Klaus Horstick (Geschäftsführer Wasserstoffzentrum Hamm), Jörg Hegemann (Geschäftsführer Stadtwerke Hamm), Reinhard Bartsch (Geschäftsführer Stadtwerke Hamm GmbH), Dietmar Spohn (Sprecher der Geschäftsführung, Stadtwerke Bochum Holding GmbH), Sven Becker (Sprecher der Geschäftsführung, Trianel GmbH), Marc Herter (Oberbürgermeister der Stadt Hamm), Thomas Eiskirch (Oberbürgermeister der Stadt Bochum), v.l.

Klaus Horstick (Geschäftsführer Wasserstoffzentrum Hamm), Jörg Hegemann (Geschäftsführer Stadtwerke Hamm), Reinhard Bartsch (Geschäftsführer Stadtwerke Hamm GmbH), Dietmar Spohn (Sprecher der Geschäftsführung, Stadtwerke Bochum Holding GmbH), Sven Becker (Sprecher der Geschäftsführung, Trianel GmbH), Marc Herter (Oberbürgermeister der Stadt Hamm), Thomas Eiskirch (Oberbürgermeister der Stadt Bochum), v.l.

Bild: © Stadt Hamm/Hübner

Das Wasserstoffzentrum Hamm erhält Fördermittel in Höhe von 17,5 Mio. Euro. NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur hat einen entsprechenden Förderbescheid überreicht. Mit der Zuwendung will die Landesregierung die Realisierung des Wasserstoffzentrums und den Ausbau einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft im nördlichen Ruhrgebiet unterstützen. Das Wasserstoffzentrum Hamm ist damit eines der ersten Wasserstoff-Projekte in Nordrhein-Westfalen, das mit Fördermitteln ausgestattet wird.

Neubaur bezeichnet den Ausbau einer Wasserstoffwirtschaft, die maßgeblich auf den Einsatz erneuerbarer Energien setzt, als eine der wichtigsten Aufgaben der Energiewende.

Gemeinschaftsprojekt mehrerer Stadtwerke

Das Wasserstoffzentrum Hamm wurde 2021 von der Stadtwerke-Kooperation Trianel und den Stadtwerken Hamm gegründet, um den Wasserstoffhochlauf in der Region voranzutreiben. Unter der Koordination der Trianel soll am Standort des Trianel Gaskraftwerks im Hamm-Uentrop ein kommunaler Gemeinschaftselektrolyseur mit 20 MW Leistung entstehen, der bei geplanten 4.000 Volllaststunden bis zu 1.500 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren kann. An dem Projekt sind neben den Gründungsgesellschaftern Trianel und Stadtwerke Hamm auch die Stadtwerke Bochum Holding sowie die DSW21 Stadtwerke Dortmund beteiligt.

„Mit diesen Fördermitteln kommen wir unserem Ziel, grünen Wasserstoff für die Region zu produzieren, einen Schritt näher“, lässt sich Reinhard Bartsch, Geschäftsführer des Wasserstoffzentrums Hamm und der Stadtwerke Hamm, in einer Mitteilung zitieren. „Unser kommunaler Pioniergeist wird damit honoriert. Ohne grünen Wasserstoff wird die Energiewende nicht gelingen. Gerade im Verkehrssektor kann grüner Wasserstoff entscheidend zur Dekarbonisierung beitragen.“

Wirtschaftsstandort stärken

Hamms Oberbürgermeister Marc Herter bekräftigt in der Mitteilung, dass man Hamm zu einer regionalen Wasserstoff-Drehscheibe entwickeln und den Wirtschaftsstandort zukunftsfest stärken wolle.

Für die Gesellschafter des Wasserstoffzentrums ist der Zugang zu grünem Wasserstoff entscheidend: Bei zunehmender Nachfrage nach grünen Alternativen sei die Sicherung von grünen Wasserstoffmengen ein bedeutender Wettbewerbsvorteil für die Wirtschaftsstandorte Ruhrgebiet und Westfalen und Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Mit ihrer Beteiligung wollen sie sich Wasserstoffmengen zur Dekarbonisierung ihrer Busflotte und Abfallwirtschaft sowie für die Versorgung der lokalen Wirtschaft sichern.

Becker: Endlich ins "Machen" kommen

„Der Elektrolyseur ist ein entscheidender Faktor, um die Wasserstoff-Produktion dezentral in die Fläche zu bringen“, ergänzt Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung der Trianel. „Das ist dringend erforderlich, damit wir in Sachen Wasserstoff endlich ins ‘Machen’ kommen. Daher sind wir der Landesregierung sehr dankbar, dass sie dieses Vorhaben unterstützt. Mit diesem Projekt sammeln wir wertvolle Erfahrungen für eine perspektivische Skalierung des Wasserstoffzentrums“.

Noch in diesem Jahr soll der Baubeschluss herbeigeführt werden und das Vergabeverfahren für die einzelnen Komponenten starten. Mit dem geplanten Baubeginn 2025 und dem kommerziellen Produktionsstart 2026 ist das Wasserstoffzentrum Hamm Vorreiter bei der Implementierung des Wasserstoffhochlaufs in Nordrhein-Westfalen.

Heim: Wasserstoff im ÖPNV

Heike Heim, Vorstandsvorsitzende DSW21, führt aus, dass sich ihr Unternehmen ganz besonders in der Verantwortung sehe, der Stadt Dortmund beim Erreichen der ambitionierten Klimaziele zu helfen. „Im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeits- und Dekarbonisierungsstrategie, die wir zurzeit entwickeln, ist das Wasserstoffzentrum Hamm ein wichtiges Puzzleteil. Mit grünem Wasserstoff betriebene Busse sind eine von vielen Nutzungsmöglichkeiten, über die wir konkret nachdenken. Angesichts der hohen Investitionskosten freuen wir uns, dass das Land NRW uns finanziell unterstützt. Ohne Bundes- und Landesmittel können Städte und ihre kommunalen Versorger die Transformation nicht stemmen.“

Elke Temme, Geschäftsführerin Stadtwerke Bochum Holding, betont, dass man Erfahrung mit einer Technologie sammeln wolle, die es dringend zu skalieren gelte.  (amo)

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