Um die Verfügbarkeit der Basisdienste für alle vier Partnernetzbetreiber zu garantieren, hat Schleswig-Holstein Netz eine über ganz Deutschland verteilte Infrastruktur aufgebaut.

Um die Verfügbarkeit der Basisdienste für alle vier Partnernetzbetreiber zu garantieren, hat Schleswig-Holstein Netz eine über ganz Deutschland verteilte Infrastruktur aufgebaut.

Bild: © Stephan Dinges/AdobeStock

Der Bedarf an Erzeugungskapazitäten aus Netzreserve-Kraftwerken für das kommende Winterhalbjahr sinkt. Die Übertragungsnetzbetreiber hatten der Bundesnetzagentur ihre Prognosen zur Netzreserve vorgelegt. Diesen Bedarf hat die Behörde nun bestätigt.

Die Netzbetreiber rechnen mit geringerem Bedarf. Ein Grund dafür ist, das süddeutsche Gaskraftwerke in den Markt zurückgekehrt sind, teilt Netzagentur-Präsident Jochen Homann mit. Je schneller der Netzausbau vorankommt, desto eher sinke langfristig der Netzreservebedarf.

Irsching ist in den Markt zurückgekehrt

Im Winter 2021/22 liegt die Prognose bei 5670 Megawatt. Sie würde damit im Vergleich zum letzten Jahr leicht sinken. Der Unterschied berücksichtigt, dass die Gaskraftwerke Irsching 4 und Irsching 5 aus der Netzreserve wieder an den Markt zurückgekehrt sind.

Neu in der Netzreserve ist der Block 7 des Großkraftwerks Mannheim. Dessen geplante Stilllegung wurde auf Antrag der Übertragungsnetzbetreiber von der Bundesnetzagentur untersagt, weil es systemrelevant sei.

Die Modellstunde liegt im Januar

Entscheidend für die Dimensionierung der Netzreserve ist der hohe Transportbedarf. In den Modellrechnungen wurde dazu eine Beispiel-Stunde definiert. Diese liegt in der zweiten Januarhälfte. Hohe Windeinspeisung in Norddeutschland steht starker Last in Süddeutschland gegenüber. Gleichzeitig ist die Einspeisung von Fotovoltaik-Anlagen im Süden gering. Diese Situation führt dann zu starken Transportaufgaben in Nord-Süd-Richtung.

Das hohe Angebot an Windenergie drückt gleichzeitig den Großhandelsstrompreis und kurbelt Energieexporte an die Nachbarländer an. Dies erweise sich für das bestehende Stromnetz als besonders anspruchsvoll. Durch Netzausbau werde diese Situation dauerhaft vermieden und die volle Nutzung der erneuerbaren Erzeugung im Rahmen der Energiewende möglich gemacht, heißt es bei der Bundesnetzagentur.

Längerfristige Prognose

Im Blick der Prognose ist aber nicht nur der kommende Winter. Ergänzend dazu wird immer wieder auf einzelne Jahre weiter in der Zukunft geschaut. Für den diesmal betrachteten Winter 2023/24 betrage der Netzreservebedarf 4169 Megawatt, also deutlich weniger als bisher. Das funktioniere aber nur, wenn der Netzausbau weiter deutlich voranschreitet. (wa)

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