Am Donnerstag startet im deutschen Netzregelverbund (NRV) die neue Netzsaldo-Ampel für Marktteilnehmer. Die Ampel zeigt in jeder Viertelstunde Ungleichgewichte der Regelzonen der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW an. Ziel der NRV-Saldo-Ampel ist, den Marktteilnehmern die Gelegenheit zu geben, Unausgegli-chenheiten ihrer Bilanzkreise sofort zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Drei-stufiges Konzept
Die vier Regelzonen sind im deutschen Netzregelverbund zusammengefasst. In diesem Verbund optimieren die vier ÜNB die Vorhaltung und den Einsatz von Regelenergie. Somit sorgen sie dafür, dass dieser Beitrag zur Systemstabilität kosteneffizient gestaltet ist.
Mit dem neuen Ampelsystem auf der Internetseite www.netztransparenz.de stellen die Vier den Marktteilnehmern nun ein neues Informationsinstrument zur Verfügung, mit dessen Hilfe die Marktteilnehmer ihre Erzeugungs- und Verbrauchsportfolien effizient bewirtschaften sollen. Die neue NRV-Netzsaldo-Ampel zeige dabei die Situation in der Systembilanz in drei Stufen an: Bei unkritischen NRV-Saldi wird ein grünes Ampelsignal übermittelt. Bei erhöhten oder angespannten Saldi wird ein gelbes oder rotes Ampelsignal gesendet. Dabei wird auch angezeigt, ob zu viel Strom im System ist (Überdeckung) oder Strom fehlt (Unterdeckung).
Direkte Reaktion möglich
Die Marktteilnehmer können somit laut den ÜNB ihre eigenen Positionen bzw. Ungleichgewichte schneller erkennen und am Markt ausgleichen. Damit sollen Kosten für Ausgleichsenergie künftig leichter vermieden werden.
Bislang veröffentlichten die Übertragungsnetzbetreiber den NRV-Saldo wenige Minuten nach einer Viertelstunde. Händler können jedoch kurzfristige Stromkäufe innerhalb einer Viertelstunde abschließen. Mit dem neuen Ampelsystem wird die Transparenz über den Zustand des deutschen Netzregelverbundes erhöht und den Marktteilnehmern die Möglichkeit gegeben, direkt darauf zu reagieren. (sg)



