch für Brennstoffzellenfahrzeuge oder andere gewerbliche Zwecke genutzt werden. Projekte dafür gibt es demnach unter anderem mit der Leipziger Stadtreinigung, die ihre Fahrzeuge sukzessive auf Wasserstoffantrieb umstellt. (jk)

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