In München hat die bedeutendste Messe für die Photovoltaik in Europa, die Intersolar, eröffnet. Sie ist eingebettet in ein Konzept aus vier Messen mit Namen "The smarter E Europe". „Wir sind zuversichtlich, dass wir dieses Jahr das Ausbauziel der Bundesregierung von 2,5 GW neuen Photovoltaikanlagen erreichen“, erklärte der Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar), Carsten Körnig. Er rechnet für dieses Jahr mit einem Marktwachstum für Solarstromanlagen in Deutschland von 40 bis 50 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es 15 Prozent.
In Deutschland wird in diesen Tagen die Eine-Millionste-Solarstromanlage der Eigenheimklasse in Betrieb genommen, so Körnig. Jede zweite neue private Photovoltaikanlage wird laut Verbandsangaben bereits mit einem Solarstromspeicher ausgestattet sein. Erwartet wird ein Absatz von mindestens 35000 Heimbatteriespeichern, im vergangenen Jahr waren es knapp 30 000.
Kostensenkungen für PV und Speicher wichtiger Treiber
Wichtige Treiber sind sowohl bei den Speichern als auch den PV-Anlagen die weiter fallenden Kosten und Preise. So sind Lithium-Ionen-Heimbatteriespeicher bis zu einer Leistung von 10 kWh um 56 Prozent günstiger als noch vor fünf Jahren, Lithium-Ionen-Speicher mit einer Leistung bis 30 kWh um rund 43 Prozent. Solarstrom vom eigenen Dach kostet mittlerweile nur noch zehn Cent pro kWh. Bei Ausschreibungen in Deutschland wurde PV-Strom von Freiflächenanlagen schon für unter vier Cent pro kWh angeboten, in sonnenreicheren Ländern wie Mexiko schon für unter zwei US-Cent pro kWh.
Körnig rechnet damit, dass sich mittelfristig die Solarstromkosten auch in Deutschland nochmals halbieren. Derzeit sinken die Modulpreise auch wegen einem weltweiten Überangebot, das aufgrund von Einschnitten bei der Förderung des Anlagenzubaus im weltweit wichtigsten Markt in China zustande kamen.
Körnig: Jährlicher Zubau von 10 GW PV in Deutschland nötig
Ein zusätzlicher Schub für den günstigen Solarstrom kommt auch durch die Nutzung für E-Mobilität und Wärme. Drei Viertel der deutschen Autofahrer befürworten laut Körnig einen stärkeren Ausbau der Photovoltaik für E-Fahrzeuge unter Hinweis auf eine aktuelle Forsa-Umfrage. Der Solarverbands-Chef gab sich optimistisch, dass die geplanten Sonderausschreibungen für PV und Wind 2019 und 2020 im Umfang von insgesamt vier Gigawatt kommen. „Das Bundeswirtschaftsministerium hat uns zugesichert, dass die Sonderausschreibungen stattfinden“, so Körnig. Doch appelliert er an die Bundesregierung, den bestehenden Ausbaudeckel für PV deutlich anzuheben. „Wir brauchen mittelfristig einen Zubau von mindestens 10 GW Photovoltaik jährlich in Deutschland, um die Klimaschutzziele zu erreichen und den Bedarf der anderen Sektoren abzudecken“, so Körnig.
"The Smarter E Europe" jedenfalls spiegelt diese Entwicklung durch die Integration von vier Fachmessen: Der Intersolar Europe, der Speichermesse EES Europe, der Power2Drive sowie der EM-Power. 1177 Aussteller, davon 60 Prozent aus dem Ausland, präsentieren noch bis Freitag auf der Messe München ihre Produkte und Lösungen. Es werden über 50 000 Fachbesucher erwartet. (hcn)



