Die Aussendungen der europäischen LNG-Terminals lagen im Oktober bei rund 100 Terawattsrtunden (TWh). Im Vorjahresmonat lagen sie noch bei 121 TWh, ein Minus von rund 20 Prozent.
Das gesamte Gasangebot in Europa lag im Oktober bei rund 335 TWh, davon wurden über Pipelines rund 183 TWh Erdgas importiert. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Pipeline-Importe um rund 4 Prozent, wegen gestiegener Importe aus Norwegen, Algerien und Russland.
Schwache Auslastung der LNG-Terminals
Mit voraussichtlich nur 105 LNG-Tankerlieferungen an die europäischen LNG-Terminals liegt der Import im Oktober 2023 zwar auf dem höchsten Wert seit Ende Mai dieses Jahres, jedoch deutlich unter dem Wert des Vorjahresmonats, als 133 LNG-Lieferungen importiert wurden. Dementsprechend schwach war die Auslastung der LNG-Terminals, insbesondere in Nordwest-Europa. Die zwei niederländischen LNG-Terminals waren zusammen nur zu 51 Prozent ausgelastet, die Auslastung des belgischen Terminals Zeebrugge lag bei nur 21 Prozent.
In Deutschland kam das schwimmende Terminal (FSRU) in Wilhelmshaven auf eine Auslastung von 54 Prozent. Das FSRU in Brunsbüttel wurde immerhin zu 89 Prozent ausgelastet, jedoch ist die gesamte Aussendung mit weniger als 2 TWh eher marginal.
Gestiegene Ausspeicherungen wegen wenig LNG
Die Gasspeicher steuerten mittels Ausspeicherungen rund 21 TWh zum Gasangebot bei. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sich damit die Ausspeicherungen um mehr als das Doppelte, als im Oktober 2023 nur 9 TWh ausgespeichert wurden. Die Einspeicherungen lagen im Oktober bei nur 33 TWh, damit wurden nach Abzug der Ausspeicherungen nur rund 12 TWh netto eingespeichert. Im Vorjahresmonat lagen die Einspeicherungen bei knapp 52 TWh, das heißt netto wurden knapp 43 TWh eingespeichert.
Die Gasspeicher der EU-Länder sind aktuell zu 95 Prozent gefüllt. Im Vorjahr zum gleichen Zeitpunkt lag der Füllstand bei 99 Prozent. Die 100-%-Füllstandsmarke wird in diesem Winter aller Wahrscheinlichkeit nach nicht erreicht werden.
Milder Oktober mit moderater Gasnachfrage
Ursächlich für die schwächeren Einspeicherungen gegenüber dem Vorjahr waren das eher unterdurchschnittliche LNG-Angebot und leicht kühlere Temperaturen als im Vorjahresmonat. In Deutschland lag die durchschnittliche Tagestemperatur im Oktober bei 12,5 Grad Celsius und damit rund 2 Grad über der saisonalen Norm. Im Vorjahreszeitraum Oktober 2023 war es mit durchschnittlich 13,2 Grad Celsius noch wärmer.
Daher zeigte sich temperaturbedingt die Gasnachfrage in Europa mit rund 290 TWh im Oktober 2024 um rund 3 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Gegenüber dem Fünf-Jahres-Mittel ergibt sich dennoch ein Minus von 12 Prozent.
Gasförderung auf Allzeittief
Die inländische Gasförderung lag im Oktober 2024 bei insgesamt rund 31 TWh (Oktober 2023: 33 TWh) und damit für den Monat Oktober auf dem niedrigsten je ermittelten Wert seit Beginn unserer Aufzeichnungen.
Im Oktober 2023 lag die inländische Gasförderung bei 33,2 TWh und im Oktober 2022 bei 39,3 TWh. Ursächlich für den Rückgang ist die Einstellung der konventionellen Gasförderung im niederländischen Groningen Feld.
Der Titel der letzten Kolumne lautete Gaspreise erreichen 11-Monats-Hoch.
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