In ganz Deutschland ergreifen Versorger und Unternehmen die Initiative für Wasserstoff.

In ganz Deutschland ergreifen Versorger und Unternehmen die Initiative für Wasserstoff.

Bild: © malp/Adobe Stock

Eine Gruppe von elf Fernleitungsnetzbetreibern aus neun EU-Staaten hat am heutigen Freitag ein Konzept für eine reine Wasserstofftransportinfrastruktur vorgestellt.

Das Konzept wurde von Enagás, Energinet, Fluxys Belgium, Gasunie, GRTgaz, NET4GAS, OGE, ONTRAS, Snam, Swedegas und Teréga mit Unterstützung des Beratungsdienstleisters Guidehouse erarbeitet. Geplant ist ein Netz, das ab Mitte der 2020er Jahre bis 2030 schrittweise zu einem zunächst 6800 km langen Leitungssystem ausgebaut wird, das sogenannte "Hydrogen Valleys" miteinander verbindet.

Reines Wasserstoffnetz

Bis 2040 soll das Netz eine Länge von 23.000 km haben. 75 % dieses Netzes wird aus umgewidmeten Erdgasleitungen bestehen, die durch neue Leitungsabschnitte (25 %) miteinander verbunden werden. So entstehen zwei parallele Fernleitungsnetze: ein reines Wasserstoffnetz sowie ein (Bio-)Methannetz. Das Wasserstoffnetz kann für den energieeffizienten Transport großer Mengen von Wasserstoff über weite Strecken genutzt werden und dies unter Berücksichtigung möglicher Wasserstoffimporte.

Für den Aufbau dieses Netzes werden Kosten in Höhe von ca. 27 bis 64 Milliarden Euro veranschlagt. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 0,09 € bis 0,17 € pro kg Wasserstoff pro 1000 km. Nach Überzeugung der Projektpartner ermöglicht dies einen wirtschaftlichen Transport über große Entfernungen in Europa. Die relativ große Spanne in der Schätzung erklären die FNB im Wesentlichen mit Unsicherheiten bei den standortabhängigen Verdichtungskosten.

Europäisch denken

"Ein Europäischer Wasserstoff Backbone bietet die Möglichkeit, die im Rahmen der Energiewende in verschiedenen Sektoren EU-weit entstehende Nachfrage für Wasserstoff zu bedienen. Das Netz ist von essenzieller Bedeutung für einen künftigen europäischen Wasserstoffmarkt. Klar ist, dass der Europäische Wasserstoff Backbone ein echtes europäisches Vorhaben mit starken Verbindungen zu den östlichen Mitgliedstaaten sein muss", so Daniel Muthmann (OGE).

Die elf Fernleitungsnetzbetreiber sind davon überzeugt, dass der Europäische Wasserstoff Backbone letztendlich die gesamte EU abdecken wird. Die Gruppe lädt andere europäische Gasinfrastrukturunternehmen ein, sich an der Weiterentwicklung und Umsetzung des Europäischen Wasserstoff Backbone zu beteiligen. (amo)

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