Was kostet die Fernwärme? Wo entstehen neue Großwärmepumpen und Geothermieanlagen? Was tut sich beim Ausbau der Stromnetze sowie beim Hochlauf von Wasserstoff? Und welche Innovationen bietet der Speichermarkt?
Die ZFK hat einen Energie-Ticker eingerichtet, um Sie bei den Themen Strom, Gas und Wärme immer auf dem aktuellen Stand zu halten.
Sie haben Informationen oder Anmerkungen, die Sie teilen möchten? Dann wenden Sie sich gern an unseren Autor Julian Korb (j-korb(at)zfk.de).
26. Mai 2026
Deutschland wird bei Solarpanels und Batterien abhängiger von China
Kurz vor der China-Reise von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zeigt eine neue Studie: Deutschland importiert bei strategisch wichtigen Gütern immer mehr aus China – obwohl die Bundesregierung das Gegenteil anstrebt.
Das ist das Ergebnis einer Analyse der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, die Daten des Statistischen Bundesamts ausgewertet hat. Demnach ist Chinas Anteil an deutschen Importen von Lithium-Ionen-Akkumulatoren – also wiederaufladbaren Batterien, die Lithium nutzen – von 49,7 Prozent im Jahr 2023 auf 66,5 Prozent im Jahr 2025 gestiegen. Bei Solarpanels erreichte der chinesische Anteil am Importgewicht einen neuen Höchststand: 92,6 Prozent.
Besonders auffällig: Bei den Seltenen Erden Praseodym, Neodym und Samarium, die für die Produktion von Elektromotoren unverzichtbar sind, bleibt China praktisch der einzige Lieferant. Die Importmenge hat sich mehr als vervierfacht – von 3,1 auf 13,0 Tonnen.
"Ausgerechnet in kritischen Bereichen diversifiziert Deutschland nicht, sondern wird noch abhängiger und damit noch verletzlicher", sagt Studienautor Frederic Spohr, der die Büros der Naumann-Stiftung in Taiwan und Korea leitet. Die China-Strategie der Bundesregierung aus dem Jahr 2023 hatte genau das zum Ziel: Abhängigkeiten abbauen. Die schwarz-rote Koalition hält an diesem Dokument als Bezugsrahmen fest.
Die Analyse erfasst nur direkte Importe aus China. Die tatsächliche Abhängigkeit dürfte höher liegen, da Lieferungen über Drittstaaten nicht berücksichtigt sind. Die Daten für 2025 sind vorläufig.
Lesen Sie zum Thema auch: Gas, Kohle, Strom: Deutschlands Energieabhängigkeit in 11 Grafiken
21. Mai 2026
Was ein Rückzug der Ölkonzerne für die Strompreise bedeuten würde
Ob die Ölkonzerne BP und TotalEnergies ihre milliardenschwer ersteigerten Offshore-Windflächen in der Nordsee tatsächlich zurückgeben, ist noch offen. Beide Unternehmen haben öffentlich dementiert, obwohl Medienberichte des "NDR" und des "Tagesspiegels" nahelegen, dass die Projekte ernsthaft auf der Kippe stehen.
Klar ist: Die Debatte hat eine neue Qualität erreicht – und betrifft nicht nur die Energiewende, sondern auch ganz konkret die Kosten für Verbraucher und Netzbetreiber.
Besonders brisant ist die Lage für den Übertragungsnetzbetreiber Tennet. Das Unternehmen hat Offshore-Netzanbindungen bereits geplant und teilweise im Bau – jede Anbindung mit rund zwei Gigawatt Kapazität kostet etwa acht Milliarden Euro. Bleiben die Windparks aus, droht teure Infrastruktur ungenutzt zu bleiben.
Diese Kosten werden über die Netzentgelte auf Verbraucher und Industrie umgelegt. Tennet fordert deshalb "schnell Klarheit durch einen politisch koordinierten Übergang zum neuen Auktionsregime sowie Rückgabeoption und erneute Ausschreibungen".
Hinzu kommt: Die Auktionserlöse aus den Offshore-Ausschreibungen – allein BP und Total Energies hatten 2023 zusammen rund 12,6 Milliarden Euro geboten – sollten einen Milliardenzuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten finanzieren. Fallen diese Einnahmen weg, müssen die Kosten anderweitig gedeckt werden – über Steuergelder oder höhere Netzentgelte.
Für die Strompreise gilt: Verzögerungen beim Offshore-Ausbau bedeuten langfristig weniger erneuerbaren Strom im Netz. Günstige Windenergie aus der Nordsee kann Preise an der Strombörse drücken. Fällt sie weg, steigt die Abhängigkeit von teureren Erzeugungsquellen.
Branche und Politik suchen nun nach einem Kompromiss: Der Bundesverband Windenergie Offshore (BWO) schlägt eine zeitlich befristete Rückgabemöglichkeit vor – verbunden mit dem Verlust bereits geleisteter Anzahlungen und dem Ausschluss von Neuausschreibungen derselben Flächen. Ob das Bundeswirtschaftsministerium von Katherina Reiche (CDU) diesen Weg mitgeht, ist offen.
11. Mai 2026
Dena-Update zum Gebäudereport
Mehr Wärmepumpen als Gasheizungen, serielles Sanieren auf dem Vormarsch, kommunale Wärmepläne in der Mehrzahl der Großstädte fertig oder in Arbeit: Der Updatebericht April des Dena-Gebäudereports 2026 zeichnet ein merklich optimistischeres Bild als die Erstausgabe vom Januar. Erstmals seit Jahren gibt es in mehreren zentralen Bereichen gleichzeitig positive Signale.
Das auffälligste Novum liefert der Heizungsmarkt. 2025 wurden laut Updatebericht rund 299.000 Wärmepumpen verkauft – das entspricht einem Anteil von 48 Prozent an allen neu abgesetzten Heizungsanlagen. Noch im Vorjahr hatte ihr Marktanteil bei lediglich 27 Prozent gelegen.
Auch bei den Baugenehmigungen deutet sich eine Trendwende an. Für 2024 dokumentierte der ursprüngliche Report noch einen Einbruch auf rund 55.000 genehmigte Wohngebäude – ein Rückgang von fast 20 Prozent. Das April-Update zeigt nun: 2025 wurden rund 62.200 Wohngebäude genehmigt – ein Plus von knapp 14 Prozent. Einfamilienhäuser legten um 17 Prozent zu, Mehrfamilienhäuser um 8,7 Prozent. Die Dena spricht von der "ersten positiven Entwicklung seit 2022". Gleichwohl bleibt das Niveau historisch niedrig.
Parallel dazu gewinnt das serielle Sanieren an Gewicht. 2025 wurden über 1000 Förderanträge für Projekte mit vorgefertigten Fassadenelementen bewilligt – das entspricht mehr als 6000 Wohneinheiten und einem Anteil von rund 24 Prozent aller Effizienzhaus-40- und Effizienzhaus-55-Projekte. Die Dena schätzt, dass rund 30 Prozent aller Bestandsgebäude für diese Sanierungsmethode geeignet sind.
Fortschritte meldet auch die kommunale Wärmeplanung: Zum Ende des ersten Quartals 2026 haben 56 Prozent der Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern ihre Planung abgeschlossen, 44 Prozent befinden sich im Prozess. Bei mittleren Gemeinden zwischen 10.000 und 100.000 Einwohnern sind es sogar 84 Prozent. Der gesetzliche Abgabetermin für Großstädte ist der 30. Juni 2026.
Der strukturelle Befund beider Report-Versionen bleibt aber unverändert: 60 Prozent des deutschen Wohngebäudebestands stammen aus Baujahren vor 1979. Die Sanierungsaufgabe bleibt also gewaltig – auch wenn die Wärmewende nun Fahrt aufnimmt.
11. Mai 2026
Großes Biomassekraftwerk bei Osnabrück
Die niederländische HoSt Group hat in der Region Osnabrück mit dem Bau eines 25-MW-Heizkraftwerks auf Basis von Industrieresthölzern begonnen. Die Anlage ersetzt eine bestehende Braunkohlestaubfeuerung sowie zwei Gaskessel eines Industrieunternehmens vollständig und soll Mitte 2027 in Betrieb gehen.
Das Projekt wird im Contracting-Modell realisiert: HoSt übernimmt Investition, Genehmigungen und Betrieb für mindestens zwölf Jahre – der Energieabnehmer zahlt ausschließlich für die bezogene Energie, ohne eigene Kapitalinvestitionen. Das Investitionsvolumen beträgt rund 35 Millionen Euro, finanziert von der Rabobank.
Die Anlage liefert bis zu 30 Tonnen Hochtemperatur-Prozessdampf pro Stunde sowie 2 MW elektrische Leistung. Als Brennstoff dient lokal verfügbares Industrierestholz, das die EU-Emissionsvorgaben und die Anforderungen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie erfüllt. Jährlich sollen damit rund 65.000 Tonnen CO₂ eingespart werden. Für die HoSt Group ist das Projekt ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Gesamtziel, bis 2032 insgesamt 25 Millionen Tonnen CO₂ einzusparen.
8. Mai 2026
Markt für Wärmespeicher wächst, Batterien verzögern sich
Die Energiespeicherbranche in Deutschland ist zurück auf Wachstumskurs. Das zeigt die Branchenanalyse 2026 des Bundesverbandes Energiespeicher Systeme (BVES), die der Verband am Freitag auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt hat.
Der Umsatz der Branche stieg 2025 auf rund 15 Milliarden Euro – nach einem Einbruch auf knapp 12 Milliarden im Jahr 2024. Besonders stark wuchs das Segment Systeminfrastruktur, also vor allem Großbatteriespeicher: Der Umsatz legte um 72 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro zu. Die Kapazität der installierten Großbatteriespeicher erreichte 4 Gigawattstunden (GWh). Bis Ende 2026 könnte sie auf 9 GWh steigen.
Auch für Stadtwerke sind die Zahlen relevant: Der Markt für Wärmespeicher – also Speicher, die Wärme aufnehmen und zeitversetzt wieder abgeben – wächst. Im Haushaltssegment wurden 2025 rund 300.000 thermische Systeme verkauft – 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Im industriellen Bereich gelten Wärmespeicher inzwischen als marktreife Technologie, nicht mehr nur als Pilotprojekte. Steigende Gas- und CO₂-Preise treiben die Nachfrage an.
Trotz der positiven Zahlen warnt der BVES: Die Stimmung in der Branche hat sich im ersten Quartal 2026 deutlich eingetrübt. Investitionen werden zurückgehalten, Projekte verzögern sich. Der Verband sieht die Ursache in fehlender Planungssicherheit. Debatten über Kapazitätsmärkte, das Ende der Netzentgeltbefreiung für Speicher und lange Genehmigungsverfahren bremsen den Ausbau. "Deutschland riskiert eine Flexibilitätslücke – nicht aus Mangel an Technologie, sondern durch fehlende Planungssicherheit", sagte BVES-Präsident Thomas Speidel.
30. April 2026
Halle an der Saale: Großwärmepumpe startet sofort
Der Stadtrat von Halle (Saale) hat die Kommunale Wärmeplanung (KWP) – ein verbindliches Konzept, das festlegt, wie eine Stadt künftig klimafreundlich heizen will – beschlossen. Noch am selben Tag folgte der erste konkrete Umsetzungsschritt: Der Energieversorger EVH setzt am Klärwerk Halle-Nord in Lettin eine Großwärmepumpe ein.
Die Anlage gewinnt Wärme aus gereinigtem Abwasser und speist sie in das Fernwärmenetz ein. Es ist die erste Abwasser-Großwärmepumpe auf Basis des natürlichen Kältemittels Isobutan, die in Deutschland gebaut wird. Sie kann jährlich rund 16.000 Tonnen CO2 einsparen und bis zu 20 Prozent der Fernwärme in Halle dekarbonisieren – also von fossilen Brennstoffen unabhängig machen.
Für das Projekt sicherten die Stadtwerke Halle und die EVH 50 Millionen Euro Bundesförderung. Oberbürgermeister Alexander Vogt (parteilos) betonte: "Wir belassen es nicht bei Konzepten." EVH-Geschäftsführer Olaf Schneider ergänzt: "Die Energieversorgung soll künftig unabhängiger und trotzdem bezahlbar bleiben."
Kurzfristig plant die EVH rund 100 neue Fernwärmeanschlüsse pro Jahr. Einen Anschluss- und Benutzungszwang wird es nicht geben. Halle gehört nach eigenen Angaben zu den günstigsten Fernwärmeversorgern Deutschlands. Über einen digitalen Wärmeatlas können Bürgerinnen und Bürger einsehen, wo Fernwärme geplant ist.
Die bundesrechtlichen Rahmenbedingungen zur Wärmewende, insbesondere das Gebäudemodernisierungsgesetz, sind noch offen. Eine Entscheidung wird frühestens im Sommer 2026 erwartet.

30. April 2026
Bremer Großbatteriespeicher profitiert von Standort
Kraftwerksbetreiber und Stadtwerke-Bremen-Tochterunternehmen SWB Erzeugung und die Speichertochter des Energiekonzerns EWE, Bestoraged, bauen gemeinsam einen Großbatteriespeicher im Bremer Industriehafen – auf dem Gelände eines stillgelegten Kohlekraftwerks. Bis Anfang 2028 soll die Anlage in Betrieb gehen.
Der Speicher wird eine Leistung von rund 85 Megawatt (MW) und eine Kapazität von gut 170 Megawattstunden (MWh) haben. Das Investitionsvolumen liegt im mittleren zweistelligen Millionenbereich.
Das Projekt nutzt die vorhandene Infrastruktur des früheren Kraftwerks: Elektrotechnik, Brandschutzanlagen und die bestehende Netzanbindung werden weiterverwendet. Damit belegt es keine neuen Netzanschlusskapazitäten, sondern greift auf sogenannte flexible Netzanschlusskapazitäten zurück – also Anschlüsse, die der Netzbetreiber je nach Bedarf anpassen kann, um das Stromnetz zu stabilisieren.
Noch in diesem Jahr werden alte Anlagen der stillgelegten Kohleblöcke abgerissen. Ab 2027 entstehen die neuen Batteriecontainer, Transformatoren und Schaltanlagen.
SWB-Geschäftsführer Stefan Weber und Alexander Neuhaus erklären: "Wir nutzen die vorhandene Infrastruktur und schaffen Platz für moderne Energietechnik." Bestoraged-Geschäftsführer Magnus Pielke ergänzt: "Genau darin zeigt sich, wie Energiewende konkret gelingt."
Die Stadtwerke Bremen betreiben bereits seit 2019 am Standort Hastedt ein Hybridregelkraftwerk, das Systemdienstleistungen für das Stromnetz erbringt und Strom in Fernwärme umwandelt.
Lesen Sie zum Thema auch: Großbatteriespeicher: Stadtwerke zwischen Aufbruch und Engpass

29. April 2026
Münchens größtes Mieterstrom-Projekt geht ans Netz
Die Stadtwerke München (SWM) und die städtische Wohnungsgesellschaft Münchner Wohnen haben in München-Neuhausen das bislang größte Photovoltaik-Mieterstromprojekt der Landeshauptstadt in Betrieb genommen. Auch bundesweit zählt es zu den leistungsstärksten im städtischen Umfeld.
Auf den Dächern der Wohnanlage "Max II" – benannt nach der früheren Maximilian-II-Kaserne – installierten die SWM 71 Solaranlagen mit insgesamt 4600 Modulen. Die Anlage leistet knapp 2,1 Megawatt peak (MWp) und erzeugt jährlich mehr als zwei Gigawattstunden Strom. Rund 1000 Haushalte können den Solarstrom direkt beziehen – zu einem Tarif, der mindestens zehn Prozent unter dem Grundversorgungspreis liegt.
Mieterstrom bedeutet: Der auf dem Dach erzeugte Strom fließt direkt ins Gebäude. Die Mieterinnen und Mieter nutzen ihn, ohne dass er erst ins öffentliche Netz eingespeist werden muss.
Grundlage ist eine Kooperationsvereinbarung, die beide Unternehmen im Mai 2025 geschlossen haben. Die Münchner Wohnen stellt die Dachflächen bereit, die SWM planen, bauen und betreiben die Anlagen. Weitere Projekte für mehr als 5000 Wohnungen befinden sich bereits in Planung oder Umsetzung – unter anderem in Neuhausen, Bogenhausen und Riem.
Die SWM treiben ihren PV-Ausbau seit Jahren konsequent voran. Seit 2024 erzeugen sie in eigenen Anlagen so viel Ökostrom, wie München insgesamt verbraucht. Die Stadt strebt an, den jährlichen PV-Zubau bis in die 2030er Jahre auf 100 Megawatt zu steigern.
Lesen Sie dazu auch das ZFK-Interview mit SWM-Geschäftsführerin Karin Thelen (September 2025): "Der Markt für Windkraft in Bayern kommt langsam in Gang"

28. April 2026
Erster flexibler Netzanschluss für Biogasanlage gestartet
Der Verteilnetzbetreiber Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) setzt erstmals einen flexiblen Netzanschluss für eine Biogasanlage um. Das Pilotprojekt startet mit Bioenergie Kropp im Kreis Schleswig-Flensburg.
Grundlage ist ein flexibler Netzanschlussvertrag. Er erlaubt die Einspeisung von Strom nur zu festgelegten Zeiten. Das greift, wenn das Netz stark ausgelastet ist. So lassen sich Anschlussverzögerungen vermeiden und Kosten für den Netzausbau senken.
Konkret speist die Biogasanlage ihren Strom vor allem morgens und abends ein. In diesen Zeiten ist die Nachfrage hoch, während Photovoltaik weniger Strom liefert. Die vereinbarten Zeitfenster berücksichtigen typische Schwankungen im Netz. Eine laufende Anpassung in Echtzeit ist nicht nötig.
Die Anlage hat eine Leistung von acht Megawatt. Perspektivisch ergänzt ein Wärmespeicher das Konzept. Damit kann die Anlage auch klimafreundliche Wärme für die Gemeinde bereitstellen, etwa für Schulen und Pflegeeinrichtungen.
Flexible Netzanschlussverträge, auch FCA abgekürzt, sind seit einer Reform des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) möglich. Sie nutzen bestehende Netzkapazitäten effizienter. Netzbetreiber wollen so die Integration erneuerbarer Energien beschleunigen und die Energiewende bezahlbar halten.
Erprobt sind sie etwa bereits bei Batteriespeichern, aber auch bei größeren Solaranlagen. Zuletzt haben die großen Energiekonzerne EnBW und EWE sich für diese sogenannten FCAs als zentrales Mittel für den weiteren Erneuerbaren-Ausbau ausgesprochen.
SH Netz, eine Tochter des Eon-Konzerns, plant nun weitere Anwendungen für unterschiedliche Technologien. Ziel ist ein flexiblerer Netzbetrieb – auch in Regionen mit viel Windstrom.
27. April 2026
BP und Total wollen Offshore-Ausbau um 16 Jahre verschieben
Die Ölkonzerne BP (über das Joint Venture Jera Nex BP) und Total Energies wollen die Spielregeln für die Windenergie auf See nachträglich zu ihren Gunsten ändern. Das zeigen aktuelle Recherchen des "NDR".
Beide Konzerne hatten 2023 zusammen rund 12,6 Milliarden Euro für Windparkflächen in der deutschen Nordsee geboten. 2024 kamen weitere Flächen für drei Milliarden Euro dazu. Nun fordern sie, dass ein Großteil der noch offenen Flächen deutlich später ausgeschrieben wird als geplant.
Ihr Konzept heißt "Re-Order". Es sieht vor, das 70-Gigawatt-Ziel für Offshore-Wind erst 2057 zu erreichen – statt wie gesetzlich verankert bis 2045. Das wäre eine Verzögerung um 16 Jahre.
Als Begründung nennen die Konzerne sogenannte Abschattungseffekte: Stehen Windräder zu dicht beieinander, nehmen sie sich gegenseitig Wind weg. Weniger neue Anlagen bedeute mehr Ertrag für die bestehenden Parks. Dafür ließen sie das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme (IWES) ihren Plan berechnen. Die Studie zeigt jedoch auch: Der Re-Order-Plan würde die Windstromproduktion in Deutschland insgesamt zeitweise um ein Drittel senken.
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hält den Vorstoß für rechtlich problematisch – das 70-GW-Ziel ist im Windenergie-auf-See-Gesetz festgeschrieben. Dennoch klopfen die Konzerne beim Bundeswirtschaftsministerium an. Ministerin Katherina Reiche (CDU) hatte bereits mehrfach einen langsameren Offshore-Ausbau gefordert – und könnte damit als Verbündete gelten. Zuletzt war im Sommer eine Offshore-Ausschreibung erstmals komplett gescheitert: Kein einziger Investor gab ein Gebot ab.
16. April 2026
China prüft Exportstopp für moderne Solartechnik
China erwägt offenbar neue Exportbeschränkungen für moderne Solartechnik. Das berichten mehrere Medien unter Berufung auf Insider. Betroffen wären vor allem Anlagen und Maschinen zur Herstellung besonders effizienter Solarmodule.
Die Regierung will damit ihre technologische Führungsrolle sichern. China dominiert die globale Solarindustrie und produziert einen Großteil der Komponenten.
Die Maßnahmen könnten sich vor allem gegen die USA richten. Dort bauen Unternehmen eigene Produktionskapazitäten auf. Ein Exportstopp würde diese Pläne erschweren und die Lieferketten verändern.
Noch gibt es keine endgültige Entscheidung. Die Behörden führen Gespräche mit Herstellern. Für Europa könnte ein solcher Schritt ebenfalls Folgen haben. Steigende Preise und verzögerte Projekte wären möglich.
Zuletzt hatte China bereits seine Exportpolitik für Photovoltaik- und Batteriespeicherprodukte verschärft und Mehrwertsteuervergünstigungen auf den Export von PV-Modulen, Solarzellen und Wafern gestrichen. Bereits damals erwarteten Marktteilnehmer steigende Preise, nun könnte sich die Entwicklung weiter zuspitzen.
16. April 2026
Solarmodul erzeugt Wasserstoff direkt aus Sonnenlicht
Forschende entwickeln ein Solarmodul, das Wasserstoff direkt aus Sonnenlicht und Wasser erzeugt. Das berichtet ein Spin-off des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).
Die Technik nutzt Photokatalyse. Dabei spaltet Licht Wasser direkt in Wasserstoff und Sauerstoff. Der Umweg über Strom und Elektrolyse entfällt.
Elektrolyse bezeichnet die Aufspaltung von Wasser mithilfe von Strom. Sie gilt bisher als Standard für grünen Wasserstoff. Die neue Lösung kombiniert beide Schritte in einem Prozess.
Die sogenannten Photoreaktor-Paneele sollen günstiger und einfacher skalierbar sein. Sie eignen sich für dezentrale Anwendungen und große Anlagen in sonnigen Regionen.
Die Technologie steht noch am Anfang. Sie könnte aber langfristig die Kosten für grünen Wasserstoff senken und neue Geschäftsmodelle ermöglichen.

13. April 2026
EEG-Novelle: Kleinen Mieterstromanlagen droht das Aus
Eine Studie des Ökostromversorgers Green Planet Energy warnt vor den Folgen der geplanten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG): Sollte die Einspeisevergütung für kleine Photovoltaikanlagen (PV) entfallen, könnten viele Mieterstromprojekte wirtschaftlich nicht mehr tragfähig sein.
Mieterstrom bezeichnet Solarstrom von Hausdächern, der direkt an Mieter im Gebäude geliefert wird. Nicht vor Ort verbrauchter Strom wird bislang zu festen Sätzen ins Netz eingespeist. Genau diese Vergütung steht nach aktuellen Plänen zur Disposition.
Laut Studie sind vor allem kleine Anlagen betroffen. Sie erreichen oft keine hohen Eigenverbrauchsquoten und sind daher stärker auf die Einspeisevergütung angewiesen. Fällt diese Einnahmequelle weg, sinkt die Wirtschaftlichkeit deutlich. Projekte könnten sich dann für Betreiber nicht mehr rechnen.
Die Autoren sehen Millionen Mieter betroffen, da Mieterstrom ein zentrales Modell für die Teilhabe an der Energiewende in Städten ist. Für Stadtwerke sowie kommunale und regionale Versorger würde ein wichtiger Baustein im dezentralen Vertrieb geschwächt.
Green Planet Energy hat als Ökostromanbieter ein Interesse am Ausbau von Mieterstrommodellen. Dennoch verweist die Analyse auf ein strukturelles Problem: Kleine Projekte reagieren sensibel auf regulatorische Änderungen und verfügen nur über begrenzte Skaleneffekte.
Die EEG-Novelle verfolgt das Ziel, den Eigenverbrauch zu stärken und Förderkosten zu senken. Das kann größere und effizientere Anlagen begünstigen. Für kleinteilige Projekte in Bestandsgebäuden steigen jedoch die wirtschaftlichen Risiken.
Für Energieversorger ergibt sich damit ein Spannungsfeld: Neue Chancen entstehen im Bereich Eigenverbrauch und Direktvermarktung. Gleichzeitig droht ein Rückgang klassischer Mieterstrommodelle. Entscheidend wird sein, wie der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen für kleinere Anlagen konkret ausgestaltet.
10. April 2026
Abschaffung der 65‑Prozent‑Regel kann Investitionsbremse werden
Die geplante Reform des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) steht aus Sicht zahlreicher kommunaler Unternehmen an einem kritischen Punkt. Eine von der LBD‑Beratungsgesellschaft initiierte Allianz warnt davor, dass die im Eckpunktepapier der Regierungsfraktionen skizzierten Änderungen die Wärmewende ausbremsen könnten. Insbesondere die Abschaffung der 65‑Prozent‑Regel im bisherigen Gebäudeenergiegesetz (GEG), ohne klar definierte Ersatzinstrumente, berge das Risiko neuer Fehlanreize im Wärmemarkt. Investitionen in fossile Heiztechnologien könnten dadurch wieder attraktiver werden.
Im Zentrum der Kritik steht der fehlende verlässliche Ordnungsrahmen. Gebäudeeigentümer, Kommunen und Netzbetreiber benötigen für Investitionsentscheidungen mit Laufzeiten von 20 Jahren und mehr klare Leitplanken. Die 65‑Prozent‑Regel habe bislang genau diese Orientierungsfunktion erfüllt, indem sie einen Mindestanteil erneuerbarer Energien bei neuen Heizsystemen vorgab und damit den Systemwettbewerb zwischen Wärmepumpen, Fernwärme und gasbasierten Lösungen strukturierte. Ihr Wegfall gefährde nicht nur den Klimaschutz, sondern auch den Investitionsschutz für bereits getätigte Milliardeninvestitionen, vor allem in der Fernwärme.
Fernwärme sei in vielen Netzen mit 12 bis 16 Cent pro Kilowattstunde wettbewerbsfähig. In Krisenzeiten – etwa während der Gaskrise 2022 – sei sie damit im Durchschnitt günstiger als rein fossile Alternativen. Gleichzeitig mindert eine fortschreitende Dekarbonisierung die Abhängigkeit von volatilen Brennstoffimporten und stärkt die Resilienz des Energiesystems.
Als zentrale Steuerungsinstrumente diskutiert die Allianz die "Biotreppe" und die geplante Grüngasquote. Die im Eckpunktepapier vorgesehenen Einstiegsniveaus seien zu niedrig und zu spät wirksam. Die Biotreppe sollte stattdessen bereits ab 2027 mit 15 Prozent erneuerbarem Anteil starten und bis 2040 auf 80 Prozent steigen, analog zu den Vorgaben für Wärmenetze im Wärmeplanungsgesetz (WPG). Die Grüngasquote wiederum müsse so ausgestaltet werden, dass sie auch für Bestandsheizungen wirksam wird und reale Lenkungswirkung entfaltet.
Entscheidend sei zudem die Verzahnung des GMG mit dem WPG und der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Ohne abgestimmte Signale drohten widersprüchliche Investitionsanreize zwischen kommunaler Wärmeplanung und Gasnetzentwicklung.
30. März 2026
Erster Solarpark für Beckum
Die Energieversorgung Beckum hat erstmals einen eigenen Solarpark übernommen und baut damit ihr Portfolio an erneuerbaren Energien aus. Die Photovoltaik-Freiflächenanlage an der A2 nahe Beckum (Nordrhein-Westfalen) ging Mitte März offiziell vom Projektentwickler Green Fox Energy in den Besitz des kommunalen Versorgers aus dem Münsterland über.
Mit dem Kauf setzt der Kommunalversorger gezielt auf regional erzeugten Ökostrom. "Die Anlage ist ein erster Baustein für ein eigenes erneuerbares Erzeugungsportfolio", erklärt Geschäftsführer Daniel Dierich. Ziel sei es, die Energiewende vor Ort voranzutreiben und Strom möglichst dort zu erzeugen, wo er auch verbraucht wird.
Der Solarpark wurde Ende Juni 2025 fertiggestellt und befindet sich auf einer rund drei Hektar großen Fläche zwischen Werseweg und Holtmarweg. Insgesamt sind dort etwa 5900 Solarmodule installiert, die eine Leistung von rund 3,5 Megawattpeak erreichen. Pro Jahr werden voraussichtlich etwa 3,7 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt – genug, um rechnerisch mehr als 1000 Haushalte zu versorgen.
Neben der lokalen Stromproduktion profitiert auch die Stadt Beckum finanziell: Sie erhält eine jährliche Beteiligung gemäß den Regelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).
Mit dem Erwerb übernehmen die Beckumer nicht nur die Anlage selbst, sondern auch die zugehörige Projektgesellschaft Solarprojekt Beckum Werse/Holtmar GmbH & Co. KG und damit den Betrieb des Solarparks. Die bestehende Bürgerbeteiligung bleibt jedoch erhalten. Sie ist weiterhin über die übergeordnete Gesellschaft organisiert und vom Eigentümerwechsel nicht betroffen.

30. März 2026
Flächenpooling für Batteriespeicher: Laichingen setzt neues Modell um
Die Stadt Laichingen (Baden-Württemberg) geht bei der Energiewende neue Wege: Erstmals wurde ein kommunales Flächenpooling erfolgreich auf den Bau eines Großbatteriespeichers übertragen. Das Verfahren, bislang vor allem aus der Windenergie bekannt, bündelt kommunale und private Flächen und schafft so die Grundlage für eine koordinierte Projektentwicklung.
Angesichts zahlreicher Anfragen von Projektentwicklern – insbesondere in der Nähe von Umspannwerken – stehen viele Kommunen vor Herausforderungen: fehlendes Fachwissen, stark variierende Erfahrung der Anbieter und Konfliktpotenzial durch hohe Pachtzahlungen.
Ziel des Flächenpoolings ist es, möglichst viele Eigentümer an den späteren Erlösen zu beteiligen – unabhängig davon, ob ihre Fläche tatsächlich genutzt wird. Dieses gemeinsame Vorgehen stärkt die Verhandlungsposition gegenüber Projektentwicklern und erhöht die Realisierungschancen. Unter kommunaler Moderation wurde eine Pooling-Gemeinschaft gebildet, die Kriterien für die Auswahl eines geeigneten Partners definiert hat.
Insgesamt acht Angebote liegen vor und werden aktuell geprüft. Der finale Vertrag soll neben wirtschaftlichen auch ökologische Anforderungen erfüllen. Die Inbetriebnahme des Großbatteriespeichers ist für 2031 geplant. Laichingen gilt damit als Vorreiter für die Übertragung bewährter Windenergie-Instrumente auf neue Speicherprojekte.
22. Januar 2026
Technischer Durchbruch: Windkraft liefert Sekundärregelenergie
Bisher galt die Stabilisierung der Netzfrequenz (Regelenergie) als "Hoheitsgebiet" von Gas-, Kohle- oder Wasserkraftwerken. Dass nun Onshore-Windparks in der Regelzone des größten deutschen Übertragungsnetzbetreibers, Tennet, diese Aufgabe übernehmen, ist ein Meilenstein.
Wenn plötzlich zu viel oder zu wenig Strom verbraucht wird, gerät die Frequenz von 50 Hertz ins Schwanken. Sekundärregelung ist die "mittelschnelle" Reaktion darauf: Innerhalb von spätestens 5 Minuten wird die Leistung der Anlage automatisch angepasst. Das stabilisiert das Stromnetz.
Nun wurde bestätigt, dass Windparks der Unternehmen Enercon und Engelhart erfolgreich die Präqualifikation für diese hochkomplexe Dienstleistung bestanden haben. Möglich ist dies dank neuer Steuerungsalgorithmen, die dafür sorgen, dass Windräder innerhalb kürzerster Zeit gedrosselt oder hochgefahren werden können.
Zuvor hatte das die Mannheimer MVV Energie mit einem Windpark erstmals in Deutschland geschafft, damals im Übertragungsnetz von Amprion.
Für Stadtwerke hat die Entwicklung mehrere Vorteile: Wer Windparks betreibt und direktvermarktet, kann sich über das Anbieten von Systemdienstleistungen zusätzliche Erlöse sichern. Zudem müssen oft teure Gaskraftwerke nicht mehr im Leerlauf gehalten werden, um Regelreserve bereitzustellen. Dass solche Must-Run-Kapazitäten schrittweise durch Erneuerbare abgelöst werden, senkt die Systemkosten und verringert CO2-Emissionen.
12. Januar 2026
Preise für Batteriespeicher und PV-Module dürften steigen – China streicht Rabatte
China verschärft seine Exportpolitik für Photovoltaik- und Batteriespeicherprodukte. Ab dem 1. April 2026 streicht die chinesische Regierung die bislang gewährten Mehrwertsteuervergünstigungen auf den Export von PV-Modulen, Solarzellen und Wafern vollständig. Für Batterieprodukte wird der Exportsteuerrabatt im gleichen Zeitraum von derzeit neun auf sechs Prozent reduziert und soll zum 1. Januar 2027 komplett entfallen.
Die Entscheidung wurde vom chinesischen Finanzministerium und der staatlichen Steuerverwaltung gemeinsam bekannt gegeben. Ziel der Maßnahme ist es, den massiven Preisverfall bei Photovoltaikprodukten einzudämmen, Überkapazitäten abzubauen und internationalen Handelskonflikten vorzubeugen. Chinesische Hersteller hatten in den vergangenen Jahren stark von steuerlichen Anreizen profitiert und ihre Produkte zu sehr niedrigen Preisen auf den Weltmarkt gebracht.
Branchenexperten rechnen damit, dass die wegfallenden Steuervergünstigungen die Exportkosten spürbar erhöhen. Dies könnte sich auch auf die Preise von PV-Modulen und Batteriespeichern in Europa und Deutschland auswirken. Insbesondere Projektentwickler, Stadtwerke und Installationsbetriebe könnten mittelfristig mit steigenden Beschaffungskosten konfrontiert werden.
Kurzfristig wird erwartet, dass einige Hersteller ihre Exporte vorziehen, um noch von den bisherigen Regelungen zu profitieren. Langfristig dürften sich die Maßnahmen jedoch auf das globale Preisniveau für Photovoltaik und stationäre Batteriespeicher auswirken. Für den deutschen Markt könnten sich dadurch neue Herausforderungen bei der Kalkulation von Solar- und Speicherprojekten ergeben.
5. Januar 2026
Stadtwerke Lippstadt: Rekordinvestitionen und Batteriespeicher
Die Stadtwerke Lippstadt stehen vor einem Rekordinvestitionsjahr: Mehr als 25 Millionen Euro fließen 2026 in die Transformation der Energieversorgung, den Netzausbau sowie in Wasser- und Mobilitätsinfrastruktur. Damit unterstreicht der kommunale Versorger aus Nordrhein-Westfalen seine strategische Ausrichtung auf die Energiewende und die Elektrifizierung zentraler Bereiche.
Schwerpunkt der Investitionen ist die Stromsparte mit insgesamt rund 22 Millionen Euro. Ein zentrales Projekt ist die Beteiligung an einem Windpark im Sauerland mit sieben Anlagen der Multimegawattklasse und einer Gesamtleistung von rund 50 Megawatt (MW). Die Stadtwerke halten daran künftig 25 Prozent und investieren knapp 6 Millionen Euro. Die Gesamtinvestition des Projekts liegt bei rund 90 Millionen Euro. Ergänzend engagiert sich der Versorger mit 550.000 Euro an einer Freiflächen-Photovoltaikanlage im Verbund der Energie Allianz Bayern.
Ein Novum stellt der Bau eines Batteriespeichers auf dem Stadtwerke-Gelände dar. Der Speicherpark mit 56 Outdoor-Großspeichern dient der Netzstabilisierung und Frequenzregulierung und kostet 8,5 Mio. Euro. Damit reagieren die Stadtwerke auf wachsende Anforderungen durch volatile erneuerbare Erzeugung.
Für den Ausbau und die Erneuerung der Stromnetze sind weitere knapp 5 Mio. Euro eingeplant, unter anderem für Neubaugebiete, zentrale Infrastrukturprojekte sowie umfangreiche Sanierungen im Stadtgebiet. Zusätzlich werden 2,5 Mio. Euro in die Erweiterung des Umspannwerks Roßfeld investiert, ergänzt um eine PV-Anlage (300.000 Euro). Smart Metering, Schutz- und Leittechnik summieren sich auf weitere gut 1 Mio. Euro.
Die Gassparte verliert demgegenüber weiter an Bedeutung: Investitionen beschränken sich auf zwingend notwendige Erneuerungen mit insgesamt unter 700.000 Euro. Hintergrund ist der politisch definierte Ausstieg aus Gas als Primärenergie bis 2044.



