Die Technischen Werke Ludwigshafen AG hat die Ergebnisziele im vergangenen Jahr übertroffen. Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete das Unternehmen einen Jahresüberschuss von 4,7 Millionen Euro (2023: 2,1 Millionen), darin sind bereits die zu tragenden Verkehrsverluste enthalten. Zusammen mit dem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr ergibt sich in Summe ein Bilanzgewinn von 49,8 Millionen Euro. Der Gesamtkonzern steigerte seinen Bilanzgewinn um 15,8 auf 69,2 Millionen Euro.
Die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage und der Preisrückgang im Energiebereich führten zusammen mit einer milden, niederschlagsreichen Witterung zu einem teils deutlichen Rückgang der Absatzmengen und des Umsatzes. Der Stromabsatz inklusive Selbstverbrauch ging etwa um 31,2 Prozent auf 703,5 Millionen Kilowattstunden (kWh) zurück, der Gasabsatz sank minimal auf 1,14 Milliarden Kilowattstunden. Die Sparten Wärme und Kälte verzeichneten hingegen Zuwächse. Unterm Strich sanken die Umsatzerlöse der TWL AG um 23,3 Prozent auf 457,1 Millionen Euro.
"Wollen positiven Trend fortsetzen"
"Die Jahresergebnisse 2024 der TWL AG und des Konzerns bestätigen unseren erfolgreichen Kurs. Für das Geschäftsjahr 2025 streben wir an, diesen positiven Trend fortzuführen und mindestens ein Jahresergebnis im Planwert von 3,8 Mio. Euro zu erzielen beziehungsweise zu übertreffen“, sagte der kaufmännische Vorstand Dieter Feid. Angesichts der weiterhin unsicheren politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen setze man alles daran, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und mögliche negative Auswirkungen für den Konzern zu vermeiden oder zumindest zu begrenzen
Im Zentrum der strategischen Herausforderungen von TWL steht die Energie- und Wärmewende in Ludwigshafen. "Wir wollen eine klimaneutrale Strom- und Wärmeversorgung für die Stadt und ihre Bürger sicherstellen – zuverlässig, bezahlbar und zukunftssicher. Um dieser Herausforderung zu begegnen, haben wir unsere Konzernstrategie 2030 erfolgreich in die Umsetzung gebracht“, sagte Thomas Mösl, technischer Vorstand von TWL.
Dekarbonisierung der Erzeugung, Verdichtung des Bestandsnetzes
Ein wichtiger Baustein dabei ist die kommunale Wärmeplanung. Der Wärmeplan für Ludwigshafen steht kurz vor dem Abschluss und soll im Herbst 2025 dem Stadtrat zur Verabschiedung vorgelegt werden. Ziel ist eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis spätestens 2045 – ein ambitioniertes Vorhaben, das die Stadt Ludwigshafen und TWLgemeinsam vorantreiben.
Im Fokus stehen neben der Dekarbonisierung der Erzeugung und der Verdichtung im Bestandsnetz sowohl der weitere Ausbau der Fernwärme als auch dezentrale Lösungen für jene Stadtgebiete, in denen keine Anbindung an das Fernwärmenetz möglich ist. Mit der Fertigstellung der kommunalen Wärmeplanung startet ein herausfordernder und zugleich chancenreicher Transformationsprozess.
TWL investiert weiter in Energiewende
Die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung wird in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen erfordern, die in allen Sparten mit hohen finanziellen Aufwendungen verbunden ist. Für das Jahr 2025 ist ein weiterer Anstieg der Investitionen auf 44,2 Millionen Euro geplant.
Unter anderem wird das Stromnetz in Ludwigshafen modernisiert. Angesichts des wachsenden Einsatzes elektrisch betriebener Wärmepumpen, des Ausbaus der Ladeinfrastruktur und zahlreicher neuer Verbraucher muss die Netzstabilität weiterhin sichergestellt werden.
Auch in der Wasserversorgung setzt TWL auf eine nachhaltige Weiterentwicklung: Das Unternehmen will nach eigenen Angaben die Wertschöpfung langfristig durchgängig im eigenen Haus abbilden – für noch mehr Qualität, Kontrolle und Nachhaltigkeit. (hoe)



