Im abgelaufenen Jahr wurden in Deutschland insgesamt 495 Terawattstunden (TWh) Strom verbraucht. Damit bewegte sich der Stromverbrauch 2025 erneut auf dem Vorjahresniveau und bleibt unter der 500-TWh-Schwelle. Das zeigen aktuelle Zahlen der Plattform "Energy-Charts" des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg im Breisgau.
Die öffentliche Netzlast lag demnach bei 466 TWh, hinzu kamen selbst verbrauchter Solarstrom sowie industrielle Eigenerzeugung aus Erdgaskraftwerken. Trotz einer zunehmenden Elektrifizierung in einzelnen Sektoren bleibt die Stromnachfrage gedämpft.
Erneuerbare dominieren den Mix
Erneuerbare Energien deckten 2025 wiederholt den Großteil der Nachfrage. Ihr Anteil betrug 55,9 Prozent des Strommixes im öffentlichen Netz. In absoluten Zahlen speisten Wind, Solar, Biomasse, Wasser und Geothermie zusammen rund 256 TWh ein.
In Summe – inklusive Eigenverbrauch – lag die Erzeugung bei 278 TWh. Damit blieb die erneuerbare Nettostromerzeugung allerdings deutlich unter dem politisch angestrebten Zielwert von 346 TWh. Hauptursache seien die weiterhin unzureichenden Zubauraten bei der Windenergie, insbesondere an Land.
Kohle verliert weiter an Bedeutung
Die Windkraft blieb mit 132 TWh trotz leicht rückläufiger Erzeugung wichtigste Stromquelle Deutschlands. Photovoltaik folgte mit einem kräftigen Zuwachs auf 87 TWh Gesamtproduktion und überholte erstmals die Braunkohle in der öffentlichen Nettostromerzeugung. Damit bilden Wind und Solar erstmals gemeinsam die Doppelspitze im Strommix.
Die fossile Stromerzeugung insgesamt stagnierte. Rückgänge bei der Braunkohle wurden durch eine höhere Erdgasverstromung ausgeglichen. Strukturell zeigt sich damit eine weitere Verschiebung weg von Kohle hin zu flexibleren, gasbasierten Kraftwerken.
Stromimporte gehen spürbar zurück
Ein zentrales Signal für den Markt: Deutschlands Importüberschuss im Stromhandel ist 2025 deutlich gesunken. Zwar importierte Deutschland mit 76,2 TWh weiterhin mehr Strom als es exportierte (54,3 TWh), der Saldo von 21,9 TWh liegt jedoch um 6,4 TWh unter dem Vorjahreswert.
Ausschlaggebend seien vor allem niedrige Gaspreise sowie höhere Börsenstrompreise in Deutschland und den Nachbarländern gewesen, heißt es. Diese Preiskonstellation habe die Eigenerzeugung aus Erdgas begünstigt und die Attraktivität von Importen verringert.
Für die kommenden Jahre dürfte entscheidend sein, ob der stockende Windkraftausbau aufgeholt und die wachsenden Flexibilitätsbedarfe – etwa durch Speicher – systematisch adressiert werden.
Die Auswertung basiert auf Daten der Leipziger Strombörse EEX (Stand 31.12.2025), des Statistischen Bundesamtes und des Verbands Europäischer Übertragungsnetzbetreiber, Entso-E sowie Schätzungen. Eine ausführliche Übersicht ist online als PDF verfügbar.



