Setzen auf Wasserstoff (v.l.): Frank Zimmermann, Geschäftsführer H-Tec Systems, und Reinhard Christiansen, Geschäftsführer des Windpark Ellhöft, vor dem Demo-Modell des PEM-Elektrolyseurs ME 100/350.

Setzen auf Wasserstoff (v.l.): Frank Zimmermann, Geschäftsführer H-Tec Systems, und Reinhard Christiansen, Geschäftsführer des Windpark Ellhöft, vor dem Demo-Modell des PEM-Elektrolyseurs ME 100/350.

Bild: © H-Tec Systems

Umschalten statt abschalten lautet die Devise in Schleswig-Holstein: Rund 16 MW an Windenergie fallen im Portfolio des Windkraftpioniers Reinhard Christiansen ab 2021 nach und nach aus der sicheren EEG-Förderung. Ein Großteil davon könnte technisch gesehen noch jahrelang weiterbetrieben werden, wirtschaftlich sieht die Sache anders aus. Damit sich die Windräder weiterdrehen, hat Christiansen sowohl mit dem Windpark Ellhöft als auch mit der Energie des Nordens (EdN) Alternativen in petto.

Ellhöft ist einer der ältesten Windparks in Deutschland. Anstatt die Segel zu streichen, soll der Standort in den kommenden Jahren auf Touren gehalten werden. Gleich zwei Elektorlyseure  soll er mit Windstrom versorgen und so Wasserstoff für eine Tankstelle und für die Erdgasversorgung produzieren.

H2 im Erdgasnetz

Zu Anlage eins: Als Geschäftsführer des Windparks Ellhöft kooperiert Christansen mit  H-Tec Systems, einer Tochter des Projektentwickler GP Joule. Der 225-kW-Elektrolyseur soll täglich 100 Kilogramm Wasserstoff für eine benachbarte H2-Tankstelle liefern. Anlage zwei realisiert er als Teil der Geschäftsführung vom Unternehmensverbund Energie des Nordens. In Haurup will er mit Greenpeace Energy eine Ein-MW-Anlage realisieren. Sie soll ab 2020 bis zu 3,75 Mio. kWh Wasserstoff für fast 20 000 Kunden von Greenpeace Energie bereitstellen.

Dazu wird das E-Gas mit einem Volumenanteil von zwei Prozent in das vorhandene Erdgasnetz von Gasunie eingespeist. Greenpeace Energy übernimmt die Vermarktung ist aber auch gleichzeitig als Teil des Netzwerks von EdN Teilinvestor des Projekts. Beide Vorhaben schaffen für Ellhöft nicht nur eine Perspektive nach dem Auslaufen der EEG-Vergütung, sondern können immer dann zum Einsat kommen, wenn flexibles Lastmanagement gefragt ist, heißt es.

Netzstabilität und warme Füße

Anstatt die Turbinen aus dem Wind zu drehen oder abzuschalten, weil das Netz überlastet ist, kann Ellhöft seine Enerige direkt an die Elektorlyseure abgeben. Dort wird er genutzt um Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufzuspalten. Heraus kommt: Gas als Energieträger und eine Win-Win-Situation für den Netzbetrieb und eine erneuerbare Energieversorgung. (ls)

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