Joachim Endress ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Ganexo, das sich auf Fragen des Gasmarkts spezialisiert hat.

Joachim Endress ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Ganexo, das sich auf Fragen des Gasmarkts spezialisiert hat.

Grafik/Bild: © ZfK/Ganexo

Im März wurden an den europäischen LNG-Terminals 148 Tankerladungen importiert. Dies waren 17 Lieferungen mehr als im Vormonat Februar und die höchste Anzahl importierter Ladungen seit November 2023. Der Wert liegt damit nur knapp unter dem Rekordhoch vom April 2023, als insgesamt 164 Schiffsladungen importiert wurden. Der Höchstwert im Jahr 2024 lag mit 136 Schiffsladungen im Monat Januar.

Die Aussendungen der LNG-Terminals stiegen mit insgesamt 157 Terawattstunden (TWh) auf den höchsten Stand seit Mai 2023. Das Allzeithoch stammt aus dem Dezember 2022 mit insgesamt 168 TWh.

US-LNG Importe auf Allzeithoch

Maßgeblichen Anteil an den gestiegenen LNG-Importen hatten die Importe aus den USA. Im März wurden in Europa insgesamt 85 LNG-Lieferungen aus den USA importiert, so viel wie noch nie zuvor. Der Anteil der US-Importe am gesamten LNG-Importvolumen in Europa stieg damit im März auf 57 Prozent. Die russischen LNG-Lieferungen sanken auf 14 LNG-Tanker, so wenig wie zuletzt im August 2023. In den Vormonaten lagen die russischen Importe zwischen 19 bis 27 Lieferungen pro Monat.

Winter 2,5 Grad zu warm

Im März stieg die durchschnittliche Tagestemperatur in Deutschland auf 7,5 Grad und lag damit um rund 2,5 Grad über der saisonalen Norm. Damit setzt sich der warme Trend der Vormonate fort. Die europäische Gasnachfrage lag im März bei insgesamt 410 TWh und damit 10 Prozent unter dem Fünf-Jahres-Durchschnitt. Dies entsprach 90 TWh weniger als im Vormonat Februar jedoch rund 20 TWh mehr als im März 2024.

Winternachfrage steigt um 9 Prozent

Die durchschnittliche Tagestemperatur im Winter 2024 (Oktober 2024 bis März 2025) lag bei 6,1 Grad und damit 2,5 Grad über der saisonalen Norm. Die europäische Gasnachfrage im Winter 2024 lag bei insgesamt rund 2730 TWh, was 5 Prozent weniger war als der Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2024. Gegenüber dem vorherigen Winter 2023 steigt die Nachfrage jedoch um rund 9 Prozent, damals lag im Zeitraum Oktober 2023 bis März 2024 die Gasnachfrage bei insgesamt rund 2500 TWh.

Gasspeicher zu 34 Prozent gefüllt

Die Gasspeicher der EU-Länder starten in die Sommersaison mit einem Füllstand von 34 Prozent und gespeichertem Arbeitsgas in Höhe von 386 TWh. Im Vorjahr zum gleichen Zeitpunkt waren die Gasspeicher zu 59 Prozent gefüllt. Die Gasspeicher beginnen damit die Sommersaison mit einem Defizit von 280 TWh gegenüber dem Vorjahr.

Insgesamt wurden im Winter 2024 aus den Gasspeichern der EU-Länder insgesamt 585 TWh Erdgas netto ausgespeichert. Dies entsprach einer Steigerung um 42 Prozent gegenüber dem Winter 2023, als insgesamt nur 412 TWh netto ausgespeichert wurden.

Unser Kolumnist Joachim Endress ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Ganexo. Er analysiert wöchentlich die aktuellen Entwicklungen im Gasmarkt für das ZfK-Morning Briefing.

Der Titel seiner letzten Analyse lautet: Deutsche LNG-Terminals: Wo die Auslastung sehr hoch ist – und wo eher niedrig

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