Das Trianel Gaskraftwerk Hamm mit einer Leistung von ca. 840 MW ist seit 15 Jahren in Betrieb: Aber mittlerweile hat sich der Wirkungsgrad technisch verringert. So erzeugen die beiden Kraftwerksblöcke jeweils "nur" noch 409 MW, statt der bisherigen 420 MW. Deshalb werde seit September 2022 ein Block einer großen Revision unterzogen, erläutert eine Trianel-Sprecherin auf ZfK-Anfrage.
Trianel will dabei zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Einerseits wurden die Komponenten des Turbinenstranges, bestehend aus Dampfturbine, Generator und Gasturbine, auf Verschleiß und Mängel überprüft. Andererseits soll zusätzlich zu diesen Arbeiten die Anlage ertüchtigt werden. Ziel ist es, die Leistung von aktuell rund 409 MW auf 440 MW pro Block zu erhöhen.
Risse in der Turbinenschaufel entdeckt
Im Rahmen dieser Arbeiten und der Revision wurde ein Schaden innerhalb der Dampfturbine festgestellt. Es handle sich laut der Trianel-Sprecherin um Risse in der Turbinenschaufel, die unerwartet entdeckt wurden. "Derzeit untersuchen wir die Schadensursache und analysieren den tatsächlichen Umfang des Reparaturaufwandes. Dafür stehen wir im intensiven Austausch mit dem Hersteller Siemens", erläutert sie. Wann der Schaden behoben sein werde, kann Trianel derzeit nicht sagen. Das Unternehmen mit Sitz in Aachen geht momentan von Ende des Jahres aus. Eine weitere Verzögerung sei aber nicht auszuschließen, heiß es ferner.
Der zweite Block des Trianel Gaskraftwerks ist von diesem Vorfall nicht betroffen. Er liefert weiterhin Strom und sorgt als Spitzenlastkraftwerk derzeit für Versorgungssicherheit. Die Revision dieses Blocks ist für 2023 vorgesehen. Das Kraftwerk kann laut Trianel bis zu 6,9 Mio. MW Strom erzeugen und damit rund 1,8 Mio. Haushalte mit Strom versorgen. Es besitzt einen elektrischen Wirkungsgrad von über 57,5 %. (gun)



