Die Epex Spot ermöglicht nun auch in Polen Day-Ahead-Handel.

Die Epex Spot ermöglicht nun auch in Polen Day-Ahead-Handel.

Bild: © Arne Dedert/dpa

Die stark gestiegenen Großhandelspreise für Strom beunruhigen die deutsche Industrie. Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), spricht von einer "riesigen Belastung". Mit diesem Preisniveau entferne sich der europäische Strommarkt mehr und mehr von Industriestrompreisen konkurrierender Märkte.

Wie stark der Anstieg der Börsenpreise auf die Privathaushalte durchschlägt, ist noch nicht abzusehen.Thorsten Storck, Energieexperte des Vergleichsportals Verivox erwartet, "dass im Herbst eine weitere Welle von Strompreiserhöhungen auf die Haushalte zukommt".

Eon: aktuell kein Grund für Preiserhöhungen

Würden die Stromversorger den Preisanstieg an der Börse direkt weitergeben, entspräche das einer Verbraucherpreissteigerung von rund 2,5 Prozent, rechnete er vor. Für einen Haushalt mit 4000 kWh Jahresverbrauch wären das zusätzliche Kosten von rund 30 Euro brutto.

Energiekonzern Eon jedoch sieht in den gestiegenen Großhandelspreisen aktuell keinen Grund für Preiserhöhungen. Energieeinkauf, Vertrieb und Service machten nur rund ein Viertel des Strompreises für die Haushalte aus, erläuterte ein Unternehmenssprecher. Eon kaufe zudem die benötigten Energiemengen langfristig ein. Deshalb hätten "kurzfristige Schwankungen – wie wir sie derzeit erleben – keinen unmittelbaren Einfluss auf unsere Strompreise".

Stark gestiegene CO2-Preise

Vor allem stark gestiegene CO2-Preise sowie teurere Brennstoffe haben den Strompreis in den vergangenen Monaten nach oben getrieben. An der Leipziger Energiebörse EEX notierte der Frontjahreskontrakt Base für Strom am 1. Juli bei 73,89 Euro pro MWh, wie Zahlen des ZfK-Datenraums zeigen.

Der durchschnittliche Großhandelsstrompreis am Spotmarkt war laut Bundesnetzagentur mit 54,96 Euro pro MWh im diesjährigen ersten Halbjahr mehr als doppelt so hoch wie im Jahr zuvor. Vom Januar bis einschließlich Juni 2019 wiederum betrug der Durchschnittspreis 38,33 Euro pro MWh. Dies sei bis dato der höchste Durchschnittspreis der ersten Halbjahre seit mindestens 2015 gewesen, teilte die Bundesbehörde mit.

Frontjahreskontrakt bei mehr als 70 Euro/MWh

Auch der Frontjahreskontrakt stieg in den vergangenen Wochen in immer neue Höhen. Laut ZfK-Datenraum notierte er am 1. Juli bei 73,89 Euro pro MWh (Base, EEX). (ab/dpa)

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