Die Solarbranche ist wieder optimistisch.

Die Solarbranche ist wieder optimistisch.

Bild: © Solar Promotion GmbH

Mit über 1300 Ausstellern aus über 160 Ländern und über 50.000 erwarteten Fachbesuchern startete The smarter E Europe mit ihren vier Fachmessen – Intersolar, Power2Drive, ees und E+M Power – am Mittwoch in München. Und die Stimmung und die Aussichten in der Branche sind bestens: Der PV-Geschäftsklimaindex, den der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) seit einigen Jahren auflegt, bewegt sich mit 141,7 auf einem Allzeithoch. Vor fünf Jahren war er noch auf 35,5 abgerutscht.

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, erwartet für dieses Jahr ein Marktwachstum im zweistelligen Bereich, mit einem Zubau von 3,5 bis 4 Gigawatt (GW) neuer PV-Anlagen in diesem Jahr in allen Marktsegmenten. Prognostiziert werden Investitionen in neue PV-Anlagen in Deutschland in Höhe von drei Milliarden Euro. Körnig geht davon aus, dass Solarstrom bis 2020 rund zehn Prozent zum deutschen Nettostromverbrauch beiträgt.

Skaleneffekte drücken die Kosten weiter

Körnig erwartet auch, dass die Kosten bei PV vor allem aufgrund von Skaleneffekten, der sogenannten Lernkurve, in den kommenden Jahren noch weiter runtergehen und sich bei einer Verdoppelung der Produktion jeweils die Preise halbieren. Mit rund fünf Cent sei Solarstrom aus Freiflächenanlagen bereits jetzt günstiger als Strom aus neuen Gas, Kohle- oder Windkraftwerken. Bei Speichersystemen sanken die Kosten um durchschnittlich 18 Prozent in den vergangenen Jahren und auch hier erwartet der BSW-Solar, dass die Kosten weiter sinken, jede zweite PV Anlage wird bereits mit einem Batteriespeichersystem installiert.

Jeder zweite Eigenheimbesitzer will zudem, laut einer aktuellen Umfrage des Verbandes, Solarstrom vom eigenen Hausdach, jeder vierte eine eigene E-Tankstelle. So erwartet denn der Verband auch durch den Boom der Elektromobilität weitere Marktanteile für Solarstromanlagen.

80 Prozent der Gebäudeflächen noch ungenutzt

Trotzdem gibt sich Körnig in Richtung Politik kämpferisch. Nun müsse es vor allem darum gehen, den Ausbaudeckel zu streichen und die Ausbaupfade für die Erneuerbaren und Photovoltaik zu erhöhen, allein für PV auf zehn Gigawatt jährlich. Auch müsse die Flächenkulisse unter anderem für Solarparks ausgeweitet werden und bürokratische Hemmnisse für Investitionen auch bei gewerblichen Dachanlagen abgebaut werden. Immerhin seien über 80 Prozent der Gebäudeflächen derzeit noch für PV ungenutzt, so Körnig. (hcn)

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