Leistung bei sinkenden Preisen stark gestiegen: Offshore-Windparks in Europa, hier der deutsche Windpark Butendiek.

Leistung bei sinkenden Preisen stark gestiegen: Offshore-Windparks in Europa, hier der deutsche Windpark Butendiek.

Bild: © NABU

Der NABU hat formell Beschwerde bei der Europäischen Kommission gegen die Bundesrepublik Deutschland eingelegt. Grund dafür ist nach Meinung des NABU ein massiver Umweltschaden durch den Offshore-Windpark "Butendiek" und durch weitere Windparks am europäischen Vogelschutzgebiet "Östliche Deutsche Bucht". Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass sich die Offshore-Windparks in der Nordsee erheblich stärker auf die Vogelwelt auswirken als prognostiziert.

Besonders betroffen sind die störungsempfindlichen Seetaucher, die Windräder in großem Abstand meiden. Bis zu einer Entfernung von 16 Kilometern um die errichteten Windparks werden deutlich weniger Seetaucher gezählt. Fast zwei Drittel des EU-Vogelschutzgebietes sind beeinträchtigt. Die Vögel werden so aus ihrem angestammten Rast- und Nahrungsgebiet, dem für sie ausgewiesenen Schutzgebiet, verdrängt. "Allein 'Butendiek' führt zu einem Totalverlust von rund 265 Quadratkilometern, das sind 8,5 Prozent des Vogelschutzgebiets."

Deutschland verstoße gegen EU-Recht

"Seit fast zwei Jahren zeigen die Daten, dass seltene und streng geschützte Seetaucher aus dem für sie ausgewiesenen Schutzgebiet vertrieben werden. Die verantwortlichen Behörden müssen jetzt handeln. Sonst verstößt Deutschland weiter jeden Tag gegen geltendes EU-Naturschutzrecht", bringt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller das Problem auf den Punkt. Nach Meinung des NABU-Meeresschutzexperten Kim Detloff gibt es "keinen schlechteren Platz für die Windkraft in der Nordsee" als den Standort westlich von Sylt.

"Für die Vögel wäre es am besten, würde Butendiek zumindest in Teilen zurückgebaut werden. Wenn das politisch nicht mehrheitsfähig ist, dann erwarten wir jetzt wirksame alternative Maßnahmen. Aktuell verstößt Deutschland eindeutig gegen das sogenannte Verschlechterungsverbot der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie", so Detloff weiter. Die Offshore-Windenergie könne zwar einen Beitrag leisten, den Klimawandel zu stoppen, die Ausbauziele und Standorte müssten jedoch so gewählt werden, dass keine Nachteile für die Natur entstünden. (sig)

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