Die Branchenverbände verweisen darauf, dass die Flächenpotenziale in der Nord- und Ostsee für den Ausbau der Offshore-Windenergie noch längst nicht ausgeschöpft seien. Auch gebe es in erheblichem Umfang freie Netzkapazitäten.

Die Branchenverbände verweisen darauf, dass die Flächenpotenziale in der Nord- und Ostsee für den Ausbau der Offshore-Windenergie noch längst nicht ausgeschöpft seien. Auch gebe es in erheblichem Umfang freie Netzkapazitäten.

Bild: © Matthias Ibeler

Das von der EU geförderte Horizont-2020-Projekt "Progress on Meshed HVDC Offshore TransmissionNetworks" (PROMOTioN) hat jüngst auf einer Online-Abschlusskonferenz seine Forschungsergebnisse vorgestellt, wie die Stiftung Offshore-Windenergie mitteilte.

Beteiligt an dem vierjährigen Forschungs- und Demonstrationsprojekt waren über 34 Partner. Seit 2016 arbeiteten sie sowohl auf technischer und regulatorischer Ebene daran, die Hindernisse auf dem Weg zu einem solchen vermaschten HGÜ-Offshore-Netz zu überwinden.

Auch softwarebasierte Technologien funktionsfähig

So seien beispielsweise umfassende Demonstrationen von HGÜ-Systemsteuerung, HGÜ-Systemschutz, gasisolierten HGÜ-Schaltanlagen und HGÜ-Leistungsschaltern durchgeführt worden, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Projektergebnisse zeigen insbesondere, dass hardware-basierte Technologien wie HGÜ-Leistungsschalter und gasisolierte HGÜ-Plattformen einsatzbereit seien und sofort industriell gefertigt werden könnten. Auch hätten sich software-basierte Technologien wie HGÜ-Systemkontrolle und HGÜ-Systemschutz als funktionsfähig und interoperabel erwiesen und seien reif für ein Pilotprojekt.

Dringend einheitlichen DC-Netzcode erarbeiten

Der nächste Schritt sollte die Entwicklung umfassender Pilotprojekte auf See sein, zitiert die Stiftung Offshore-Windenergie weitere Projektergebnisse. Eine solche Entwicklung würde den dringend benötigten einheitlichen DC-Netzcode beschleunigen können.

Zudem könnten so die Richtlinien für den Systembetrieb und die Einigung auf technische Systemeigenschaften auf hohem Niveau (wie Betriebskonfigurationen, Spannungsebenen, Systemerdung und Umrichterkonfigurationen) festgelegt werden.

Großbritannien und Norwegen einbeziehen

Nötig seien zudem eine klare Unterstützung seitens der Politik in Bezug auf die Regulierung und die Marktmodelle des vermaschten Netzes und mehr Zusammenarbeit auf europäischer politischer Ebene sowie auf der Ebene der Netzbetreiber.

Auch sollten Großbritannien und Norwegen idealerweise in die Entwicklung gemeinsamer Offshore-Windkraftübertragungsnetze in der Nordsee und der Irischen See einbezogen werden.

Feicht: Hohe Bedeutung einheitlicher technischer Standards

Das Projekt habe die Bedeutung eines einheitlichen rechtlichen Rahmens und einheitlicher technischer Standards für die weitere europäische Offshore-Windentwicklung aufgezeigt. Dies unterstrich Andreas Feicht, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, laut der Pressemitteilung in seinem Grußwort zu der Konferenz „North Sea Grid for the European Green Deal“.

Die gemeinsame Planung und Koordinierung von Offshore-Windprojekten müsse verbessert werden, betonte auch Catharina Silkow-Magny, Direktor Binnenenergiemarkt DG Energy bei der EU Kommission, laut der Pressemitteilung. (hcn)

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