Überwiegend steigende Kurse sahen Börsianerinnen und Börsianer an der EEX in jüngster Zeit. (Symbolfoto)

Überwiegend steigende Kurse sahen Börsianerinnen und Börsianer an der EEX in jüngster Zeit. (Symbolfoto)

Bild: © EEX

Ein ungewöhnlich kalter April hat die Energiemärkte Mitte des Monats in hitzige Höhen getrieben. Fast alle wesentlichen Kurse zeigten in den vergangenen Tagen nach oben. Der Gas-Frontmonat erreichte ein neues Jahres-, CO2-Preise sogar ein neues Allzeithoch.

Hauptursache für die Rallye an Strom- und Commodity-Märkten dürften Temperaturen sein, die deutlich unter der Norm blieben. Laut Branchendienst Montel war es in Deutschland zuletzt 1997 so kalt wie in diesem Monat. Demnach ist der Gasverbrauch so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Windoutput teils deutlich unter Norm

Am Spotmarkt wurden zwischendurch wieder bis zu 70 Euro für eine MWh Strom (Base-Tageswert) gezahlt, auch weil der Windoutput teils weit unter Norm blieb.

Das Frontjahr Strom erholte sich nach einem kleinen Tief und landete am Donnerstag bei 57,34 Euro/MWh — ein Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vormonat, als der Kontrakt auch schon vergleichsweise hoch notierte.

Gaspreise treiben nach oben

Stark nach oben entwickelten sich die Gaspreise. Der Frontmonat erreichte mit 20,85 Euro/MWh zwischendurch ein neues Allzeithoch. Auch am Spotmarkt zogen die Preise an — auf 21,34 Euro/MWh am Donnerstag (NCG-Gaspool). Das entsprach einem Anstieg von 18 Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Ein Grund dafür ist der unvermindert starke Gasbedarf bei der Stromerzeugung. Laut den Energy-Charts des Fraunhofer-Instituts ISE machte Gas diesen April bislang 13,4 Prozent der öffentlichen Nettostromerzeugung aus (Stand Freitag, 16. April).

Allzeithoch bei CO2-Preisen

Insgesamt zeigten an den Commodity-Märkten die Kurven tendenziell nach oben. Das galt für Kohle und Öl gleichermaßen. Ein Preistreiber dürften dabei neue Konjunkturdaten gewesen sein, nach denen China, die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt, die Corona-Krise offenbar weitgehend überwunden hat.

Am auffälligsten aber war die andauernde CO2-Rallye. Unter der Woche kostete der Dezember-21-Kontrakt mitunter 44,82 Euro pro Tonne CO2 — ein neues Allzeithoch. Marktbeobachter führten dies unter anderem auf anhaltendes Interesse auf Seiten des Finanzmarktes sowie auf Compliance-Käufe zurück.

Weiterhin kalte Temperaturen

Beobachter gehen davon aus, dass sich die CO2-Preise auch in der neuen Woche auf hohem Niveau bewegen werden. Das macht es wahrscheinlicher, dass angesichts weiterhin kalter Temperaturen auch Strom- und Gaspreise auf den Großhandelsmärkten oben bleiben.  (ab)

Siehe auch: Ungewöhnliches April-Hoch: Warum Gas gerade so gefragt ist

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