Sachsen-Anhalt will sich auf den zunehmenden Wasserstoffbedarf vorbereiten. Im Jahr 2045 rechnet das Bundesland mit einem Bedarf von rund 23 Terawattstunden (TWh) grünen Wasserstoffs – also umgerechnet 23 Milliarden Kilowattstunden.
Großes Potenzial für heimische Produktion
Um diesen decken zu können, sei neben dem Aufbau der Wasserstoffwirtschaft ein verstärkter Ausbau erneuerbarer Energien erforderlich. Sachsen-Anhalt habe das Potenzial, 75 Prozent des in Zukunft benötigten grünen Wasserstoffs "wirtschaftlich profitabel" im eigenen Land zu erzeugen. So lautet ein Fazit einer neuen Studie im Auftrag des Landesumweltministeriums. Das restliche Viertel muss demnach importiert werden.
Bereits für das Jahr 2030 gehen die Studienautorinnen und -autoren von einem Bedarf an Wasserstoff im Umfang von rund 12 TWh aus. Allerdings wird der Anteil konventionellen Wasserstoffs mit rund 7 TWh dann noch überwiegen. Die mit Abstand größten Abnehmer sind dabei immer Industrieunternehmen, die ihre Produktion nicht – mit Erneuerbaren – elektrifizieren können. Etwa aus den Branchen Chemie, Glas, Zement oder Stahl.
27.000 neue Arbeitsplätze
Umweltminister Armin Willingmann (SPD) hob bei der Vorstellung der Ergebnisse in Magdeburg insbesondere die Chancen für den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft hervor. Der Studie zufolge können bis 2045 landesweit rund 27.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.
Die entstehende Wertschöpfung kann darüber hinaus auf ein jährliches Volumen von 1,5 Milliarden Euro wachsen. "Die Studie belegt, dass sich Sachsen-Anhalt zu einer führenden Region für die Erzeugung und Nutzung von klimaneutral erzeugtem Wasserstoff entwickeln kann, wenn wir weiterhin die richtigen Weichen stellen“, betonte Willingman in einer Mitteilung.
Mehr grüner Strom benötigt
Voraussetzung dafür sind weitere Erneuerbarenanlagen, vor allem Wind- und Solarparks. Der prognostizierte Bedarf liegt bis 2045 bei 9 Gigawatt Windstrom und 6,6 Gigawatt Solarstrom. Zum Vergleich: Aktuell beträgt die installierte Leistung in Sachsen-Anhalt laut Umweltministerium 5,3 Gigawatt Wind beziehungsweise 4,3 Gigawatt Solar.
Willingman wolle die Studienergebnisse nun auswerten und in der Wasserstoffstrategie des Landes berücksichtigen, kündigte er an. Erste Weichenstellungen seien bereits erfolgt, betonte der Minister weiter. Sachsen-Anhalt werde hier in den kommenden Jahren beispielsweise mehr als 58 Millionen Euro investieren, weitere 130 Millionen Euro sollen vom Bund kommen.
Die Studie "Strategische Umsetzung der Landeswasserstoffstrategie des Landes Sachsen-Anhalt" hat das Kölner Unternehmen R2B Energy Consulting erarbeitet. Sie ist online als PDF verfügbar. (dz)



