Die Stadtwerke Stuttgart sollen bis 2035 pro Jahr rund 1,7 Mrd. kWh Ökostrom aus eigenen Anlagen produzieren.

Die Stadtwerke Stuttgart sollen bis 2035 pro Jahr rund 1,7 Mrd. kWh Ökostrom aus eigenen Anlagen produzieren.

Bild: © Soonthorn/AdobeStock.com

Die gesamtwirtschaftliche Energieeffizienz in Deutschland hat sich seit 1991 deutlich verbessert, doch die jüngsten Daten für 2024 zeigen eine differenzierte Entwicklung. Nach vorläufigen Schätzungen der AG Energiebilanzen (AGEB) wurden im vergangenen Jahr rund 2,9 Gigajoule Primärenergie benötigt, um Waren und Dienstleistungen im Wert von 1000 Euro zu produzieren. Das entspricht einer Effizienzsteigerung von etwa 51 Prozent gegenüber 1991. 

Allerdings ist der Zuwachs zuletzt ins Stocken geraten: Während die Primärenergieproduktivität gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent stieg, weist die um Witterungseinflüsse und Lagerbestandseffekte bereinigte Statistik sogar einen leichten Rückgang um 0,3 Prozent aus.

Analyse nach Sektoren

Die sektorale Analyse verdeutlicht die Spannbreite der Entwicklungen. Der Energieaufwand für die Wohnraumbeheizung hat sich seit 1991 um etwa 28 Prozent vermindert. Die jahresdurchschnittliche Abnahme der Energieintensität seit 1991 beträgt etwa 1 Prozent. Im Verkehrsbereich liegt die Effizienzverbesserung seit 1990 bei knapp 19 Prozent, also jahresdurchschnittlich deutlich unter einem Prozent.

Die Energieintensität am stärksten reduziert haben Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. Hier beträgt die Effizienzsteigerung etwa 59 Prozent, stagnierte allerdings jüngst. Bei der Industrie wiederum beträgt die jahresdurchschnittliche Verbesserung rund 1,2 Prozent, aber auch dort zeigen sich Bremsspuren wegen konjunktureller Produktionsrückgänge – viele Anlagen sind nicht ausgelastet, so dass der Energieeinsatz je Produktionseinheit steigt.

Positiver Trend

Die langfristigen Trends bleiben positiv, heißt es bei der AGEB: Seit 1991 sank die Primärenergieintensität im Durchschnitt um zwei Prozent pro Jahr, die Endenergieintensität um 1,4 Prozent. Dennoch zeigen die aktuellen Daten, dass kurzfristige Schwankungen und strukturelle Effekte die Interpretation erschweren. 

Hinzu kommt die wachsende Komplexität des Energiesystems. Der Ausbau erneuerbarer Energien fordert konventionelle Reservekapazitäten, was die Effizienzgewinne relativiert. Gleichzeitig beeinflusst der Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsökonomie die Kennziffern, ohne zwingend technische Verbesserungen zu reflektieren.

Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen werde klar, dass Energieeffizienz nicht ohne Weiteres mit wirtschaftlicher Effizienz gleichzusetzen ist, schreibt die AGEB. Zugleich gelte, dass eine verbesserte Energieeffizienz wichtige Beiträge nicht nur zum Klimaschutz, sondern zu allen drei zentralen Zielen der Energiepolitik zu leisten vermag: Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit und Versorgungssicherheit.

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