Die Statcom-Anlagen sollen in Zukunft einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes leisten, teilte Übertragungsnetzbetreiber Amprion mit. Die Unternehmen Siemens Energy und Hitachi ABB Power Grids bauen bis zum Jahr 2024 jeweils zwei Anlagen für Amprion.
Drei der geplanten Anlagen haben eine Leistung von 600 Mvar und sind damit die weltweit größten Statcom-Anlagen (Static Synchronous Compensator). Sie entstehen in den Umspannanlagen in Mannheim und Gelsenkirchen (Siemens Energy) sowie in Lampertheim (Hitachi ABB Power Grids). Eine weitere Anlage mit einer Leistung von 300 Mvar wird in Wehrendorf errichtet (Hitachi ABB Power Grids). Statcom-Anlagen werden eingesetzt, um die Spannung im Netz zu regulieren. Insgesamt investiert Amprion rund 180 Millionen Euro in die vier Projekte.
Hochdynamische Technologie für ein stabiles Netz
Für die Spannungsregelung im Stromnetz ist Blindleistung unerlässlich. Bisher wurde sie vor allem von den Generatoren der Großkraftwerke bereitgestellt. Da mit der Energiewende viele von ihnen vom Netz gehen, investiert Amprion in den Bau von Blindleistungskompensations¬anlagen, zu denen auch Statcom-Anlagen zählen. Mithilfe ihrer Leistungselektronik lässt sich die Spannung im Netz sowohl anheben als auch absenken.
Die verantwortlichen Systemführer bei Amprion können die benötigte Blindleistung somit stufenlos einstellen. Darüber hinaus reagieren die Anlagen sehr schnell und vollautomatisch auf wechselnde Bedingungen im Netz. Mithilfe eines spannungseinprägenden Regelungsverfahrens können die neuen Statcom-Anlagen auch bei einer relativ niedrigen Kurzschlussleistung stabilisierend auf das Stromnetz wirken. (sg)



