In den nächsten Jahren fallen mehr als 630.000 Erneuerbare-Energien-Anlagen aus der EEG-Förderung, schätzt die ASEW.

In den nächsten Jahren fallen mehr als 630.000 Erneuerbare-Energien-Anlagen aus der EEG-Förderung, schätzt die ASEW.

Bild: © Oliver Berg/dpa

Die durchschnittlichen Erlöse beim Börsenhandel mit Solarstrom fielen im März deutlich geringer aus als im Vormonat. Der Monatsmarktwert Solar betrug nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber rund 4,97 Cent pro Kilowattstunde. Das ist knapp ein Cent niedriger als im Februar.

Damit ist die Preis-Hausse für Solaranlagen vorerst beendet: Inmitten der Energiekrise 2022 hatte der Marktwert Solar mit 39,91 Cent pro kWh seinen historischen Höchststand erreicht. Zuletzt rutschte der Wert in der ersten Jahreshälfte 2021 unter der Schwelle von 5,00 Cent. Im Sommer 2021 sanken die Marktwerte sogar auf einen Tiefstand von 4,187 Cent pro kWh.

Spotmarktpreis steigt leicht

Besonders auffällig: Der Monatsmarktwert Solar sank, obwohl gleichzeitig der allgemeine Spotmarktpreis für Strom leicht angestiegen ist. Normalerweise orientieren sich die Marktwerte stark an den Börsenpreisen. Der Spotmarktpreis lag im März laut Angaben der Netzbetreiber bei 6,47 Cent pro kWh. Im Februar waren es noch 6,134 Cent.

Grund für den niedrigen Marktwert Solar dürfte die hohe Einspeisung von Solarstrom sein. An einigen Tagen im März deckte der eingespeiste Solarstrom tagsüber bis zu der Hälfte der Last. Ein Trend, der sich bislang im April sogar noch verstärkt hat. Zum Wochenanfang etwa betrug die Solarleistung in der Mittagszeit zwischen 30 und 34 MW bei einer Gesamtlast von rund 60 MW. Das geht aus Zahlen des Fraunhofer-Instituts ISE hervor.

Höhere Marktwerte für Windanlagen

Die Marktwerte für Onshore- und Offshore-Wind blieben demgegenüber stabil. Der Monatsmarktwert für Windanlagen an Land zog im März auf durchschnittlich rund 5,5 Cent pro kWh an, während es im Februar noch 5,3 Cent gewesen waren.

Der Monatsmarktwert für Windanlagen auf See stieg ebenfalls, von rund 5,7 Cent pro kWh auf 5,9 Cent an. Dies dürfte daran liegen, dass Windstrom nicht im selben Maße von einem "Kannibalisierungseffekt" betroffen ist wie Strom aus Photovoltaikanlagen.

Negative Börsenpreise

Auch im März traten dabei wieder negative Stundenpreise auf. An zwei Sonntagen rutschten die Erlöse für vier beziehungsweise fünf Stunden ins Minus. Für Ökostrom, der in mindestens drei aufeinander folgenden Stunden trotz negativen Börsenpreisen eingespeist wird, entfällt laut EEG die Förderung. Dies gilt nicht für Kleinanlagen sowie Pilotprojekte.

Negativpreise dürften im laufe des Jahres, vor allem im Sommer, eher zunehmen. Im April kam es am ersten Wochenende bereits zu einer sechsstündigen Phase, in welcher die Day-Ahead-Preise im negativen Bereich notierten.

Trend zur geförderten Direktvermarktung

Die Monatsmarktwerte für Solar und Wind benötigen Betreiber von PV-Anlagen, um die Vergütung ihres eingespeisten Stroms zu berechnen, wenn sie diesen über die Direktvermarktung abrechnen. Marktwerte dienen daher auch als Richtwert für die kommenden Einnahmen der Anlagenbetreiber.

Für den April meldeten die Direktvermarkter bereits eine höhere Grünstrom-Leistung an als im Vormonat. Der Trend geht hier eindeutig zum geförderten Segment: So stieg die gemeldete Leistung bei Photovoltaikanlagen von 23.952 MW im März auf 24.350 MW im April. Die installierte Solarenergie in der sonstigen Direktvermarktung sank demgegenüber leicht von 6.132 MW auf 6.040 MW. (jk)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper