Die Planung für den Windpark in Bräunlingen im Schwarzwald-Baar-Kreis (Baden-Württemberg) muss überarbeitet werden. Der Hintergrund: Die Windverhältnisse am vorgesehenen Standort sind etwas schlechter als ursprünglich angenommen. Nun soll ein anderer Anlagentyp mit größerem Rotordurchmesser von Enercon eingesetzt werden. Dieser erfordert auch einen größeren Abstand der Anlagen untereinander. So sollen unerwünschte Abschattungseffekte und Turbulenzen vermieden werden. Deshalb werdem statt der bisher geplanten sieben nur noch vier Windräder installiert. Dies teilt das Windparkkonsortium, bestehend aus Badenova-Wärmeplus, Enercon und DGE mit. Ursprünglich sollte der Windpark eine Leistungskapazität von insgesamt 24,5 MW umfassen. Wie groß der Leistungsumfang der Gesamtanlage künftig ausfallen wird, hängt vom verwendeten Anlagentyp ab. Aktuell gehe man von Reduzierung der Kapazität auf rund 20 MW aus, heißt es auf ZfK-Anfrage.
Größere "Windernte"
Die Projektpartner haben in den vergangenen Monaten das Windpark-Layout überarbeitet und auf die vorliegende Windprognose optimiert. Mit Hilfe des größeren Rotordurchmessers der Anlagen kann künftig mehr Wind geernet werden. So könne die etwas geringere Windgeschwindigkeit gut kompensiert und das Projekt wirtschaftlich gehalten werden, erklärt der bei Enercon zuständige Projektmanager Frank Holfert. Da der Anlagenturm entsprechend niedriger sei, bleibe die Gesamthöhe der Anlage unter der von der Gemeinde festgelegten Maximalhöhe von 230 Metern. Auch sonst würden alle Vorgaben eingehalten, die der Gemeinderat zur Bedingung für die Verpachtung der städtischen Flächen gemacht hat.
Abstände zu Ortschaften ändern sich
Aufgrund der neuen Anlagenstandorte ändern sich auch die Abstände zu den umliegenden Ortschaften und Ortsteilen. Wie mit der Gemeinde vereinbart, wurden die Abstände zu den Wohnbebauungen an den Stellen, an denen es projektspezifisch möglich war, vergrößert. "Ob wir mit genau diesem Windpark-Layout dann auch in den Genehmigungsprozess gehen können, hängt unter anderem von den Ergebnissen der archäologischen Untersuchungen im Windparkgebiet ab", sagt Marco Greci, Projektmanager bei DGE Wind. Durch die Verschiebung der Anlagenstandorte werden neue Untersuchungen hinsichtlich des Naturschutzes notwendig. Erst im Juli 2020 könnten alle für den Genehmigungsantrag nötigen Unterlagen vorhanden sein, heißt es. Die Bauarbeiten würden dann frühestens Ende 2021 beginnen. (hoe)



