In Leimersheim, einer kleinen Gemeinde in Rheinland-Pfalz, schwimmen nun gut 3800 Solarmodule auf einem Baggersee und sollen mit 1,5 MWp Leistung das angrenzende Kieswerk mit Grünstrom versorgen. Bis Erdgas Südwest als Projektiererin die Anlage in Betrieb nehmen konnte, gab es jedoch unnötige Verzögerungen.
Die Leimersheimer Anlage musste in zwei Teilen ans Netz genommen werden. So gingen bereits vergangenes Jahr 750 kWp in Betrieb - der zweite Anlagenteil mit dem gleichen Leistungsumfang musste hingegen bis zu dieser Woche warten. Der Grund hierfür sind nicht etwa technische Probleme oder die allgemein herrschende Rohstoffknappheit, sondern das EEG.
Zweiteilung aufgrund des EEGs notwendig
Ab einer Leistung von 750 kWp müssen PV-Anlagen an einer Ausschreibung teilnehmen, allerdings sei es aufgrund der höheren Kosten von Floating-Systemen kaum machbar, sich gegen herkömmliche Freiflächen-Anlagen durchzusetzen. Um die Ausschreibungspflicht zu umgehen, wurde die Anlage zweigeteilt.
Die im EEG 2021 vorgesehen Innovationsausschreibungen für besondere Solarsysteme, wozu neben der Agri-PV auch die Floating-PV gehört, starten erst 2022. Aus Sicht von Erdgas Südwest geht die Neuregelung jedoch noch nicht weit genug, um der innovativen Technologie tatsächlich Schub zu verleihen: So bräuchte es zusätzlich Regelungen, damit auch kleinere Anlagen, ungewöhnliche Projekte und Geschäftsmodelle mit Eigenverbrauch oder Direktlieferung eine Chance haben.
Nächster Standort: Oberschwaben
Nach der erfolgreichen Umsetzung in Leimersheim und einem weiteren schwimmenden Solarkraftwerk in Baden-Württemberg im Jahr 2019 plant der Energiedienstleister bereits die nächste Solarfarm – diesmal in Oberschwaben. (lm)



