Ein frostbedingter Schaden an einer überregionalen Gasleitung hat am Wochenende die Gasversorgung in Malente (Kreis Ostholstein), Eutin und den umliegenden Gemeinden zum Erliegen gebracht. Rund 5500 Haushalte waren von der Störung betroffen. Viele Menschen mussten rund 24 Stunden lang ohne Gas auskommen.
Grund für den Ausfall war nach Angaben einer Sprecherin des Betreibers SH Netz AG ein vermutlich durch Frost beschädigtes Verbindungsstück an einer Gasleitung. Techniker hatten den Defekt bei einer routinemäßigen Überprüfung der überregionalen Versorgungsleitung in Malente am Freitagabend festgestellt. Da an dem defekten Verbindungsstück Gas austrat, musste die Leitung am Samstag um kurz nach Mitternacht komplett vom Netz genommen werden.
Betroffene mussten Absperrhähne schließen
Ab diesem Moment waren rund 5500 Haushalte in Malente, Eutin und Umgebung von der Versorgung abgeschnitten. Feuerwehr, Polizei und Stadtwerke informierten am Samstagmorgen die Betroffenen per Lautsprecherdurchsagen und in den Sozialen Netzwerken über die Störung und forderten sie auf, die Absperrhähne in ihren Häusern zu schließen.
Am Samstagmittag hatten die Techniker den defekten Abschnitt der Leitung nach Angaben der SH Netz AG durch einen sogenannten «temporären Bypass» überbrückt und konnten die Gasversorgung wieder hochfahren. Am Abend waren die Reparaturarbeiten der Sprecherin zufolge dann gänzlich abgeschlossen.
Großeinsatz auch für die Feuerwehr
Dennoch mussten in Eutin viele Haushalte noch bis in die Nacht warten, bis das Gas auch bei ihnen wieder floss. Aus Sicherheitsgründen sollten sie ihre Hausanschlüsse nicht selbstständig wieder öffnen, sondern auf Techniker der Stadtwerke und anderer beauftragter Firmen warten. Gegen Mitternacht seien die letzten der 5500 Haushalte wieder erfolgreich ans Netz angeschlossen worden, teilten die Eutiner Stadtwerke (SWE) am Sonntag mit.
Bei den 22 Haushalten, in denen man keine Bewohner angetroffen habe, sollten die Techniker im Verlauf des Sonntags noch einmal vorbeikommen. "Wir gehen davon aus, im Laufe des Tages auch die allerletzten Gaskunden wieder beliefern zu können", sagte SWE-Geschäftsführer Marc Mißling laut einer Pressemitteilung der Feuerwehr Eutin.
Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben zwischenzeitlich mit rund 250 Einsatzkräften in Eutin im Einsatz. Sie informierten die Menschen und halfen den Stadtwerken Eutin dabei, die Wärmeversorgung besonders empfindlicher Abnehmer wie Altenheime und Kliniken zu sichern. Um den Wiederanschluss der 5500 Haushalte ans Gasnetz zu beschleunigen, kamen den Fachleuten in Eutin außerdem rund 60 Kollegen aus benachbarten Stadtwerken zur Hilfe.
Eutiner Bürgermeister: "Beispielloser Einsatz"
Der Eutiner Bürgermeister, Carsten Behnk, dankte in einer Mitteilung der Stadt allen Helfern. «Dieser Einsatz war beispiellos. 5500 Haushalte ohne Gas – diese Situation hatten wir so noch nie.» Die Notfallpläne der Stadtwerke und der Stadt hätten hervorragend gegriffen. "So konnten wir die Lage rasch in den Griff bekommen", so Bürgermeister Behnk. Auch die Solidarität der Stadtwerke aus dem ganzen Land sei einmalig gewesen.
Von "einem grandiosen Kraftakt" sprach der Eutiner Stadtwerkechef Marc Mißling. Er dankte allen Technikern der Stadtwerke und ihren Helfer aus anderen Betrieben und der privaten Wirtschaft. Ihr Einsatz habe dazu beigetragen, "diese beispiellose Situation zu meistern". (dpa/hoe)


