Die Landesregierung in Erfurt sieht in dem favorisierten Korridor durch Westthüringen einen Verstoß gegen das Gebot der Geradlinigkeit bei neuen Stromtrassen.

Die Landesregierung in Erfurt sieht in dem favorisierten Korridor durch Westthüringen einen Verstoß gegen das Gebot der Geradlinigkeit bei neuen Stromtrassen.

Bild: © Nicolas Armer/dpa

Ungeachtet des Protests von Landesregierung und Bürgerinitiativen soll nun doch ein Abschnitt der neuen Stromtrasse Suedlink durch Thüringen führen. Die Bundesnetzagentur in Bonn bestätigte am Wochenende eine entsprechende Entscheidung. Abgeschlossen sei die fachliche Planung für das Teilstück zwischen dem thüringischen Gerstungen (Wartburgkreis) und Arnstein in Bayern (Landkreis Main-Spessart). Die Trasse Suedlink soll Offshore-Windstrom von der Nordsee bis in die süddeutschen Ballungsräume am Main und Neckar transportieren.

Die Bundesnetzagentur folge in ihrer Festlegung des Abschnitts Gerstungen-Arnstein weitestgehend dem Vorschlag der Netzbetreiber Tennet TSO und TransnetBW, heißt es in einer Mitteilung. Der Trassenkorridor beginne zwischen Gerstungen und Eisenach in Thüringen nahe der Landesgrenze zu Hessen.

Inbetriebnahme ist für 2026 geplant

Er verläuft laut Bundesnetzagentur in südlicher Richtung und quert nördlich Mellrichstadt die thüringisch-bayerische Landesgrenze. Weiter folge er der Autobahn 71 bis nördlich Poppenhausen. Hier teilten sich die Verläufe auf. Der festgelegte Trassenkorridorabschnitte habe eine Länge von etwa 137 Kilometern.

Nach dem Abschluss der Bundesfachplanung für diesen Abschnitt folge nun das Planfeststellungsverfahren, erklärte die Bundesnetzagentur. Es lege den genauen Leitungsverlauf innerhalb des Trassenkorridors und die technische Umsetzung der Stromleitung fest. Verlegt werden sollen Erdkabel. Eine Inbetriebnahme von Suedlink ist für das Jahr 2026 geplant.

CDU: Thüringen wird "Lastesel der Energiewende"

Thüringens Landesregierung hatte zunächst versucht, rechtlich gegen den Bau des Trassenabschnitts im Südwesten des Freistaats vorzugehen. Schließlich machte sie einen Alternativvorschlag. Sie argumentierte, Thüringen habe mit zwei neuen Trassen, die gebaut oder in Planung sind, seinen Beitrag zur Energiewende bereits erfüllt.

Die CDU-Landtagsfraktion sprach in Erfurt von einer persönlichen Niederlage von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Es sei nicht akzeptabel, dass Thüringen "zum Lastesel der Energiewende in Deutschland zu werden droht". (dpa/hil)

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