Die Hitzewelle in Deutschland forderte auch die Stromnetzbetreiber und führte vereinzelt zu Ausfällen in der Stromversorgung. (Symbolbild)

Die Hitzewelle in Deutschland forderte auch die Stromnetzbetreiber und führte vereinzelt zu Ausfällen in der Stromversorgung. (Symbolbild)

Bild: © Julian Stratenschulte/dpa

Die historische Hitzewelle, die Deutschland und weite Teile Europas seit dem 18. Juni erfasst hat, hat auch das Stromnetz unter Druck gesetzt. An mehreren Orten kam es zu Ausfällen – mit unterschiedlichen Ursachen.

Rüsselsheim: Kettenreaktion durch Netzüberlastung

In Rüsselsheim (Hessen) fiel in der Nacht zum Freitag, 26. Juni, für rund 2000 Haushalte der Strom aus. Laut den Stadtwerken Rüsselsheim führte eine Kombination aus außergewöhnlich hoher Stromnachfrage infolge der Hitze und dem gleichzeitigen WM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zu einer starken Netzbelastung. "In vielen Haushalten liefen Fernseher, Ventilatoren und Klimageräte gleichzeitig", erklärte das Unternehmen.

Hinzu kam eine unglückliche Häufung mehrerer Defekte an Verbindungselementen, die sich gegenseitig verstärkten. Insgesamt waren 50 Mitarbeiter im Einsatz, an 22 Netzstationen wurde parallel gearbeitet. Da auch umliegende Netzbetreiber aufgrund der Temperaturen stark beansprucht waren, stand lediglich ein zusätzlicher Messwagen aus Wiesbaden zur Verfügung. Am Freitagabend waren alle Haushalte wieder versorgt.

Kehl, Sasbachwalden, Wolfach: Hitzebedingte Kabelfehler

Ebenfalls am 26. Juni meldete das E-Werk Mittelbaden Stromunterbrechungen in Teilen der Stadt Kehl (Baden-Württemberg), im Bereich des Freizeitparks Sasbachwalden sowie in Teilen von Wolfach. Als Ursache nannte das Unternehmen Kabelfehler, die im Zusammenhang mit den anhaltend hohen Temperaturen entstanden.

Monteure waren nach Unternehmensangaben ununterbrochen bis tief in die Nacht im Einsatz; auch zwei Kabelmesswagen und mehrere Tiefbau- und Montageunternehmen kamen zum Einsatz. Alle betroffenen Kunden konnten noch in der Nacht wieder mit Strom versorgt werden.

Wien: Technische Defekte und temperaturbedingte Probleme

Besonders auffällig war die Häufung der Ausfälle in Wien: Innerhalb einer Woche kam es zu mehreren größeren Störungen in verschiedenen Bezirken der österreichischen Hauptstadt. Am 22. Juni traf es rund 1000 Haushalte im Stadtteil Währing, als ein Schutzmechanismus in einem Umspannwerk auslöste. Am 25. Juni waren die Wiener Innenstadt sowie drei weitere Bezirke betroffen – auch hier lag laut Medienberichten eine Schutzauslösung im Umspannwerk zugrunde.

Auch am Folgetag, dem 26. Juni, fiel der Strom in einem anderen Bezirk in etwa 300 Haushalten aus, als eine Kabelstrecke in einem Baustellenbereich defekt war; ein weiterer Ausfall betraf den zentralen Bezirk Alsergrund, wo erneut eine Schutzauslösung in einem Umspannwerk gemeldet wurde.

Den Abschluss bildete der 28. Juni, der heißeste Tag der Hitzewelle: Für Teile von Mariahilf, Neubau und Rudolfsheim-Fünfhaus bestätigten die Wiener Netze temperaturbedingte technische Probleme als Ursache; in drei weiteren Bezirken lag hingegen ein technischer Defekt vor.

Hanau: Kabelschaden ohne Fremdeinwirkung

Unabhängig von den hitzebedingten Ausfällen meldete die Stadt Hanau einen mehrstündigen Stromausfall am frühen Montagmorgen. Als Ursache wurde ein Schaden an einem Mittelspannungsversorgungskabel festgestellt. Die Stadt geht nicht davon aus, dass der Schaden vorsätzlich von außen verursacht wurde.

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