Preem, Schwedens größter Hersteller von Kraftstoffen, spielt eine herausragende Rolle bei der Umstellung auf Wasserstoff.

Preem, Schwedens größter Hersteller von Kraftstoffen, spielt eine herausragende Rolle bei der Umstellung auf Wasserstoff.

Bild: © Adobe Stock/Thomas

Das Interesse an einem europäischen Wasserstoff-Backbone ist offenbar groß. Die dahinterstehende Initiative, der unter anderem auch OGE angehört, hat ihre im Juli 2020 erstmals vorgestellte Vision einer europaweiten Wasserstofftransportinfrastruktur aktualisiert und erweitert. Die Projektpartner treiben damit gemeinsam die Errichtung eines Wasserstoffnetzes in ganz Europa voran. Nunmehr rechnen sie bis 2040 mit einer Länge von 39.700 km. Auch danach soll das Netz weiter ausgebaut werden können, heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

Der aktuelle Stand des Backbones verbindet 23 Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) und 21 europäische Länder. Die am Dienstag vorgestellte Vision basiert auf dem ersten Bericht der Initiative Juli 2020, welcher von einem Netz von 23.000 km in zehn Ländern ausging.

Bestehende Infrastruktur umnutzen

Etwa 69 Prozent des geplanten Wasserstoffnetzes sollen nach den Plänen der Projektpartner aus umgewidmeten Erdgasleitungen bestehen. Die restlichen 31 Prozent sind neue Anschlussleitungen für künftige Wasserstoffabnehmer in Ländern mit derzeit kleinen Gasnetzen aber voraussichtlich hohem Wasserstoffbedarf und -angebot.

Der für 2040 anvisierte Backbone von knapp 40.000 km erfordert laut der Mitteilung Gesamtinvestitionen von ca. 43 bis 81 Mrd. Euro. Die Kosten pro Kilometer liegen dabei unter der ursprünglichen Kostenschätzung des ersten Berichts. Zuvor habe man da nur Leitungen mit einem Durchmesser von 48 Zoll berücksichtigt, heißt es zur Erläuterung. Dagegen geht der aktuelle Bericht davon aus, dass ein Großteil der heutigen Erdgas- und künftigen Wasserstoff-Infrastruktur auch kleiner dimensionierte Leitungen umfassen wird. Diese lassen sich kostengünstiger auf Wasserstoff umstellen, führen aber zu etwas höheren Transportkosten pro Kilometer. Ein Transport von einem Kilogramm Wasserstoff über 1000 km würde damit im Durchschnitt 0,11-0,21 Euro kosten. Dies mache den Europäischen Wasserstoff-Backbone weiterhin zu einer kostengünstigen Option für den Transport von Wasserstoff über weite Strecken, betonen die Mitglieder der Initiative.

Schnell in die Umsetzung gehen

Europa müsse nun rasch eine eigene Leitungsinfrastruktur für Wasserstoff aufbauen. „Unser aktueller Bericht zeigt, dass eine wirklich paneuropäische, überwiegend auf umgewidmeten Erdgasleitungen basierende Wasserstoffinfrastruktur möglich ist“, betont Daniel Muthmann, Koordinator der Initiative und Leiter des Bereichs Unternehmensentwicklung, Strategie, Politik und Kommunikation bei der OGE, in der Pressemitteilung. (amo)

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