Ein Jahr nach Inbetriebnahme der größten Solarthermie-Anlage Deutschlands, "Solar Heat Grid" genannt, ziehen die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (Baden-Württemberg) eine positive Bilanz.
"Tagsüber können wir nahezu den kompletten Wärmebedarf in unserem Verbundnetz durch die in unsere Anlage eingespeiste Sonnenenergie decken", lässt sich Geschäftsführer Johannes Rager zitieren. "Kurz: Jeder, der sich die Hände wäscht oder duscht, nutzt das heiße Wasser, das von der Sonne erzeugt wurde."
6562 MWh solare Wärme im ersten Jahr
Die Anlage habe im ersten Jahr bei einer Leistung von mehr als zehn MW in der Spitze 6562 MWh solare Wärme erzeugt, rechnet er vor. Damit sei die erwartete Wärmemenge sogar noch übertroffen worden.
Die Anlage erstreckt sich über 14.800 Quadratmeter und umfasst 1088 Kollektoren. In den Kollektoren wird das Wärmeträgermedium, ein Wasser-Glykol-Gemisch, auf bis zu 90 Grad Celsius erhitzt und die Wärme mithilfe eines Wärmetauschers in das Fernwärmenetz eingespeist.
15 Mio. teures Projekt
Das warme Wasser wird entweder im 20 Meter hohen Wärmespeicher neben dem Ludwigsburger Holzheizkraftwerk mit fast zwei Millionen Liter Wasser Fassungsvermögen zwischengespeichert oder direkt zu den Haushalten geliefert.
Mit rund 10 Millionen Euro hat der Bund das 15 Millionen teure Projekt gefördert. Für das Vorhaben hatten die Stadtwerke etwa fünf Kilometer Fernwärmeleitungen für den Netzzusammenschluss verlegt. Etwas mehr als ein Kilometer davon ist die Solarwärmetransportleitung, die vom Solarfeld zum Holzheizkraftwerk der Stadtwerke führt.
Preisträger bei ZfK-Nachhaltigkeitsaward
Erst jüngst waren die Stadtwerke mit "Solar Heat Grid" für den Nachhaltigkeitsaward in der Kategorie "Energie" nominiert. Sie belegten am Ende den dritten Platz. (Hier mehr zur Verleihung des Nachhaltigkeitsawards.) (ab)



