Sail-Out der Offshore-Konverterplattform DolWin kappa.

Sail-Out der Offshore-Konverterplattform DolWin kappa.

Bild: © Tennet

Mit der Gleichstromverbindung DolWin6 will Übertragungsnetzbetreiber Tennet künftig noch mehr grünen Windstrom sicher von der deutschen Nordsee an Land bringen. Auf dem Weg dorthin hat Europas führender Offshore-Übertragungsnetzbetreiber nun den nächsten wichtigen Meilenstein genommen: die Verschiffung (Sail-Out) der 900-MW-Offshore-Plattform DolWin kappa erfolgte am 5. August aus der Werft von Dragados Offshore in Cádiz, Spanien.

Nach drei Jahren Bauzeit befindet sich die Plattform jetzt an Bord der Transportbarge Iron Lady und ist auf dem Weg in den Hafen von Rotterdam, Niederlande. Dort wird sie auf das weltweit größte Arbeitsschiff, die Pioneering Spirit, umgeladen und anschließend an den Installationsort verschifft. Das Netzanschlusssystem soll 2023 in Betrieb gehen und erneuerbare Energie für über eine Millionen Haushalte liefern.
 

Fristgerechte Umsetzung

„Mit dem erfolgreichen Sail-Out der Offshore-Plattform DolWin kappa haben wir den nächsten wichtigen Schritt gemacht. DolWin6 ist bereits die 13. Offshore-Netzanbindung in unserem deutschen Portfolio und wird die dringend nötige europäische Energieunabhängigkeit ab 2023 weiter stärken“, sagte Tennets COO Tim Meyerjürgens anlässlich der Ausfahrt der Plattform.

Dass dieser Meilenstein fristgerecht erreicht wurde, habe auch an der engen Zusammenarbeit mit den Auftragnehmern Siemens Energie sowie Dragados Offshore gelegen.

Aufbau der Plattform

Die Plattform besteht aus einer Gründungsstrukur (Jacket) und einer Oberkonstruktion (Topside). Kombiniert haben beide eine Gesamthöhe von ca. 82 Metern, die Plattform wird somit circa 53 Meter über der Wasseroberfläche aus der Nordsee herausragen. Hinzu kommt eine Brücke, die DolWin kappa zukünftig mit der bereits 2016 in Betrieb genommenen DolWin beta (Netzanschlusssystem DolWin2) verbinden wird, um die bereits bestehende Infrastruktur der Mutterplattform effizient zu nutzen.

Darüber hinaus konnte durch ein insgesamt optimiertes Design der Plattform die Größe von DolWin kappa erheblich reduziert werden. „Der durchdachte Bau der Offshore-Plattform schont wichtige Ressourcen und reduziert zugleich Umwelteinwirkungen auf ein Minimum. Das macht deutlich: Bei der Planung und Umsetzung unserer Netzanschlüsse steht der Schutz von Umwelt und Natur an oberster Stelle“, sagte Tim Meyerjürgens.

So geht es weiter

In Rotterdam angekommen, wird die Plattform auf das größte Arbeitsschiff der Welt umgeladen. Die Pioneering Spirit ist 382 Meter lang und wird sämtliche Plattformkomponenten (Jacket, Topside, Pfähle und Brücke) zu ihrem finalen Bestimmungsort in der deutschen Nordsee bringen. Dort erfolgt dann die Installation der DolWin kappa direkt vom Arbeitsschiff aus.

Nach erfolgreicher Inbetriebnahme in 2023 soll auf der Plattform der von Windparks auf See erzeugte Drehstrom in Gleichstrom umgewandelt und mit einem rund 45 Kilometer langen Seekabel bis zum Festland nach Hilgenriedersiel transportiert werden. Vom Anlandungspunkt in Hilgenriedersiel wird der Strom über ein ebenfalls rund 45 Kilometer langes Erdkabel bis nach Emden übertragen. Hier hat Tennet die landseitig vorgesehene Konverterstation Emden/Ost sowie das Umspannwerk errichtet, um den Gleichstrom wieder in Drehstrom umzuwandeln und auf richtiger Spannungsebene in das Höchstspannungsnetz einzuspeisen. (sg)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper