Die Deutsche-Bahn-Tochter DB Energie ist bei weitem nicht der einzige Versorger, der seine Strompreise anziehen musste.

Die Deutsche-Bahn-Tochter DB Energie ist bei weitem nicht der einzige Versorger, der seine Strompreise anziehen musste.

Bild: © Fabian Sommer/dpa

Als die Stadtwerke Pforzheim im Zuge des Stromio-Lieferstopps von ersatzversorgten Neukunden kurzzeitig 1,08 Euro pro kWh verlangten, war der Aufschrei groß. Inzwischen sind Tarife mit Kilowattstundenpreisen von mehr als einem Euro am Markt keine Seltenheit mehr.

So veröffentlichte Energieexperte Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW auf Twitter ein Kundenschreiben der Deutsche-Bahn-Tochter DB Energie, wonach der Preis für den Tarif DB Strom Flex auf rund 1,58 Euro pro kWh steigen soll.

Grundpreis sinkt

Weil bislang gerade einmal rund 19 Cent pro kWh verlangt wurden,  fällt der Preissprung von 742 Prozent umso dramatischer aus. Zugleich senkte DB Energie den Grundpreis.

Das Unternehmen ließ eine ZfK-Bitte um Einordnung des neuen Preisniveaus unbeantwortet.

Immergrün mit 1,03 Euro pro kWh

Für Berlin listete das Vergleichsportal Verivox am Donnerstag 23 Angebote. Bei sieben davon überschritt der Kilowattstundenpreis die Ein-Euro-Schwelle. Der selbst ernannte Discounteranbieter Spar-Fuxx warb sogar mit satten 1,81 Euro pro kWh.

Für dasselbe Versorgungsgebiet bot der umstrittene Anbieter Immergrün auf seiner Website 1,03 Euro pro kWh. Eon war auf Verivox immerhin noch mit 93 Cent pro kWh gelistet.

Vattenfall Spitzenreiter in Berlin

Spitzenreiter auf der Vergleichsportal war in der Bundeshauptstadt einmal mehr Grundversorger Vattenfall.

Aber auch hier stiegen die Preise in den vergangenen Wochen kontinuierlich. Noch im Juli bot der schwedische Konzern 33 Cent pro kWh. Jetzt sind es 40 Cent pro kWh.

Zurückhaltung auf Vergleichsportalen

Einige Kommunalversorger mit bundesweitem Vertrieb wie die Stadtwerke München, Flensburg oder Oranienburg tauchen auf Verivox aktuell gar nicht mehr auf. Der günstigste Versorger mit kommunalem Hintergrund war am Donnerstag Rheinpower, eine Marke der Stadtwerke Duisburg, mit einem Arbeitspreis von 68 Cent pro kWh.  Brillant, eine Marke der Stadtwerke Leipzig, bot 95 Cent pro kWh.

Stromvertriebe haben bundesweit mit extrem schwankenden Großhandelsmärkten zu kämpfen. Auf dem Höhepunkt kostete das Frontjahr am deutschen Strommarkt im August nahezu 1000 Euro pro MWh. Zuletzt notierte der Terminkontrakt zwischen 500 und 550 Euro pro MWh. (aba)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper