Innenansicht einer HGÜ-Konverterhalle

Innenansicht einer HGÜ-Konverterhalle

Bild: © Siemens Energy

«Das Vergabevolumen für beide Anlagen liegt bei mehreren Hundert Millionen Euro», erklärten die beiden Übertragungsnetzbetreiber. Konverter wandeln Gleichstrom in Wechselstrom um, und umgekehrt. Sie sind im Übertragungsnetz nötig, weil sich Elektrizität über weite Strecken effizienter als Gleichstrom transportieren lässt. «Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen für SuedLink auf rund zehn Milliarden Euro.»

Die Siemens Energy AG, die inzwischen selbstständige frühere Energiesparte von Siemens, teilte mit, Suedlink sei nach Ultranet und SuedOstLink das dritte Hochspannungsgleichstromprojekt in Deutschland, das mit einem System von Siemens Energy umgesetzt werde.

Standorte

Die Konverterstationen sollen im Norden in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) und im Südwesten in Leingarten/Großgartach in der Nähe von Heilbronn entstehen. Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens sprach von einem «wichtigen Meilenstein» für die Stromtrasse, die voraussichtlich 2026 in Betrieb gehen soll. «Mit der Auftragsvergabe sind wir der Realisierung von SuedLink einen entscheidenden Schritt näher gekommen», sagte TransnetBW-Geschäftsführer Werner Götz.

Die SuedLink-Konverter werden als selbstgeführte Stromrichter in modularem Multilevel-Converter-Arrangement (MMC) mit einer Nenngleichspannung von ±525 Kilovolt ausgeführt. Die Anlagen können neben der Wirkleistung auch die Blindleistung unabhängig regeln. So können sie flexibel auf Schwankungen von Erzeugung und Verbrauch im Netz reagieren und ermöglichen den verlustarmen Transport von bis zu zwei Gigawatt Leistung in beide Richtungen. Mit dieser Leistung, die der von zwei Kernkraftwerken entspricht, können rund fünf Millionen Haushalte mit Strom versorgt werden.

Weitere Konverterstationen geplant

Suedlink ist eine von mehreren geplanten Stromautobahnen. Sie soll im Norden Deutschlands produzierten «grünen» Strom in den Süden transportieren. Der Korridor verläuft über fast 700 Kilometer von Schleswig-Holstein über Niedersachsen, Hessen, Thüringen und Bayern nach Baden-Württemberg.

Eine zweite Trasse zweigt vorher ab und endet in Bayern. Für diese Suedlink-Trasse sollen im schleswig-holsteinischen Wilster (Kreis Steinburg) und in Bergrheinfeld in der Nähe von Schweinfurt ebenfalls Konverterstationen entstehen. In Wilster endet bereits die in diesem Jahr eingeweihte Stromautobahn Nordlink, auf der je nach Richtung Strom aus Wind- oder Wasserkraft zwischen Schleswig-Holstein und Norwegen transportiert wird. (sg/dpa)

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