Der Nürnberger Energieversorger N-Ergie will beim Ausbau regenerativer Erzeugungsanlagen verstärkt auf Windkraft setzen. Ein Windpark in der Gemeinde Langenaltheim (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, Mittelfranken) sei bereits in Planung, teilt der kommunale Versorger mit. Bis 2030 sollen durch intensive Zusammenarbeit mit kommunalen Partnern und an ausgewählten Standorten zahlreiche weitere Windparks entstehen.
"Wind ergänzt das Erzeugungsprofil von PV sehr gut, da er auch nachts und in sonnenschwachen Zeiten weht – deswegen sind Windparks für das Gelingen der Energiewende unverzichtbar", sagt Maik Render, Vorstandssprecher von N-Ergie.
Besonders wertvoll sei der Ökostrom, wenn er auch gleich genutzt, abtransportiert oder gespeichert werden könne. "Wir machen uns für ein koordiniertes Vorgehen stark, das heißt eine intensive Abstimmung mit Kommunen und Planungsverbänden zu Lage und Dimensionierung der neuen Anlagen", so Render weiter.
120 MW Windkraft
Bis 2030 soll das Portfolio des Unternehmens an regenerativen Erzeugungsanlagen vervierfacht werden. Dabei soll Windkraft die stärkere Rolle spielen. Aktuell ist N-Ergie an sieben Windparks mit 37 Windrädern und mit einer maximalen Gesamtleistung von 30 MW beteiligt – das Ausbauziel liegt bei 120 MW.
Das erste Projekt steht bereits fest: In Langenaltheim sind vier Windräder mit einer installierten Leistung von 24 MW geplant. Beteiligt sind auch die Gemeinden Langenaltheim und Monheim (Landkreis Donau-Ries). Die Projektentwicklung mit den dazu erforderlichen Gutachten, wie zum Beispiel eine artenschutzrechtliche Prüfung und ein Schattenwurfgutachten, sei bereits gestartet.
Offensive bei Solarenergie
Im benachbarten Ortsteil Langenaltheim-Rehlingen hat N-Ergie zudem eine PV-Freiflächenanlage mit Bürgerbeteiligung realisiert, die eine installierte Leistung von 2 MWp hat und demnächst in Betrieb geht. Auch bei den Windkraftanlagen sei geplant, den Bürger*innen vor Ort eine Beteiligung zu ermöglichen, heißt es.
Aktuell betreibt N-Ergie 26 Solarparks mit rund 130 MWp. Erst kürzlich hatte der Versorger einen Aktionsplan für städtische Dächer vorgestellt. (Die ZfK berichtete). Der Umsetzungszeitraum von Solarparks ist mit etwa zwei Jahren deutlich kürzer als jener von Windkraftanlagen, die derzeit rund sieben Jahre benötigen.
Eine Mrd. Euro
N-Ergie baut zudem die Netzinfrastruktur weiter aus. In das fast 28.000 Kilometer umfassende Netz des Regionalversorgers speisen aktuell rund 70.000 dezentrale Erzeugungsanlagen ein, größtenteils PV-Freiflächenanlagen. Die N-Ergie-Netztochter plant daher nach eigenen Angaben bis 2030 Investitionen in Höhe von rund einer Mrd. Euro – allein in die Transformation des Stromnetzes. (jk)
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