Alle ZFK-News zu Energie, Strom, Gas und Wärme. (Symbolbild)

Alle ZFK-News zu Energie, Strom, Gas und Wärme. (Symbolbild)

Bild: © malp/AdobeStock

Was kostet die Fernwärme? Wo entstehen neue Großwärmepumpen und Geothermieanlagen? Was tut sich beim Ausbau der Stromnetze sowie beim Hochlauf von Wasserstoff? Und welche Innovationen bietet der Speichermarkt?

Die ZfK hat einen Energie-Ticker eingerichtet, um Sie bei den Themen Strom, Gas und Wärme immer auf dem aktuellen Stand zu halten.

Sie haben Informationen oder Anmerkungen, die Sie teilen möchten? Dann wenden Sie sich gern an unseren Autor Julian Korb.


22. Januar 2026

Technischer Durchbruch: Windkraft liefert Sekundärregelenergie

Bisher galt die Stabilisierung der Netzfrequenz (Regelenergie) als "Hoheitsgebiet" von Gas-, Kohle- oder Wasserkraftwerken. Dass nun Onshore-Windparks in der Regelzone des größten deutschen Übertragungsnetzbetreibers, Tennet, diese Aufgabe übernehmen, ist ein Meilenstein.

Wenn plötzlich zu viel oder zu wenig Strom verbraucht wird, gerät die Frequenz von 50 Hertz ins Schwanken. Sekundärregelung ist die "mittelschnelle" Reaktion darauf: Innerhalb von spätestens 5 Minuten wird die Leistung der Anlage automatisch angepasst. Das stabilisiert das Stromnetz.

Nun wurde bestätigt, dass Windparks der Unternehmen Enercon und Engelhart erfolgreich die Präqualifikation für diese hochkomplexe Dienstleistung bestanden haben. Möglich ist dies dank neuer Steuerungsalgorithmen, die dafür sorgen, dass Windräder innerhalb kürzerster Zeit gedrosselt oder hochgefahren werden können.

Zuvor hatte das die Mannheimer MVV Energie mit einem Windpark erstmals in Deutschland geschafft, damals im Übertragungsnetz von Amprion.

Für Stadtwerke hat die Entwicklung mehrere Vorteile: Wer Windparks betreibt und direktvermarktet, kann sich über das Anbieten von Systemdienstleistungen zusätzliche Erlöse sichern. Zudem müssen oft teure Gaskraftwerke nicht mehr im Leerlauf gehalten werden, um Regelreserve bereitzustellen. Dass solche Must-Run-Kapazitäten schrittweise durch Erneuerbare abgelöst werden, senkt die Systemkosten und verringert CO2-Emissionen.


12. Januar 2026

Preise für Batteriespeicher und PV-Module dürften steigen – China streicht Rabatte

China verschärft seine Exportpolitik für Photovoltaik- und Batteriespeicherprodukte. Ab dem 1. April 2026 streicht die chinesische Regierung die bislang gewährten Mehrwertsteuervergünstigungen auf den Export von PV-Modulen, Solarzellen und Wafern vollständig. Für Batterieprodukte wird der Exportsteuerrabatt im gleichen Zeitraum von derzeit neun auf sechs Prozent reduziert und soll zum 1. Januar 2027 komplett entfallen.

Die Entscheidung wurde vom chinesischen Finanzministerium und der staatlichen Steuerverwaltung gemeinsam bekannt gegeben. Ziel der Maßnahme ist es, den massiven Preisverfall bei Photovoltaikprodukten einzudämmen, Überkapazitäten abzubauen und internationalen Handelskonflikten vorzubeugen. Chinesische Hersteller hatten in den vergangenen Jahren stark von steuerlichen Anreizen profitiert und ihre Produkte zu sehr niedrigen Preisen auf den Weltmarkt gebracht.

Branchenexperten rechnen damit, dass die wegfallenden Steuervergünstigungen die Exportkosten spürbar erhöhen. Dies könnte sich auch auf die Preise von PV-Modulen und Batteriespeichern in Europa und Deutschland auswirken. Insbesondere Projektentwickler, Stadtwerke und Installationsbetriebe könnten mittelfristig mit steigenden Beschaffungskosten konfrontiert werden.

Kurzfristig wird erwartet, dass einige Hersteller ihre Exporte vorziehen, um noch von den bisherigen Regelungen zu profitieren. Langfristig dürften sich die Maßnahmen jedoch auf das globale Preisniveau für Photovoltaik und stationäre Batteriespeicher auswirken. Für den deutschen Markt könnten sich dadurch neue Herausforderungen bei der Kalkulation von Solar- und Speicherprojekten ergeben.


5. Januar 2026

Stadtwerke Lippstadt: Rekordinvestitionen und Batteriespeicher

Die Stadtwerke Lippstadt stehen vor einem Rekordinvestitionsjahr: Mehr als 25 Millionen Euro fließen 2026 in die Transformation der Energieversorgung, den Netzausbau sowie in Wasser- und Mobilitätsinfrastruktur. Damit unterstreicht der kommunale Versorger aus Nordrhein-Westfalen seine strategische Ausrichtung auf die Energiewende und die Elektrifizierung zentraler Bereiche.

Schwerpunkt der Investitionen ist die Stromsparte mit insgesamt rund 22 Millionen Euro. Ein zentrales Projekt ist die Beteiligung an einem Windpark im Sauerland mit sieben Anlagen der Multimegawattklasse und einer Gesamtleistung von rund 50 Megawatt (MW). Die Stadtwerke halten daran künftig 25 Prozent und investieren knapp 6 Millionen Euro. Die Gesamtinvestition des Projekts liegt bei rund 90 Millionen Euro. Ergänzend engagiert sich der Versorger mit 550.000 Euro an einer Freiflächen-Photovoltaikanlage im Verbund der Energie Allianz Bayern.

Ein Novum stellt der Bau eines Batteriespeichers auf dem Stadtwerke-Gelände dar. Der Speicherpark mit 56 Outdoor-Großspeichern dient der Netzstabilisierung und Frequenzregulierung und kostet 8,5 Mio. Euro. Damit reagieren die Stadtwerke auf wachsende Anforderungen durch volatile erneuerbare Erzeugung.

Für den Ausbau und die Erneuerung der Stromnetze sind weitere knapp 5 Mio. Euro eingeplant, unter anderem für Neubaugebiete, zentrale Infrastrukturprojekte sowie umfangreiche Sanierungen im Stadtgebiet. Zusätzlich werden 2,5 Mio. Euro in die Erweiterung des Umspannwerks Roßfeld investiert, ergänzt um eine PV-Anlage (300.000 Euro). Smart Metering, Schutz- und Leittechnik summieren sich auf weitere gut 1 Mio. Euro.

Die Gassparte verliert demgegenüber weiter an Bedeutung: Investitionen beschränken sich auf zwingend notwendige Erneuerungen mit insgesamt unter 700.000 Euro. Hintergrund ist der politisch definierte Ausstieg aus Gas als Primärenergie bis 2044.


18. Dezember 2025

Quantum installiert Batteriespeicher und baut Angebot aus

Der neue Batteriespeicher in LingenBild: © Quantum/SWK

Der Energiedienstleister Quantum, ein Zusammenschluss von mittlerweile 16 Stadtwerken, baut sein Leistungsportfolio konsequent aus. Mit dem neuen Geschäftsfeld Speicher & Flexibilisierung richtet sich das Unternehmen aus Ratingen (Nordrhein-Westfalen) gezielt an kleinere und mittlere Stadtwerke. Ein wichtiger Meilenstein wurde am 11. Dezember 2025 erreicht: Ein Batteriespeicher mit 2,5 Megawatt Leistung ging erfolgreich ans Mittelspannungsnetz.

Der Batteriespeicher in Schiffscontainergröße steht auf einem Grundstück der Stadtwerke Lingen direkt neben einer Umspannanlage. Zur technischen Infrastruktur gehören unter anderem eine Ortsnetzstation sowie ein Wechselrichter. Ziel des Projekts ist es, Stadtwerken entlang der gesamten Wertschöpfungskette Dienstleistungen im Bereich Speicherlösungen anzubieten.

"Damit können wir eine wichtige Dienstleistung für kleinere und mittlere Stadtwerke erbringen", erklären die Quantum-Geschäftsführer Dirk Hardt und Andreas Benz. Besonders zufrieden zeigt sich die Geschäftsführung mit der Projektumsetzung: Vom Gesellschafterbeschluss bis zur Inbetriebnahme verging lediglich ein Jahr. "Das zeigt, dass die Energiewende nicht nur eine Sache der Großindustrie ist. Für uns ist das erst der Anfang", so Hardt und Benz.

Auch bei den Stadtwerken Lingen fällt das Fazit positiv aus. Hermann Cordes, Technischer Geschäftsführer, hebt die partnerschaftliche Zusammenarbeit hervor: "Das Projekt zeigt, wie Stadtwerke gemeinsam innovative Lösungen für die Energiewende umsetzen können."

Mit dem Geschäftsfeld Speicher & Flexibilisierung will Quantum die Synergien im Gesellschafterkreis weiter ausbauen. Zum Leistungsspektrum zählen unter anderem Marktsondierungen zu Speichertechnologien wie LFP und NMC, die Bewertung von Wechselrichtern (400 V, 690 V, 800 V), Gutachten zu Brand-, Lärm- und Wasserschutz für BESS sowie Planungsleistungen von Aufstellkonzepten bis zur Ansteuerung und zum Datenaustausch.


18. Dezember 2025

Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm geben Großbatteriespeicher in Auftrag

Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) und der sächsische Speicherentwickler Tricera Energy haben einen Vertrag zur Errichtung eines leistungsstarken Großbatteriespeichers geschlossen. Tricera übernimmt  demnach als Generalunternehmer (EPC) und Systemintegrator die vollständige Projektverantwortung – von der Planung über Herstellung, Lieferung und Errichtung bis hin zur schlüsselfertigen Inbetriebnahme. Dazu zählen auch der Bauantrag sowie die Umsetzung aller Projektphasen.

Der Batteriespeicher wird über eine nutzbare Kapazität von 21 Megawattstunden (MWh) und eine Leistung von 10 Megawatt (MW) verfügen. Er soll sowohl zur Bereitstellung von Primär- und Sekundärregelleistung als auch für den Energiehandel eingesetzt werden. Rechnerisch entspricht eine vollständige Ladung der Energie für rund 100.000 Kilometer Fahrleistung mit einem Elektroauto.

Die Detailplanung ist bereits gestartet und soll im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Anschließend ist der Baubeginn vorgesehen, die Inbetriebnahme ist nach aktuellem Stand für Ende 2026 geplant. Das Investitionsvolumen des Projekts liegt bei knapp 6,1 Millionen Euro.

Mit dem Batteriespeichersystem erweitern die SWU die Flexibilität ihres Energieportfolios. Erneuerbare Energien können gezielt gespeichert und bedarfsgerecht genutzt werden, insbesondere im Energiehandel. Dadurch wird der wirtschaftliche Einsatz von Photovoltaikstrom gestärkt und ein Beitrag zu einer nachhaltigeren Energieversorgung für die Bürgerinnen und Bürger geleistet.


17. Dezember 2025

Stadtwerke Duisburg setzen auf Batteriespeicher

Einer der beiden geplanten Batteriespeicher in DuisburgBild: © SWDU

Speichertechnologien sind ein zentraler Baustein für das Gelingen der Energiewende. Denn Strom aus Wind- und Photovoltaikanlagen steht nicht immer dann zur Verfügung, wenn er benötigt wird. Batteriespeicher ermöglichen es, überschüssigen grünen Strom zwischenzuspeichern und fossile Energieträger zunehmend zu ersetzen.

Die Stadtwerke Duisburg planen daher den Bau von zwei Großbatteriespeichern mit einer Kapazität von jeweils bis zu 24 Megawattstunden (MWh). Die Anlagen entstehen an der Konzernzentrale an der Bungertstraße in Duisburg-Hochfeld sowie auf dem Hafengelände Rhein-Kai-Nord.

"Großbatterien leisten einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende. Neben der Modernisierung unseres Anlagenparks investieren wir gezielt in Energiespeicher und erschließen damit ein zukunftsweisendes Geschäftsfeld", erklärt Andreas Gutschek, Vorstand Infrastruktur und Digitalisierung der Stadtwerke Duisburg.

Die Genehmigungsanträge sind eingereicht, die Bauvorbereitungen am Standort Bungertstraße laufen bereits. Dort entsteht die Anlage auf einer ehemaligen Kohlelagerfläche des stillgelegten Heizkraftwerks I. Der Kohleausstieg erfolgte bei den Stadtwerken Duisburg bereits 2018. Die Bauzeit beträgt nur wenige Monate, da die acht Batterieeinheiten montagefertig geliefert werden. Errichtet wird die Anlage vom auf Großbatteriespeicher spezialisierten Hersteller Intilion aus Paderborn. Das Investitionsvolumen liegt bei rund sieben Millionen Euro.

Eine baugleiche Anlage entsteht am Rheinkai Nord im Duisburger Hafen. Hier investieren die Stadtwerke rund acht Millionen Euro. Die Aufteilung auf zwei Standorte entlastet das Netz und verkürzt Leitungswege.

Kooperation zur Speichervermarktung

Für den wirtschaftlichen Betrieb kooperieren die Stadtwerke Duisburg Energiehandel mit dem Berliner Start-up Terralayr. Gemeinsam vermarkten sie eine Plattformlösung zur optimalen Nutzung von Batteriespeichern.

Mehr dazu hier: Stadtwerke-Kooperation erschließt Potenziale der Speicher-Vermarktung

Das Angebot richtet sich auch an andere Speicherbetreiber und umfasst Optimierung, technische Anbindung, Co-Investitionen sowie Unterstützung bei der Projektentwicklung. Die neuen Duisburger Speicher werden ebenfalls über die neue Plattform gesteuert.


17. Dezember 2025

Bis zu 500 Megawatt: Netzanschluss für Rechenzentrum

Der Stromübertragungsnetzbetreiber 50Hertz und der US-Rechenzentrumsbetreiber Vantage haben den Netzanschlussvertrag für ein neues Rechenzentrum in Genshagen (Brandenburg) bei Berlin unterzeichnet. Das Projekt verdeutlicht die wachsenden Herausforderungen beim Netzanschluss von Rechenzentren und anderen stromintensiven Großanlagen in der Region Berlin-Brandenburg.

Das Rechenzentrum soll über ein eigenes 380/20-Kilovolt (kV)-Umspannwerk an das Übertragungsnetz angebunden werden. Zwei rund 14 Kilometer lange, erdverlegte 380-kV-Kabel verbinden die Anlage mit dem Umspannwerk Thyrow von 50Hertz. Dort errichtet der Netzbetreiber zwei neue 380-kV-Schaltfelder in einer neu zu bauenden Schaltanlage. Das Investitionsvolumen für die Netzanschlussmaßnahmen liegt bei rund 12 Millionen Euro.

Die vereinbarte Anschlussleistung beträgt zunächst 300 Megawatt (MW), perspektivisch ist ein Ausbau auf bis zu 500 MW geplant. Damit zählt der Anschluss zu den leistungsstärksten Rechenzentrums-Netzanschlüssen in Deutschland.

50Hertz sieht in dem Projekt zugleich ein Beispiel für den steigenden Bedarf an leistungsfähigen und planbaren Netzanschlüssen. Insbesondere bei Rechenzentren stoße das bisherige Prinzip "First come, first serve" – oder auch "Windhundprinzip" – an Grenzen. Die geplante Reform der Kraftwerksnetzanschluss-Verordnung soll künftig sicherstellen, dass Projekte mit hohem Reifegrad bevorzugt ans Netz gehen.

Lesen Sie dazu auch: Vielen Batteriespeichern droht ein Zubau-Stopp: Netzbetreiber schlägt Alarm

Bis 2029 plant 50Hertz Netzanschlüsse für neue Rechenzentren mit einer Gesamtleistung von rund zwei Gigawatt. Neben Berlin-Brandenburg zählt auch die Region Rhein-Main zu den wichtigsten Wachstumsräumen – mit entsprechend hohen Anforderungen an den Ausbau der Stromnetze.


15. Dezember 2025

PV-Markt schrumpft europaweit erstmals wieder

Große Solardachanlage (Symbolbild)Bild: © Franco Lucato/AdobeStock

Der europäische Photovoltaikmarkt (PV-Markt) hat 2025 einen Einschnitt erlebt: Erstmals seit 2016 ist der jährliche Zubau an Solarstromleistung in der Europäischen Union leicht zurückgegangen. Nach aktuellen Branchendaten wurden rund 65 Gigawatt (GW) neue Photovoltaikleistung installiert und damit knapp ein Prozent weniger als im Vorjahr. Damit endet eine fast zehnjährige Phase kontinuierlichen Wachstums, die den Solarausbau in Europa maßgeblich geprägt hatte.

Gleichzeitig konnte die EU ihr Zwischenziel erreichen. Mit inzwischen mehr als 400 GW installierter Photovoltaikleistung wurde das Ausbauziel für das Jahr 2025 erfüllt. Solarenergie ist damit zu einem zentralen Pfeiler der europäischen Stromversorgung geworden und trägt spürbar zur Reduzierung fossiler Energieträger bei. Der kurzfristige Erfolg verdeckt jedoch die wachsenden Risiken für die kommenden Jahre.

Denn der verlangsamte Markthochlauf gefährdet die Erreichung der langfristigen Klimaziele. Bis 2030 strebt die EU eine installierte PV-Leistung von 750 GW an. Setzt sich die aktuelle Entwicklung fort, dürfte dieses Ziel verfehlt werden. Prognosen gehen davon aus, dass ohne zusätzliche politische Impulse nur etwas mehr als 700 GW erreichbar sind.

Fokus auf Netzausbau und Speicher

Als Hauptursache für den Marktrückgang gilt die schwächelnde Nachfrage nach Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden. Der Zubau bei privaten Dachanlagen ist deutlich eingebrochen, nachdem in vielen Mitgliedstaaten Förderprogramme ausgelaufen sind und sinkende Strompreise den wirtschaftlichen Anreiz reduziert haben. Zwar wächst der Anteil großer Freiflächenanlagen weiter, doch kann dieses Segment die Verluste im privaten Bereich bislang nicht vollständig ausgleichen.

Hinzu kommen strukturelle Hemmnisse wie lange Genehmigungsverfahren, begrenzte Netzkapazitäten und fehlende Flexibilitätsoptionen durch Speicher. Branchenvertreter sehen daher dringenden Handlungsbedarf. Beschleunigte Verfahren, stabilere Investitionsbedingungen und ein stärkerer Fokus auf Netzausbau und Speichertechnologien gelten als entscheidend, um den europäischen Solarmarkt wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu führen und die Klimaziele für 2030 nicht zu gefährden.

Lesen Sie dazu auch: Fast 30 Prozent weniger private PV-Anlagen


4. Dezember 2025

Solar-Eigenverbrauch steigt stark an

Der Eigenverbrauch von Solarstrom legt in Deutschland weiter kräftig zu. Laut einer aktuellen Analyse des Fraunhofer ISE für das Umweltbundesamt hat sich der wirtschaftlich motivierte Eigenverbrauch seit 2020 mehr als verdreifacht. Ein wesentlicher Grund: Solarstrom aus eigener Erzeugung ist heute meist günstiger als Netzstrom. Bis 2009 speisten Betreiberinnen und Betreiber ihre Stromernte aus Photovoltaik überwiegend ins Netz ein, doch mit gesunkenen Vergütungen, höheren Strompreisen und neuen Einsatzmöglichkeiten durch Sektorkopplung hat sich das Bild gewandelt.

Die Ergebnisse verdeutlichen ein stark beschleunigtes Wachstum. Nach einem Anstieg von 0,25 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2012 auf 3,55 TWh im Jahr 2020 lag der Eigenverbrauch 2022 bereits bei 5,57 TWh und 2023 bei 8,20 TWh. Im Jahr 2024 stieg er schließlich auf 12,28 TWh. Damit entfielen 17 Prozent der Nettostromerzeugung aus Photovoltaik – rund 60 TWh – auf Eigenverbrauch, gegenüber 13 Prozent im Vorjahr.

Das Fraunhofer ISE rechnet damit, dass der Trend anhält. Getrieben werde er vor allem durch hohe Strompreise, den zunehmenden Einsatz von Batteriespeichern und die Kombination von PV-Anlagen mit Wärmepumpen und Elektromobilität. Der lokale Verbrauch von Solarstrom entlaste zudem das Stromnetz, da ein wachsender Anteil der Erzeugung niemals im Netz ankomme.

Für die Analyse hat das Fraunhofer ISE erstmals eine Methode entwickelt, die den realen Eigenverbrauch auf Basis des Marktstammdatenregisters und der Einspeisedaten der Übertragungsnetzbetreiber erfasst. Der gesamte PV-Anlagenbestand wird dafür nach Jahr der Inbetriebnahme, Leistungsklasse, Anlagentyp und Speicherausstattung in 44 Gruppen strukturiert. So lassen sich robuste Rückschlüsse auf das tatsächliche Verbrauchsverhalten ziehen.


4. Dezember 2025

Nach zehn Jahren Planung: Großer Stadtwerke-Windpark wird gebaut

Nahmen den symbolischen ersten Spatenstich für den neuen Windpark vor (von links): Markus Behr (evm), Alexander Wendlandt (Forstamt Prüm), Thomas Walther (Thüga), Susanne Greschner (SWK), Christoph Hesse, Steffen Weil (beide evm), Ortsbürgermeister Herbert Meyer (Sellerich) und Bürgermeister Johannes Reuschen.Bild: © Niklas Oster/EVM

In der Verbandsgemeinde Prüm hat der symbolische Spatenstich den offiziellen Start für den Bau des Windparks Schneifelhöhe markiert. Das Projekt zählt zu den größten Vorhaben im Bereich erneuerbarer Energien im nördlichen Rheinland-Pfalz. Nach rund zehn Jahren Planung realisieren die Energieversorgung Mittelrhein (EVM), die Stadtwerke Karlsruhe und Thüga Erneuerbare Energien das Gemeinschaftsprojekt gemeinsam mit der Verbandsgemeinde und den kommunalen Flächeneigentümern.

Mit einer Gesamtleistung von 77 Megawatt (MW) wird der Windpark das bislang größte regenerative Erzeugungsprojekt der EVM. Die elf Nordex-Anlagen sollen jährlich rund 200 Millionen kWh Strom erzeugen und damit bilanziell den Bedarf der Landkreise Bitburg-Prüm und Cochem-Zell decken – insgesamt rund 160.000 Einwohner. Laut Projektpartnern leistet der Windpark einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Energiewende und stärkt zugleich die kommunale Wertschöpfung.

Der Standort auf dem Schneifelrücken gilt aufgrund seiner Höhenlage von 630 bis 670 Metern über dem Meeresspiegel als besonders windhöffig. Die Anlagen mit 250 Metern Gesamthöhe und 163 Metern Rotordurchmesser sind für die anspruchsvollen Windbedingungen in der Eifel ausgelegt. Die Investitionssumme beträgt rund 150 Millionen Euro.

In den kommenden Wochen beginnen die vorbereitenden Arbeiten, bevor Anfang 2026 die Erschließung startet. Die Inbetriebnahme des Windparks ist für Herbst 2027 geplant.


7. November 2025

WSW schließen erste Freiflächen-Photovoltaikanlage an

Bauarbeiten am ersten Solarpark der Wuppertaler StadtwerkeBild: © WSW

Die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) nehmen bald ihre erste Freiflächen-Photovoltaikanlage in Betrieb. Auf einem fünf Hektar großen Firmengrundstück an der Siebeneicker Straße im Ortsteil Dönberg entsteht eine Anlage mit 3,44 Megawatt Peak – die größte PV-Anlage in Wuppertal und im Bergischen Städtedreieck.

Von den insgesamt 5560 Modulen ist bereits ein Großteil installiert. In der kommenden Woche wird die Trafostation in einem 20-Fuß-Seecontainer geliefert und aufgestellt. Der erste Solarstrom soll im Dezember ins öffentliche Netz eingespeist werden. Die Anlage kann den Strombedarf von rund 1000 Privathaushalten decken und jährlich etwa 1200 Tonnen CO₂ einsparen.


7. November 2025

MVV nimmt weitere Windparks in Betrieb

Die Mannheimer MVV Energie baut ihr Windkraft-Portfolio ausBild: © Juwi

Die Mannheimer MVV-Gruppe hat mit den neuen Windparks Förderstedt (Sachsen-Anhalt) und Niederkirchen 2 (Rheinland-Pfalz) einen weiteren Schritt in Richtung Energiewende gemacht. Gemeinsam erzeugen die beiden Anlagen Strom für rund 33.000 Haushalte. Förderstedt liefert mit vier Vestas V162-Turbinen 24 Megawatt, Niederkirchen 2 mit zwei Nordex N163-Anlagen rund 14 Megawatt. Beide Windparks wurden von der MVV-Tochter Juwi entwickelt und in das eigene Portfolio übernommen.

Mit den neuen Anlagen betreibt MVV nun 17 Windparks mit einer Gesamtleistung von über 230 Megawatt in mehreren Bundesländern, darunter Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Die jährlich vermiedene CO₂-Emission liegt bei rund 252.000 Tonnen.

Für 2026 plant MVV weitere Projekte, darunter das Repowering des Windparks Minfeld: Vier ältere Anlagen von 2004 werden durch zwei leistungsstärkere Vestas V162-Anlagen mit je sechs Megawatt ersetzt, die künftig Strom für etwa 11.000 Haushalte liefern. Zusätzlich soll in Wilnsdorf ein Windpark mit vier Vestas V150-Anlagen und 24 Megawatt entstehen, der rund 20.000 Haushalte versorgt.

Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien setzt MVV auf die Netzintegration: Der Windpark "Siegfriedeiche und Buhlenberg" in Hessen ist Deutschlands erster Onshore-Windpark mit Präqualifikation zur Bereitstellung von Sekundärregelleistung und trägt aktiv zur Stabilität des Stromnetzes bei.


31. Oktober 2025

Solarthermiepark stärkt Tübingens Fernwärmenetz

Luftaufnahme des neuen Solarthermieparks bei TübingenBild: © Stadtwerke Tübingen

Die Stadtwerke Tübingen haben mit dem Solarthermiepark Au ein zukunftsweisendes Projekt zur Wärmewende realisiert. Die Anlage liefert bis zu sieben Megawatt Wärmeleistung und erzeugt jährlich rund 6 Millionen Kilowattstunden Wärme – das entspricht der Einsparung von etwa 700.000 Litern Heizöl.

Kern der Anlage sind 12.000 Quadratmeter Vakuumröhrenkollektoren und ein 1250 Kubikmeter großer Wärmespeicher, der sowohl saisonale Speicherung als auch Netzflexibilität ermöglicht. So können Erzeugungsspitzen abgefangen und Wärmemengen bedarfsgerecht in die Fernwärme-Teilnetze eingespeist werden.

Der Solarthermiepark ist an der Schnittstelle zweier Netze positioniert, erhöht deren Leistungsfähigkeit und schafft neue Ausbauchancen für regenerative Wärmeerzeugung. Parallel treibt das Projekt den Netzausbau voran: Mit dem Neckardüker wurde eine Leitung unter dem Fluss verlegt, neue Strecken erschließen perspektivisch weitere Stadtgebiete.

Bereits in Planung ist eine Großwärmepumpe an der Kläranlage, die Abwasserwärme direkt ins Netz einspeisen soll. Die Anlage wird durch 5,77 Millionen Euro Fördermittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) unterstützt.


28. Oktober 2025

RWE startet Bau von Deutschlands größtem Batteriespeicher

Hinweis: In einer ersten Version stand, dass Gundremmingen in Baden-Württemberg liegt. Wir haben dies korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Im bayerischen Gundremmingen rollen die Bagger.Bild: © Sven Hoppe/dpa

Wenige Tage nach der Sprengung der Kühltürme des ehemaligen Kernkraftwerks werden in Gundremmingen (Bayern) die Weichen für die Zukunft des Standortes gestellt. Der Energiekonzern RWE will Mittwochmittag den symbolischen Spatenstich für Deutschlands größten Batteriespeicher setzten. Dazu werden Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und RWE-Chef Markus Krebber erwartet.

Laut dem Energiekonzern wird der Speicher eine Kapazität von rund 700 Megawattstunden (MWh) haben. RWE hat sich wegen der in Gundremmingen vorhandenen Energieinfrastruktur für den Standort unweit der Landesgrenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg entschieden. Ferner plant RWE dort auf einer 55 Hektar großen Fläche einen Solarpark, der jährlich bis zu 70 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom produzieren kann. Baubeginn ist für das kommende Jahr geplant.

Ebenso wird in Gundremmingen ein Gaskraftwerk geplant, das in Zeiten geringer Windkraft und Dunkelheit regenerative Anlagen ersetzen könnte. Solche Spitzenlastkraftwerke sind auf den kurzfristigen Betrieb ausgelegt, wenn besonderes viel Energie benötigt wird. Am Samstag hatte RWE die 160 Meter hohen Kühltürme des stillgelegten Atomkraftwerks (AKW) sprengen lassen. Der gesamte Rückbau des Kernkraftwerks wird noch bis in die 2030er-Jahre dauern. (jk mit dpa)


28. Oktober 2025

Prognose: Kälte sorgt 2025 für höheren Energieverbrauch

Der Energieverbrauch in Deutschland wird im Jahr 2025 laut einer Prognose um etwa ein Prozent steigen. Dies geht aus einer Hochrechnung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorab vorlag.

Einen wesentlichen Grund für den leichten Anstieg sehen die Energiestatistiker im kühleren Wetter. "Insbesondere in den Monaten Februar und März lagen die Temperaturen deutlich tiefer als in den gleichen Monaten des Vorjahres, was 2025 zu einer spürbaren Erhöhung des Verbrauchs an Wärmeenergien führte." Wird der Witterungseinfluss herausgerechnet, kommt die Prognose auf einen Rückgang des Energieverbrauchs 2025 um etwa 0,3 Prozent.

Dämpfend wirkt dagegen die schwache konjunkturelle Entwicklung. "Vor allem der Rückgang der Produktion in den besonders energieintensiven Gewerbezweigen hatte eine verbrauchssenkende Wirkung", so die Experten. Insgesamt rechnet die AG Energiebilanzen 2025 mit einem Anstieg des Energieverbrauchs auf 10.651 Petajoule. In der Einheit Terawattstunden liegt der Wert bei 2959. In Deutschland wurden 2024 laut Statistischem Bundesamt insgesamt 432 Terawattstunden Strom ins Netz eingespeist. Zum Vergleich: Hamburg verbrauchte 2024 knapp 10 Terawattstunden Strom.

Schaut man sich alle Energieträger an, dominieren die fossilen Energieträger weiterhin mit großem Abstand. In den ersten drei Quartalen lieferten Mineralölerzeugnisse gut 38 Prozent der gesamten Energie. Erdgas kam auf 25 Prozent. Braun- und Steinkohle erreichten einen Anteil von zusammen 14 Prozent. Erneuerbare Energien lieferten im ersten Dreivierteljahr 2025 mit gut 20 Prozent ein Fünftel des gesamten Energieverbrauchs. Die restlichen Anteile setzen sich vor allem aus Stromimporten sowie Strommengen zusammen, die durch Müllverbrennung erzeugt wurden. (jk mit dpa)


17. Oktober 2025

Innovative Doppelnutzung: Stadtwerke Münster bauen ersten Agri-Solarpark

Baustart mit allen Beteiligten: Lennard Vos, Kaufmännischer Leiter Solar von EcotecWorld, Projektverantwortlicher Julius Mette und Abteilungsleiter Maximilian Wolf von den Stadtwerken Münster, Maik Kleinspohn von der Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB.Bild: © Stadtwerke Münster

Die Stadtwerke Münster haben in Amelsbüren den Bau ihres ersten Agri-Solarparks gestartet – und setzen damit ein innovatives Signal für die Verbindung von Landwirtschaft und Energieerzeugung. Auf 13,2 Hektar Ackerfläche entsteht eine Photovoltaikanlage mit 4,9 Megawatt Leistung, die künftig rund 5,75 Gigawattstunden Ökostrom jährlich für die Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB liefert.

Das Besondere: Die Anlage kombiniert Stromproduktion und Ackerbau auf derselben Fläche. Nur etwa 13 Prozent des Bodens werden durch die aufgeständerten Module belegt, der Rest bleibt für den Anbau von Getreide, Raps und Ackerbohnen nutzbar. Mithilfe einer 2P-Tracking-Technologie richten sich die Module automatisch nach dem Sonnenstand aus – für maximale Erträge. Gleichzeitig können sie Pflanzen vor zu starker Sonneneinstrahlung schützen und das Mikroklima verbessern.

"Lebensmittel erzeugen und Verantwortung für die Energiewende übernehmen – das gelingt mit Agri-PV beides", sagt Junglandwirt Julian Hartmann, Ideengeber und Flächengeber des Projekts. Errichtet wird die Anlage vom Photovoltaikunternehmen Ecotec World.

Für die Stadtwerke Münster ist der Solarpark ein wichtiger Baustein im regionalen Ausbau erneuerbarer Energien. "Unsere Kooperation mit der Fraunhofer FFB und der Landwirtschaft zeigt, wie die Energiewende vor Ort funktioniert", betont Stadtwerke-Geschäftsführer Sebastian Jurczyk. "Unternehmen sichern sich grünen Strom, Landwirte nutzen Flächen effizienter, und die Region profitiert von Klimaschutz und Wertschöpfung."

Auch für die Fraunhofer FFB ist das Projekt ein Pilot: In der energieintensiven Batteriezellproduktion trägt der Bezug von regionalem Grünstrom zu einem ressourcenschonenden Betrieb bei. Ein weiterer Pluspunkt: Ab Winter können sich Bürgerinnen und Bürger aus Amelsbüren sowie Ökostromkundinnen und -kunden der Stadtwerke über Nachrangdarlehen zwischen 500 und 25.000 Euro beteiligen.


10. Oktober 2025

Erster Speicher, der das Netz stabilisiert

Der Großspeicher in FöhrenBild: © Schönergie/Jennifer Weyland

Das rheinland-pfälzische Solarunternehmen Schoenergie hat in Föhren (Rheinland-Pfalz) einen netzdienlichen Großspeicher offiziell in Betrieb genommen. Der Batteriespeicher soll netzbildende Funktionen unter realen Bedingungen im Verteilnetz erproben. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um den ersten Speicher dieser Art im Verteilnetz Kontinentaleuropas.

Der Speicher verfügt über eine Leistung von 21 Megawatt (MW) und eine Kapazität von 55 Megawattstunden (MWh). Er ist direkt an ein Umspannwerk angeschlossen und teilt sich den Netzanschluss mit einer 20-MW-Photovoltaik-Freiflächenanlage.

Besonderheit des Projekts ist der Einsatz netzbildender Wechselrichter. Diese können – anders als herkömmliche, "netzfolgende" Systeme – selbst Spannung und Frequenz stabil halten und fungieren damit als virtuelle Generatoren. In Föhren wird untersucht, wie sie gemeinsam mit großen Batteriespeichern Systemdienstleistungen wie Momentanreserve bereitstellen können, die bislang konventionellen Kraftwerken vorbehalten waren.

Darüber hinaus ist die Anlage schwarzstartfähig: Im Zusammenspiel von Wechselrichter, Speicher und PV-Anlage kann sie ein Inselnetz aufbauen und nach einem Blackout zum Wiederhochfahren des Stromnetzes beitragen. An dem Projekt beteiligen sich neben Schoenergie auch der Verteilnetzbetreiber Westnetz, das Fraunhofer ISE und die Universität Stuttgart.

Mehr zum Projekt hier.

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