Die Nachfrage nach Transportkapazitäten im geplanten Wasserstoff-Kernnetz fällt zum Start der Reservierungsphase höher aus als von den Netzbetreibern erwartet. Wie die Betreiber des Kernnetzes mitteilen, gingen seit Beginn des Verfahrens am 19. März bereits 32 Reservierungsanfragen ein.
Nach Angaben der Netzbetreiber wurden dabei Ein- und Ausspeisekapazitäten von bis zu 2,9 Gigawatt (GW) angefragt. Hinzu kommen Transportkapazitäten für den sogenannten Clusterübergangstransport in Höhe von rund 0,6 GW. Der früheste geplante Nutzungsbeginn liegt im Jahr 2027.
FNB Gas: zeigt, wie wichtig das Kernnetz ist
Für die Fernleitungsnetzbetreiber gilt das als positives Signal für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. "Dass die Nachfrage bereits kurz nach dem Start so hoch ist, zeigt deutlich, wie wichtig das Kernnetz für den Markthochlauf in Deutschland ist", erklärte Barbara Fischer, Geschäftsführerin der Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas (FNB Gas).
Die Reservierungsanfragen basieren auf den Kapazitäten des zweiten Marktinformationspakets, das die Netzbetreiber Anfang März veröffentlicht hatten. In Fällen, in denen die angefragten Kapazitäten darüber hinausgehen, greifen Einzelfallprüfungen.
Weitere Anträge in Prüfung
Nach Angaben der Betreiber konnten bislang alle geprüften Anfragen positiv beantwortet werden. Weitere Anträge befinden sich derzeit noch in Bearbeitung. Durchgeführt wird die Kapazitätsabfrage von 23 Unternehmen, darunter Fernleitungsnetzbetreiber, regionale Netzgesellschaften und Betreiber künftiger Wasserstoffleitungen.
Das Wasserstoff-Kernnetz gilt dabei als zentrale Voraussetzung für den Aufbau eines bundesweiten Wasserstoffmarktes. Es soll industrielle Zentren, Speicher, Kraftwerke und Importpunkte schrittweise miteinander verknüpfen und damit die Basis für die Defossilisierung energieintensiver Branchen schaffen.


