LNG-Schiffe dürften bald auch in Deutschland mehrere Möglichkeiten haben, Gas abzusetzen.

LNG-Schiffe dürften bald auch in Deutschland mehrere Möglichkeiten haben, Gas abzusetzen.

Bild: © Wojciech Wrzesien/AdobeStock

Noch hat Deutschland gar kein schwimmendes LNG-Terminal. In eineinhalb Jahren sollen es dann aber im besten Fall schon fünf sein.

Zwei Schiffe sollen bereits in diesem Jahr zur Verfügung stehen und im Winter in Wilhelmshaven (Niedersachsen) und Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) eingesetzt werden. Beide hat die Bundesregierung bereits gemietet. Dazu kommt in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) ein schwimmendes Terminal, das von den privaten Unternehmen Deutsche Regas und Total Energies organisiert wird und noch dieses Jahr in Betrieb gehen soll. (Die ZfK berichtete.)

Nummer vier und fünf

Jetzt sei die Entscheidung für zwei weitere Schiffe gefallen, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag mit. Sie sollen in Stade (Niedersachsen) und ebenso in Lubmin ankern. Das Flüssigerdgasterminal in Stade soll demnach voraussichtlich Ende 2023 zur Verfügung stehen, das in Lubmin frühestens ab Ende 2023.

"Damit können wir die Menge, die angelandet werden kann, noch einmal erhöhen und so die Versorgungssituation verbessern", wird Minister Robert Habeck (Grüne) in einer Presseaussendung zitiert.

Kapazitäten von je 5 Mrd. Kubikmeter

Doch wie viel Erdgas lässt sich über die neuen LNG-Terminals überhaupt ins deutsche Netz einspeisen? Nach Angaben der Bundesregierung hat das schwimmende LNG-Terminal in Wilhelmshaven eine Kapazität von mindestens 5 Mrd. Kubikmeter pro Jahr. Projektpartner Uniper spricht sogar von bis zu 7,5 Mrd. Kubikmeter pro Jahr.

Ein Umschlagsvermögen von 5 Mrd. Kubikmeter soll auch das Schiff in Brunsbüttel haben. Aufgrund der Netzkapazitäten könne dieses in der ersten Projektphase im kommenden Winter auch ausgeschöpft werden, heißt es aus dem Ministerium.

Im darauffolgenden Sommer jedoch gingen die Kapazitäten etwas zurück. Nach Bau und Inbetriebnahme einer neuen, 55 Kilometer langen Gasleitung könne dann aber ab Ende 2023 die Kapazität gesteigert werden, sodass dann das volle Volumen des Schiffs auch über das komplette Jahr realisiert werden könne.

Zweimal Lubmin, einmal Stade

Über das Lubminer Privatprojekt planen die Betreiber nach eigenen Angaben, bis zu 4,5 Mrd. Kubikmeter Erdgas pro Jahr ins deutsche Netz einzuspeisen.

Und über die beiden neu gemieteten Schiffe in Stade und Lubmin? Hier würden die genauen Kapazitäten aktuell noch mit den Akteuren vor Ort bestimmt, teilt das Ministerium mit. Aber: "Die LNG-Schiffe haben auch hier eine Kapazität von je mindestens 5 Mrd. Kubikmeter pro Jahr. Ziel ist es natürlich, die Anbindungsmaßnahmen auf diese Kapazitäten auszurichten."

21. Dezember Betriebsstart

Zum Schluss noch zum Stand der niedersächsischen Projekte: In Wilhelmshaven haben die Bauarbeiten bereits begonnen. Als Betriebsstart peilt das Land Niedersachsen den 21. Dezember an. In Stade wiederum sei "eigentlich alles klar, wir könnten morgen Material bestellen", ließ der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) verlauten. Offen ist weiterhin, ob Wilhelmshaven ein weiteres LNG-Terminal erhält. Die Schwimmanlagen sollen solange eingesetzt werden, bis es feste Terminals an Land gibt. (aba/dpa)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper