Der Anlagenbauer Thyssenkrupp Nucera und das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) testen ein neues Verfahren zur Herstellung von grünem Wasserstoff. Ziel ist es, die Herstellungskosten zu reduzieren, teilten die Partner mit.
Die Pilotfertigungsanlage wurde vom IKTS konzipiert und gebaut. Sie stelle zunächst Elektrolysezellen (Stacks) in kleinen Stückzahlen her. Vorgesehen sei eine Produktionskapazität von acht Megawatt pro Jahr. Mit dem neuen Verfahren stärke Thyssenkrupp Nucera sein Angebot an Wasserstofftechnologie für Industrieanwendungen, heißt es weiter.
Weniger Strom nötig
Mithilfe der Hochtemperaturelektrolyse sollen Unternehmen künftig grünen Wasserstoff effizienter herstellen können. In Bereichen mit viel Abwärme, wie beispielsweise in der Stahlindustrie, lässt sich laut den Projektpartnern damit der Stromverbrauch um 20 bis 30 Prozent im Vergleich zu anderen Technologien senken.
Das in der Industrie anfallende CO₂ könnte als Rohstoff genutzt und zusammen mit grünem Wasserstoff zu grünem Synthesegas umgewandelt werden. Daraus ließen sich nachhaltige Chemiegrundstoffe und synthetische Kraftstoffe herstellen.
Kostenvorteile erhofft
Die Partner betrachten den Versuch als wichtige Etappe auf dem Weg zur kommerziellen Nutzung der Hochtemperatur-Elektrolyse-Technologie (SOEC) zur Wasserstofferzeugung. Aufgrund des hohen Wirkungsgrads der Hochtemperaturelektrolyse werde in Zukunft ein Kostenvorteil im Vergleich zu bisherigen Verfahren erwartet.
Die Elektrolysetechnologie zur Produktion von grünem Wasserstoff könnte eine wichtige Rolle bei einem klimafreundlichen Energiemix einnehmen, sagte der Vorstandschef von Thyssenkrupp Nucera, Werner Ponikwar. Mit der Pilotanlage in Arnstadt würden die Erfahrungen für den Aufbau einer großindustriellen SOEC-Fertigungsanlage für Stacks mit einer hohen Leistung gesammelt, äußerte IKTS-Institutsleiter Alexander Michaelis.
hb/dpa




