Für das Pilotprojekt hat Eon speziell umgerüstete Fahrzeuge verwendet.

Für das Pilotprojekt hat Eon speziell umgerüstete Fahrzeuge verwendet.

Bild: © Eon

Bidirektionales Laden kann den Autarkiegrad von Solaranlagenbesitzern mit E-Auto mehr als verdoppeln. Das hat das Pilotprojekt "Bi-CIEVer" von Eon und Partnerunternehmen ergeben. Bei der Technik fließt der Strom nicht nur in Richtung des E-Auto-Akkus, sondern kann bei Bedarf wieder aus dem Akku ins Haus oder Stromnetz geleitet werden. Mit einer PV-Anlage und einem E-Auto mit 42 kWh-Akku als Zwischenspeicher seien bis zu 51 Prozent Autarkiegrad im Jahresdurchschnitt möglich, teilt der Energiekonzern mit. Wobei Winter, bewölkte Tage und Nächte eingerechnet seien.

"Bidirektionales Laden wird eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende und den Klimaschutz sein", sagt Benjamin Jambor, Geschäftsführer Future Energy Home bei Eon Deutschland.

Im Vergleich zu einem Haushalt ohne PV-Anlage und Stromspeicher, der mit dem deutschen Strommix beliefert werde, könne ein vergleichbarer Haushalt mit Solaranlage durch die Nutzung von bidirektionalem Laden auch ohne klassischen Batteriespeicher bis zu einer Tonne CO2 pro Jahr einsparen. "Die Anwenderinnen und Anwender werden somit unabhängiger vom Energiemarkt und tragen aktiv zum Umweltschutz bei."

Bild: © Eon

Bis zu 59 Prozent

Neben der Energie, die für den Haushalt benötigt wird, wurde demnach auch der Fahrstrom berücksichtigt. Um dieses Autarkie-Level zu erreichen, werden die Ladezeiten des E-Fahrzeugs intelligent gesteuert, sodass der Akku möglichst nur mit selbst erzeugten Sonnenstrom geladen wird, heißt es.

Ebenfalls untersucht wurde, wie sich ein zusätzlicher stationärer Batteriespeicher auswirkt: Damit lässt sich der Autarkiegrad der Pilotanwender sogar auf bis zu 59 Prozent erhöhen. Abhängig von individuellen Faktoren wie Verbrauch, Nutzungsverhalten oder Größe von PV-Anlage und Speicher kann der jeweilige Autarkie-Wert sogar noch höher liegen. Würde man im Falle der Pilothaushalte mit dem E-Auto auf alle Speichermöglichkeiten und optimiertes Laden verzichten, läge ihr Autarkiegrad durch die Erzeugung von Solarstrom bei rund einem Viertel.

Weitere Optimierung

"Zur weiteren Optimierung der Ladetechnologie erproben wir zusätzliche technische Möglichkeiten: Dazu gehören fortlaufende Verbesserungen des Algorithmus – beispielsweise durch Wettervorhersagen oder durch die Analyse des individuellen Nutzungs- und Mobilitätsverhaltens der Hausbewohner", sagt Mark Ritzmann, Managing Director bei Eon Group Innovation.

"Durch die stetige Weiterentwicklung der Software werde es zukünftig noch mehr Optimierungs- und dadurch Einsparpotenzial geben", so Ritzmann.

Weitere Anwendungsfälle, die neben der Autarkiegraderhöhung im Rahmen des Pilotprojekts bereits getestet werden, reichen vom Nutzen zeitvariabler Stromtarife bis hin zum Handel mit Strom. Perspektivisch könnten die Speicher von E-Autos zudem als eine Art Schwarmbatterie fungieren, die mit ihrer bereitgestellten Flexibilität und intelligenter Vernetzung das Verteilnetz entlasten können. (jk)

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