Wasserstofftechnologien könnten ein Schlüssel zu neuen, erfolgversprechenden Geschäftsmodellen für Stadtwerke und andere Energieversorger werden. Das ist ein Ergebnis der Studie "Strategieentwicklung von Energieversorgern" der Managementberatung Horváth & Partners.
Die Analyse zeigt, dass die befragten Unternehmen Power-to-Gas unter den Top drei der Flexibilisierungsoptionen des Stromversorgungssystems sehen. Kaum eine andere Flexibilisierungsoption verspricht nach Überzeugung der Studienteilnehmer zukünftig ähnlich hohe Margen.
Große Hoffnungen, aber keine Strategie
Das war längst nicht immer so. Heute messen 60 Prozent der Versorger der Technologie hohes Potenzial zu, vor zwei Jahren waren es 25 Prozentpunkte weniger. Allerdings sei der Weg, diese Potenziale zu heben, oftmals noch nicht eindeutig geklärt. "Die Energieversorger suchen noch ihre Strategie und weisen bezüglich ihrer Zukunftsprojekte einen sehr heterogenen Reifegrad auf", sagt Matthias Deeg, Leiter des Beratungsbereichs für die Energiewirtschaft von Horváth & Partners.
Unsicherheit mit Blick auf die richtige Strategie gibt es laut Studie auch im Bereich der Mobilität."All electric" scheint zumindest bei Bussen und Lkw nicht das Gebot der Stunde zu sein. Mehr als 75 Prozent der Befragten sehen in Hybriden und Brennstoffzellen ein größeres Potenzial als bei reinem Batteriebetrieb.
Wasserstoff als Speicher
"Wir haben es mit einer Co-Existenz verschiedener Technologien zu tun. Je größer das Fahrzeug und je länger die Strecke, desto mehr Vorteile kann der Wasserstoff bieten", sagt Matthias Deeg. Seine Prognose für die Bereiche Mobilität und Logistik, aber auch die Energieversorgung: „Wir werden sehen, dass die Speicherung von Energie aus überschüssigem Öko-Strom im Energieträger Wasserstoff an Bedeutung gewinnt. Mit steigenden Preisen für CO2-Zertifikate wird das auch für die Stadtwerke und Energieproduzenten immer reizvoller.“
Mit seiner Studie untersucht Horváth & Partners seit 2010 alle zwei Jahre aktuelle Trends in Bezug auf die zukünftige strategische Ausrichtung von Energieversorgern und -dienstleistern. An der aktuellen Befragung haben sich 44 Unternehmen beteiligt, die gemessen an der Anzahl der Zählpunkte rund 55 Prozent des deutschen Energiemarktes vertreten. (amo)


