Die Stadtwerke Leipzig haben mit dem Energiespeicheranbieter Intilion und dem Energieversorger Qair Deutschland in Dresden ein Solar-Speicher-Kraftwerk in Betrieb genommen. Herzstück der Anlage ist der Großspeicher "scalecube", der die Energie des 13,5-MWp-Solarparks zwischenspeichern soll. Die Hybridanlage ist das erste Projekt aus der Innovationsausschreibung der Bundesnetzagentur, das in Sachsen ans Netz geht, wie die Stadtwerke mitteilen.
Mit der Innovationsausschreibung fördert die Bundesnetzagentur Kombinationen aus erneuerbaren Erzeugungsanlagen und Speichern, die über denselben Netzverknüpfungspunkt Energie einspeisen. Der unabhängige Stromerzeuger (IPP) Qair hat den Hybridbetrieb bei der Planung und Entwicklung vorangetrieben. Die Qair Gruppe hat ihren Unternehmenssitz in Paris.
"Sachsen ist ein technologieoffenes, innovatives Land – das sehen wir unter anderem im Landkreis Meißen", sagte Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident, Sachsen. "Großspeicher wie der des Unternehmens Intilion in Priestewitz sind noch selten in Sachsen und wir werden viel mehr brauchen, damit die Energiewende gelingt."
14 Mio. kWh Grünstrom
Rund 36.000 Solarmodule sollen künftig jedes Jahr 14 Mio. kWh Energie erzeugen. Der Speicher hat nach Angaben der Stadtwerke eine Kapazität von 3,7 MWh und ist in einem wetterfesten 40-Fuß-Container untergebracht.
"Unser Stromspeicher stabilisiert das Netz, weil er Überschüsse zwischenspeichert und bei Engpässen wieder abgibt", sagt André Haubrock, CEO, Intilion. Neben dem Speicher steuerte das Unternehmen auch den Wechselrichter und den Transformator bei. Außerdem übernahm das Unternehmen mit Sitz in Paderborn die Anbindung an die vorhandene Mittelspannungsschaltanlage.
Fixe Marktprämie und PPA
"Dieses Projekt wurde in Sachsen als erstes im Rahmen der Innovationsausschreibung realisiert und ist für Sachsen daher sehr bedeutend", ergänzt Marcel Werner, Projektleiter bei den Leipziger Stadtwerken. Neben der Innovationsausschreibung mit fixer Marktprämie werde ein Teil der Energie mit einem fixen Tarif über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet.
Zusammen mit der Umweltbank hat der kommunale Versorger außerdem einen förderfreien Grünstrom-PPA (steht für Power Purchase Agreement, Stromkaufvereinbarung) mit fixierter Laufzeit und Festpreis ins Leben gerufen. "Die attraktiven Möglichkeiten zur finanziellen Beteiligung haben für eine breite Zustimmung gesorgt", so Werner. (jk)



