Energie-Ticker: PV-Markt schrumpft europaweit erstmals wieder

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Bild: © Stadtwerke Münster
Von Julian Korb
Was kostet die Fernwärme? Wo entstehen neue Großwärmepumpen und Geothermieanlagen? Was tut sich beim Ausbau der Stromnetze sowie beim Hochlauf von Wasserstoff? Und welche Innovationen bietet der Speichermarkt?
Die ZfK hat einen Energie-Ticker eingerichtet, um Sie bei den Themen Strom, Gas und Wärme immer auf dem aktuellen Stand zu halten.
Sie haben Informationen oder Anmerkungen, die Sie teilen möchten? Dann wenden Sie sich gern an unseren Autor Julian Korb (j-korb(at)zfk(dot)de).
Der PV-Markt steckt EU-weit in der Krise. (Symbolbild)
Bild: © Franco Lucato/AdobeStock
15. Dezember 2025
PV-Markt schrumpft europaweit erstmals wieder
Der europäische Photovoltaikmarkt (PV-Markt) hat 2025 einen Einschnitt erlebt: Erstmals seit 2016 ist der jährliche Zubau an Solarstromleistung in der Europäischen Union leicht zurückgegangen. Nach aktuellen Branchendaten wurden rund 65 Gigawatt (GW) neue Photovoltaikleistung installiert und damit knapp ein Prozent weniger als im Vorjahr. Damit endet eine fast zehnjährige Phase kontinuierlichen Wachstums, die den Solarausbau in Europa maßgeblich geprägt hatte.
Gleichzeitig konnte die EU ihr Zwischenziel erreichen. Mit inzwischen mehr als 400 GW installierter Photovoltaikleistung wurde das Ausbauziel für das Jahr 2025 erfüllt. Solarenergie ist damit zu einem zentralen Pfeiler der europäischen Stromversorgung geworden und trägt spürbar zur Reduzierung fossiler Energieträger bei. Der kurzfristige Erfolg verdeckt jedoch die wachsenden Risiken für die kommenden Jahre.
Denn der verlangsamte Markthochlauf gefährdet die Erreichung der langfristigen Klimaziele. Bis 2030 strebt die EU eine installierte PV-Leistung von 750 GW an. Setzt sich die aktuelle Entwicklung fort, dürfte dieses Ziel verfehlt werden. Prognosen gehen davon aus, dass ohne zusätzliche politische Impulse nur etwas mehr als 700 GW erreichbar sind.
Fokus auf Netzausbau und Speicher
Als Hauptursache für den Marktrückgang gilt die schwächelnde Nachfrage nach Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden. Der Zubau bei privaten Dachanlagen ist deutlich eingebrochen, nachdem in vielen Mitgliedstaaten Förderprogramme ausgelaufen sind und sinkende Strompreise den wirtschaftlichen Anreiz reduziert haben. Zwar wächst der Anteil großer Freiflächenanlagen weiter, doch kann dieses Segment die Verluste im privaten Bereich bislang nicht vollständig ausgleichen.
Hinzu kommen strukturelle Hemmnisse wie lange Genehmigungsverfahren, begrenzte Netzkapazitäten und fehlende Flexibilitätsoptionen durch Speicher. Branchenvertreter sehen daher dringenden Handlungsbedarf. Beschleunigte Verfahren, stabilere Investitionsbedingungen und ein stärkerer Fokus auf Netzausbau und Speichertechnologien gelten als entscheidend, um den europäischen Solarmarkt wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu führen und die Klimaziele für 2030 nicht zu gefährden.
Lesen Sie dazu auch: Fast 30 Prozent weniger private PV-Anlagen
4. Dezember
Solar-Eigenverbrauch steigt stark an
Der Eigenverbrauch von Solarstrom legt in Deutschland weiter kräftig zu. Laut einer aktuellen Analyse des Fraunhofer ISE für das Umweltbundesamt hat sich der wirtschaftlich motivierte Eigenverbrauch seit 2020 mehr als verdreifacht. Ein wesentlicher Grund: Solarstrom aus eigener Erzeugung ist heute meist günstiger als Netzstrom. Bis 2009 speisten Betreiberinnen und Betreiber ihre Stromernte aus Photovoltaik überwiegend ins Netz ein, doch mit gesunkenen Vergütungen, höheren Strompreisen und neuen Einsatzmöglichkeiten durch Sektorkopplung hat sich das Bild gewandelt.
Die Ergebnisse verdeutlichen ein stark beschleunigtes Wachstum. Nach einem Anstieg von 0,25 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2012 auf 3,55 TWh im Jahr 2020 lag der Eigenverbrauch 2022 bereits bei 5,57 TWh und 2023 bei 8,20 TWh. Im Jahr 2024 stieg er schließlich auf 12,28 TWh. Damit entfielen 17 Prozent der Nettostromerzeugung aus Photovoltaik – rund 60 TWh – auf Eigenverbrauch, gegenüber 13 Prozent im Vorjahr.
Das Fraunhofer ISE rechnet damit, dass der Trend anhält. Getrieben werde er vor allem durch hohe Strompreise, den zunehmenden Einsatz von Batteriespeichern und die Kombination von PV-Anlagen mit Wärmepumpen und Elektromobilität. Der lokale Verbrauch von Solarstrom entlaste zudem das Stromnetz, da ein wachsender Anteil der Erzeugung niemals im Netz ankomme.
Für die Analyse hat das Fraunhofer ISE erstmals eine Methode entwickelt, die den realen Eigenverbrauch auf Basis des Marktstammdatenregisters und der Einspeisedaten der Übertragungsnetzbetreiber erfasst. Der gesamte PV-Anlagenbestand wird dafür nach Jahr der Inbetriebnahme, Leistungsklasse, Anlagentyp und Speicherausstattung in 44 Gruppen strukturiert. So lassen sich robuste Rückschlüsse auf das tatsächliche Verbrauchsverhalten ziehen.
Sie nahmen den symbolischen ersten Spatenstich für den neuen Windpark vor (von links): Markus Behr (EVM), Alexander Wendlandt (Forstamt Prüm), Thomas Walther (Thüga), Susanne Greschner (SWK), Christoph Hesse, Steffen Weil (beide EVM), Ortsbürgermeister Herbert Meyer (Sellerich) und Bürgermeister Johannes Reuschen.
Bild: © Niklas Oster/EVM
4. Dezember 2025
Nach zehn Jahren Planung: Großer Stadtwerke-Windpark wird gebaut
In der Verbandsgemeinde Prüm hat der symbolische Spatenstich den offiziellen Start für den Bau des Windparks Schneifelhöhe markiert. Das Projekt zählt zu den größten Vorhaben im Bereich erneuerbarer Energien im nördlichen Rheinland-Pfalz. Nach rund zehn Jahren Planung realisieren die Energieversorgung Mittelrhein (EVM), die Stadtwerke Karlsruhe und Thüga Erneuerbare Energien das Gemeinschaftsprojekt gemeinsam mit der Verbandsgemeinde und den kommunalen Flächeneigentümern.
Mit einer Gesamtleistung von 77 Megawatt (MW) wird der Windpark das bislang größte regenerative Erzeugungsprojekt der EVM. Die elf Nordex-Anlagen sollen jährlich rund 200 Millionen kWh Strom erzeugen und damit bilanziell den Bedarf der Landkreise Bitburg-Prüm und Cochem-Zell decken – insgesamt rund 160.000 Einwohner. Laut Projektpartnern leistet der Windpark einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Energiewende und stärkt zugleich die kommunale Wertschöpfung.
Der Standort auf dem Schneifelrücken gilt aufgrund seiner Höhenlage von 630 bis 670 Metern über dem Meeresspiegel als besonders windhöffig. Die Anlagen mit 250 Metern Gesamthöhe und 163 Metern Rotordurchmesser sind für die anspruchsvollen Windbedingungen in der Eifel ausgelegt. Die Investitionssumme beträgt rund 150 Millionen Euro.
In den kommenden Wochen beginnen die vorbereitenden Arbeiten, bevor Anfang 2026 die Erschließung startet. Die Inbetriebnahme des Windparks ist für Herbst 2027 geplant.
Freiflächen-Photovoltaik-Anlage Siebeneick (Wuppertal, Nordrhein-Westfalen): Ab Dezember wollen die WSW hier Sonnenstrom produzieren.
Bild: © WSW
7. November 2025
WSW schließen erste Freiflächen-Photovoltaikanlage an
Die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) nehmen bald ihre erste Freiflächen-Photovoltaikanlage in Betrieb. Auf einem fünf Hektar großen Firmengrundstück an der Siebeneicker Straße im Ortsteil Dönberg entsteht eine Anlage mit 3,44 Megawatt Peak – die größte PV-Anlage in Wuppertal und im Bergischen Städtedreieck.
Von den insgesamt 5560 Modulen ist bereits ein Großteil installiert. In der kommenden Woche wird die Trafostation in einem 20-Fuß-Seecontainer geliefert und aufgestellt. Der erste Solarstrom soll im Dezember ins öffentliche Netz eingespeist werden. Die Anlage kann den Strombedarf von rund 1000 Privathaushalten decken und jährlich etwa 1200 Tonnen CO₂ einsparen.
Der Windpark Niederkirchen 2 in Rheinland-Pfalz ging kürzlich ans Netz.
Bild: © Juwi
7. November 2025
MVV nimmt weitere Windparks in Betrieb
Die Mannheimer MVV-Gruppe hat mit den neuen Windparks Förderstedt (Sachsen-Anhalt) und Niederkirchen 2 (Rheinland-Pfalz) einen weiteren Schritt in Richtung Energiewende gemacht. Gemeinsam erzeugen die beiden Anlagen Strom für rund 33.000 Haushalte. Förderstedt liefert mit vier Vestas V162-Turbinen 24 Megawatt, Niederkirchen 2 mit zwei Nordex N163-Anlagen rund 14 Megawatt. Beide Windparks wurden von der MVV-Tochter Juwi entwickelt und in das eigene Portfolio übernommen.
Mit den neuen Anlagen betreibt MVV nun 17 Windparks mit einer Gesamtleistung von über 230 Megawatt in mehreren Bundesländern, darunter Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Die jährlich vermiedene CO₂-Emission liegt bei rund 252.000 Tonnen.
Für 2026 plant MVV weitere Projekte, darunter das Repowering des Windparks Minfeld: Vier ältere Anlagen von 2004 werden durch zwei leistungsstärkere Vestas V162-Anlagen mit je sechs Megawatt ersetzt, die künftig Strom für etwa 11.000 Haushalte liefern. Zusätzlich soll in Wilnsdorf ein Windpark mit vier Vestas V150-Anlagen und 24 Megawatt entstehen, der rund 20.000 Haushalte versorgt.
Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien setzt MVV auf die Netzintegration: Der Windpark "Siegfriedeiche und Buhlenberg" in Hessen ist Deutschlands erster Onshore-Windpark mit Präqualifikation zur Bereitstellung von Sekundärregelleistung und trägt aktiv zur Stabilität des Stromnetzes bei.
Auf 23.000 Quadratmetern Fläche ist jetzt der Solarthermiepark Au der Stadtwerke Tübingen in Betrieb gegangen. Es ist eine der größten Anlagen ihrer Art in Deutschland.
Bild: © Stadtwerke Tübingen
31. Oktober 2025
Solarthermiepark stärkt Tübingens Fernwärmenetz
Die Stadtwerke Tübingen haben mit dem Solarthermiepark Au ein zukunftsweisendes Projekt zur Wärmewende realisiert. Die Anlage liefert bis zu sieben Megawatt Wärmeleistung und erzeugt jährlich rund 6 Millionen Kilowattstunden Wärme – das entspricht der Einsparung von etwa 700.000 Litern Heizöl.
Kern der Anlage sind 12.000 Quadratmeter Vakuumröhrenkollektoren und ein 1250 Kubikmeter großer Wärmespeicher, der sowohl saisonale Speicherung als auch Netzflexibilität ermöglicht. So können Erzeugungsspitzen abgefangen und Wärmemengen bedarfsgerecht in die Fernwärme-Teilnetze eingespeist werden.
Der Solarthermiepark ist an der Schnittstelle zweier Netze positioniert, erhöht deren Leistungsfähigkeit und schafft neue Ausbauchancen für regenerative Wärmeerzeugung. Parallel treibt das Projekt den Netzausbau voran: Mit dem Neckardüker wurde eine Leitung unter dem Fluss verlegt, neue Strecken erschließen perspektivisch weitere Stadtgebiete.
Bereits in Planung ist eine Großwärmepumpe an der Kläranlage, die Abwasserwärme direkt ins Netz einspeisen soll. Die Anlage wird durch 5,77 Millionen Euro Fördermittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) unterstützt.
Bagger stehen vor dem ehemaligen Kernkraftwerk Gundremmingen.
Bild: © Sven Hoppe/dpa
28. Oktober 2025
Hinweis: In einer ersten Version stand, dass Gundremmingen in Baden-Württemberg liegt. Wir haben dies korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.
RWE startet Bau von Deutschlands größtem Batteriespeicher
Wenige Tage nach der Sprengung der Kühltürme des ehemaligen Kernkraftwerks werden in Gundremmingen (Bayern) die Weichen für die Zukunft des Standortes gestellt. Der Energiekonzern RWE will Mittwochmittag den symbolischen Spatenstich für Deutschlands größten Batteriespeicher setzten. Dazu werden Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und RWE-Chef Markus Krebber erwartet.
Laut dem Energiekonzern wird der Speicher eine Kapazität von rund 700 Megawattstunden (MWh) haben. RWE hat sich wegen der in Gundremmingen vorhandenen Energieinfrastruktur für den Standort unweit der Landesgrenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg entschieden. Ferner plant RWE dort auf einer 55 Hektar großen Fläche einen Solarpark, der jährlich bis zu 70 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom produzieren kann. Baubeginn ist für das kommende Jahr geplant.
Ebenso wird in Gundremmingen ein Gaskraftwerk geplant, das in Zeiten geringer Windkraft und Dunkelheit regenerative Anlagen ersetzen könnte. Solche Spitzenlastkraftwerke sind auf den kurzfristigen Betrieb ausgelegt, wenn besonderes viel Energie benötigt wird. Am Samstag hatte RWE die 160 Meter hohen Kühltürme des stillgelegten Atomkraftwerks (AKW) sprengen lassen. Der gesamte Rückbau des Kernkraftwerks wird noch bis in die 2030er-Jahre dauern. (jk mit dpa)
28. Oktober 2025
Prognose: Kälte sorgt 2025 für höheren Energieverbrauch
Der Energieverbrauch in Deutschland wird im Jahr 2025 laut einer Prognose um etwa ein Prozent steigen. Dies geht aus einer Hochrechnung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorab vorlag.
Einen wesentlichen Grund für den leichten Anstieg sehen die Energiestatistiker im kühleren Wetter. "Insbesondere in den Monaten Februar und März lagen die Temperaturen deutlich tiefer als in den gleichen Monaten des Vorjahres, was 2025 zu einer spürbaren Erhöhung des Verbrauchs an Wärmeenergien führte." Wird der Witterungseinfluss herausgerechnet, kommt die Prognose auf einen Rückgang des Energieverbrauchs 2025 um etwa 0,3 Prozent.
Dämpfend wirkt dagegen die schwache konjunkturelle Entwicklung. "Vor allem der Rückgang der Produktion in den besonders energieintensiven Gewerbezweigen hatte eine verbrauchssenkende Wirkung", so die Experten. Insgesamt rechnet die AG Energiebilanzen 2025 mit einem Anstieg des Energieverbrauchs auf 10.651 Petajoule. In der Einheit Terawattstunden liegt der Wert bei 2959. In Deutschland wurden 2024 laut Statistischem Bundesamt insgesamt 432 Terawattstunden Strom ins Netz eingespeist. Zum Vergleich: Hamburg verbrauchte 2024 knapp 10 Terawattstunden Strom.
Schaut man sich alle Energieträger an, dominieren die fossilen Energieträger weiterhin mit großem Abstand. In den ersten drei Quartalen lieferten Mineralölerzeugnisse gut 38 Prozent der gesamten Energie. Erdgas kam auf 25 Prozent. Braun- und Steinkohle erreichten einen Anteil von zusammen 14 Prozent. Erneuerbare Energien lieferten im ersten Dreivierteljahr 2025 mit gut 20 Prozent ein Fünftel des gesamten Energieverbrauchs. Die restlichen Anteile setzen sich vor allem aus Stromimporten sowie Strommengen zusammen, die durch Müllverbrennung erzeugt wurden. (jk mit dpa)
Baustart mit Beteiligten (von links): Lennard Vos, Ecotec World); Julius Mette und Maximilian Wolf, Stadtwerke Münster; Maik Kleinspohn, Fraunhofer FFB
Bild: © Stadtwerke Münster
17. Oktober 2025
Innovative Doppelnutzung: Stadtwerke Münster bauen ersten Agri-Solarpark
Die Stadtwerke Münster haben in Amelsbüren den Bau ihres ersten Agri-Solarparks gestartet – und setzen damit ein innovatives Signal für die Verbindung von Landwirtschaft und Energieerzeugung. Auf 13,2 Hektar Ackerfläche entsteht eine Photovoltaikanlage mit 4,9 Megawatt Leistung, die künftig rund 5,75 Gigawattstunden Ökostrom jährlich für die Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB liefert.
Das Besondere: Die Anlage kombiniert Stromproduktion und Ackerbau auf derselben Fläche. Nur etwa 13 Prozent des Bodens werden durch die aufgeständerten Module belegt, der Rest bleibt für den Anbau von Getreide, Raps und Ackerbohnen nutzbar. Mithilfe einer 2P-Tracking-Technologie richten sich die Module automatisch nach dem Sonnenstand aus – für maximale Erträge. Gleichzeitig können sie Pflanzen vor zu starker Sonneneinstrahlung schützen und das Mikroklima verbessern.
"Lebensmittel erzeugen und Verantwortung für die Energiewende übernehmen – das gelingt mit Agri-PV beides", sagt Junglandwirt Julian Hartmann, Ideengeber und Flächengeber des Projekts. Errichtet wird die Anlage vom Photovoltaikunternehmen Ecotec World.
Für die Stadtwerke Münster ist der Solarpark ein wichtiger Baustein im regionalen Ausbau erneuerbarer Energien. "Unsere Kooperation mit der Fraunhofer FFB und der Landwirtschaft zeigt, wie die Energiewende vor Ort funktioniert", betont Stadtwerke-Geschäftsführer Sebastian Jurczyk. "Unternehmen sichern sich grünen Strom, Landwirte nutzen Flächen effizienter, und die Region profitiert von Klimaschutz und Wertschöpfung."
Auch für die Fraunhofer FFB ist das Projekt ein Pilot: In der energieintensiven Batteriezellproduktion trägt der Bezug von regionalem Grünstrom zu einem ressourcenschonenden Betrieb bei. Ein weiterer Pluspunkt: Ab Winter können sich Bürgerinnen und Bürger aus Amelsbüren sowie Ökostromkundinnen und -kunden der Stadtwerke über Nachrangdarlehen zwischen 500 und 25.000 Euro beteiligen.
Der neue netzdienliche Speicher von oben
Bild: © Schönergie/Jennifer Weyland
10. Oktober 2025
Erster Speicher, der das Netz stabilisiert
Das rheinland-pfälzische Solarunternehmen Schoenergie hat in Föhren (Rheinland-Pfalz) einen netzdienlichen Großspeicher offiziell in Betrieb genommen. Der Batteriespeicher soll netzbildende Funktionen unter realen Bedingungen im Verteilnetz erproben. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um den ersten Speicher dieser Art im Verteilnetz Kontinentaleuropas.
Der Speicher verfügt über eine Leistung von 21 Megawatt (MW) und eine Kapazität von 55 Megawattstunden (MWh). Er ist direkt an ein Umspannwerk angeschlossen und teilt sich den Netzanschluss mit einer 20-MW-Photovoltaik-Freiflächenanlage.
Besonderheit des Projekts ist der Einsatz netzbildender Wechselrichter. Diese können – anders als herkömmliche, "netzfolgende" Systeme – selbst Spannung und Frequenz stabil halten und fungieren damit als virtuelle Generatoren. In Föhren wird untersucht, wie sie gemeinsam mit großen Batteriespeichern Systemdienstleistungen wie Momentanreserve bereitstellen können, die bislang konventionellen Kraftwerken vorbehalten waren.
Darüber hinaus ist die Anlage schwarzstartfähig: Im Zusammenspiel von Wechselrichter, Speicher und PV-Anlage kann sie ein Inselnetz aufbauen und nach einem Blackout zum Wiederhochfahren des Stromnetzes beitragen. An dem Projekt beteiligen sich neben Schoenergie auch der Verteilnetzbetreiber Westnetz, das Fraunhofer ISE und die Universität Stuttgart.
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