Die Corona-Pandemie macht eine Rezession im ersten Halbjahr und auch für das Gesamtjahr immer wahrscheinlicher. Das dürfte auch die Stromnachfrage der Industrie spürbar drosseln. Das Beratungsunternehmen Enervis hält deshalb einen Rückgang der Industriestromnachfrage in diesem Jahr um 10 bis 20 Prozent für möglich. Als Maßstab hierfür werden die Entwicklungen während der Finanzkrise 2009 angeführt. Ähnlich hatte sich bereits Hanns Koenig, Principal von Aurora Energy Research, Ende vergangener Woche im Interview mit der ZfK geäußert.
Auf Basis eigener modellgestützter Preisprognosen erwarten die Analysten von Enervis bei einem Nachfragerückgang um 25 TWh oder zehn Prozent ein Absinken des mittleren Jahresstrompreises um circa ein Euro pro MWh. Das entspräche einem Rückgang von 2,5 Prozent. Sollte die Nachfrage um 20 Prozent oder 50 TWh zurückgehen, sinke der mittlere Jahresstrompreis um etwa 1,85 Euro/MWh respektive 4,7 Prozent gegenüber einer Referenzentwicklung mit konstant hoher Industriestromnachfrage, so Mirko Schlossarczyk von Enervis. Die CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung würden sich in 2020 um 12 Mio. t respektive um 25 Mio. t reduzieren. (hoe)


