Deutschland konnte die Erwartungen in einen kontinuierlichen Anstieg der Energieeffizienz im Jahr 2019 nicht erfüllen. Vor allem in der Industrie und im Verkehrsbereich hat sich die Energieeffizienz nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) wieder verschlechtert, wie die AG in einer Pressemitteilung erklärt.
So betrage die Verschlechterung im Verkehr circa 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im langjährigen Durchschnitt (1991 bis 2019) sei für diesen Indikator ein Rückgang von 1,2 Prozent pro Jahr zu beobachten. Er liege damit noch unter den Zielvorstellungen der Bundesregierung, die bis 2050 eine Verbesserung der Energieproduktivitäten um 2,1 Prozent pro Jahr anstrebt.
Privathaushalte verfehlen Ziele
Auch in der Industrie hat sich die Energieeffizienz verschlechtert. Die Effizienz des Brennstoffeinsatzes nahm gegenüber 2018 um 3,2 Prozent ab. Der spezifische Stromverbrauch erhöhte sich verglichen mit dem Vorjahr um 1,2 Prozent. Die Gesamteffizienz der industriellen Produktionsprozesse verschlechterte sich infolgedessen um insgesamt 2,2 Prozent.
Die privaten Haushalte sowie der Sektor Gewerbe-Handel-Dienstleistungen verzeichnen zwar Zugewinne bei der Energieeffizienz, bleiben aber ebenfalls deutlich hinter der von der Bundesregierung für den gesamten Endenergieverbrauch geforderten Zielmarke von 2,1 Prozent pro Jahr zurück.
Strukturwandel begünstigt sinkenden Stromverbrauch
Beim Stromverbrauch zeigen die Indikatoren dagegen im Jahr 2019 je Einheit Bruttoinlandsproduktion eine Effizienzsteigerung von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ursache hierfür ist laut AG Energiebilanzen der fortschreitende Strukturwandel hin zu weniger stromintensiven Wirtschaftszweigen, technische Verbesserungen im Kapitalstock sowie im Bestand langlebiger Konsumgüter (Elektrogeräte).
Die AG Energiebilanzen berechnet regelmäßig aktuelle gesamtwirtschaftliche und sektorbezogene Statistiken zur Entwicklung der Energieeffizienz in Deutschland. Die systematische Beobachtung der Energieeffizienz ist ein wichtiger Beitrag zum Monitoring der Energiewende und erfolgt auf Grundlagen und Methoden, die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erarbeitet wurden. (jk)



