Durch die Flexibilität der Chloranlage von Nobian wird weniger fossile Energie zur Stabilisierung des Netzes benötigt. In den nächsten vier Jahren will das Unternehmen seinen Energiebedarf zu 50 Prozent erneuerbarer Energie decken.

Durch die Flexibilität der Chloranlage von Nobian wird weniger fossile Energie zur Stabilisierung des Netzes benötigt. In den nächsten vier Jahren will das Unternehmen seinen Energiebedarf zu 50 Prozent erneuerbarer Energie decken.

Bild: © Nobian

Die Produktionsanlage von dem niederländischen Chemieproduzenten Nobian kann durch die Partnerschaft mit Vattenfall auf die fluktuierende Einspeisung von Strom aus Wind und Sonne flexibel reagieren, heißt es in der Pressemitteilung dazu. Der niederländische Chemieproduzent kann demnach die Chlorproduktion schnell anpassen, je nachdem, wieviel Strom aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht.

Steht im Verhältnis zum Gesamtbedarf weniger Strom zur Verfügung, wird die Chlorproduktion automatisch heruntergefahren. Die Produktion erhöht sich wieder, wenn das Stromangebot es zulässt. Diese Anpassung erfolgt vollautomatisch und in Echtzeit durch die Unterstützung von Vattenfall. Dadurch fügt Nobian dem Netz 40 MW flexible Kapazität hinzu – das entspricht einem Fünftel seiner Chlorproduktion.

„Die steuerbare Erzeugung, etwa in Gaskraftwerken, verliert zunehmend ihre grundlegende Rolle", erklärt dazu Erik Suichies, Leiter des Großhandelskundengeschäfts bei Vattenfall. Ihm zufolge werden in naher Zukunft die heutigen Kraftwerke nicht immer laufen. Um das Stromnetz dennoch weter 24  Stunden am Tag auszubalancieren, " brauchen wir neue Flexibilitäten, die diesen Ausgleich vollziehen können."

Durch die Aufnahme dieses großen Stromabnehmers in den flexiblen Vattenfall-Asset-Pool könne man nicht nur die Produktion steuern, sondern auch die Nachfrage präzise anpassen.

Bereitgestellte Regelenergie für Tennet

Tennet, der niederländische Übertragungsnetzbetreiber, nutzt Regelenergie, um die fluktuierende Einspeisung von Solar- und Windenergie auszugleichen. Diese Regelleistung wird von verschiedenen Lieferanten bereitgestellt, darunter auch von Vattenfall. Die Regelleistung wird bisher von einem Pool aus Produktionsstandorten, insbesondere Gaskraftwerken bereitgestellt, die ihre Erzeugung relativ schnell hoch- oder runterfahren können. Hinzu kommt nun die Chlorproduktion von Nobian.

Fossile Energie zur Netzstabilisierung drosseln

Durch die Nutzung der Flexibilität der Chloranlage wird weniger fossile Energie zur Stabilisierung des Netzes benötigt. „Wenn die voranschreitende Elektrifizierung den Stromverbrauch für industrielle Prozesse weiter erhöht, können Schwankungen in der Stromproduktion durch die flexible Abnahme industrieller Großverbraucher abgefangen werden", sagt Maarten Abbenhuis, COO bei Tennet.

Sind Flexibilitäten ausreichend vorhanden, können kostspielige Maßnahmen wie Importe oder regelbare Kraftwerke begrenzt werden. In den Niederlanden liegt das Potenzial des industriellen Bedarfsmanagements bei rund 3,4 GW. Die aktuelle Nutzung liegt zwischen 700 und 1900 MW. "Die potenzielle Kapazität der flexiblen Stromnutzung durch die Industrie ist sehr vielversprechend", erklärt Abbenhuis.

Vattenfall strebt ein fossilfreies Leben innerhalb einer Generation an. Bis 2025 will Nobian 50 Prozent erneuerbare Energie nutzen. (sg)

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