Weitere 50 MW grüne Windenergie aus EnBW Offshore-Windpark "He Dreiht" in der Nordsee gehen ab 2026 an Evonik.

Weitere 50 MW grüne Windenergie aus EnBW Offshore-Windpark "He Dreiht" in der Nordsee gehen ab 2026 an Evonik.

Bild: © EnBW/Rolf Otzipka

Deutschland hat im laufenden Jahr mehr PPA-Abschlüsse (engl.: Power Purchase Agreement) vorzuweisen als jedes andere europäische Land. Bislang wurden Stromabnahmeverträge mit einem Gesamtvolumen von 1,23 Gigawatt (GW) vereinbart, wie aus dem aktuellen PPA-Report des schweizerischen Beratungshauses Pexapark hervorgeht. Der mit Abstand größte Teil entfiel dabei auf Solarenergie mit 711 Megawatt (MW). Zweitwichtigste Stromquelle war Offshore-Windstrom mit 261 MW.

Im europäischen Vergleich landete Spanien mit einem gezeichneten Volumen von 1,22 GW knapp dahinter. Bei der Anzahl der PPAs fällt der Abstand des deutschen Marktes mit 24 angekündigten Verträgen hingegen deutlicher aus: In Frankreich wurden 17 und in Spanien 14 Vereinbarungen getroffen. Damit wird Deutschland nun endgültig zum "Fackelträger" des PPA-Marktes in Europa, wie die Analysten von Pexapark schreiben.

Preise steigen wieder

Auch als Ganzes wächst der europäische PPA-Markt weiter. Das gezeichnete Volumen aller europäischen Länder summiert sich im laufenden Jahr auf 6,2 GW und verteilt sich auf 122 Abschlüsse. Der April war nach Februar der bislang zweitstärkste Monat: 28 neue PPAs mit einem Volumen von 1,5 GW wurden abgeschlossen.

Im April zogen auch die meisten PPA-Preise wieder an: Der Vergleichsindex Euro Composite von Pexapark stieg um 1,6 Prozent und lag Ende April 2024 bei 48,2 Euro pro Megawattstunde (MWh). Die nordischen PPA-Preise legten um 5,2 Prozent zu, die deutschen PPA-Preise um 3,1 Prozent. Der Abwärtstrend vom Ende des vergangenen Jahres ist damit vorerst gestoppt. Analysten sehen hier eine starke Wechselwirkung mit den ebenfalls steigenden Gaspreisen.

Mehrzahl Corporate PPAs

Mit 90 Prozent entfiel der Löwenanteil der PPAs 2024 auf Unternehmen, sogenannte Corporate Power Purchase Agreements (CPPAs). Energieversorger machen demgegenüber nur einen geringen Teil der PPA-Abnehmer aus. Ein großer Anteil ist allein auf einen 450-MW-Deal mit einem griechischen Versorger zurückzuführen.

Auffällig war in Deutschland zudem die Anzahl neuer PPA-Verträge für Offshore-Windstrom. Mit zwei neuen Abschlüssen im April ist die Gesamtzahl 2024 bereits auf zehn gewachsen. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 gab es insgesamt 14 neue Offshore-PPAs. Auf Verkäufer-Seite waren hier der Energiekonzern EnBW mit seinem Nordsee-Windpark He Dreiht und RWE mit dem Windpark Kaskasi tätig. (jk)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper