Bild: © BlackMac/Adobe Stock

Eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt: PPAs, die als künftiges Finanzierungsmodell für EE-Altanlagen in aller Munde sind, funktionieren für Neubau-Projekte eher weniger. Vielmehr bergen die privat-abgesicherten Langfristverträge sogar ein erhebliches Mehrkostenpotenzial.

Konkret benennt das DIW zwei Nachteile von PPA für die Finanzierung von neuen Projekten: Das Ausfallrisiko des Stromabnehmers beispielsweise Energieversorger erschwert die günstige Finanzierung von Neuanlagen. Die Kapitalkosten würden laut der Anlayse steigen, was gerade bei kapitalintensiven Erneuerbaren-Anlagen die Gesamtkosten besonders erhöhen könnte.

Mehrkosten von drei Mrd. Euro

Aber auch auf Seiten des Stromabnehmers könnte es teuer werden, denn langfristige Stromlieferverträge werden von Ratingagenturen als Verbindlichkeiten bewertet und können die Bonität beeinträchtigen. Insgesamt bedeuten PPAs damit Mehrkosten von circa 29 Prozent gegenüber sicheren Vergütungsinstrumenten. Für das Jahr 2030 entspricht das rund drei Mrd. Euro pro Jahr.

Dementsprechend kommen Versorger und energieintensive Unternehme nur bedingt als Vertragspartner infrage. Wollten die größten deutschen Versorger, wie Eon, RWE, EnBW oder Uniper über PPAs 100 Prozent Erneuerbare in ihren Netzen anbieten, würde das deutlich ihre Finanzkraft sprengen. Beispielsweise müsste RWE deutlich über 70 Prozent an zusätzlichen Langfristverträgen abschließen. Dabei könnte nur rund 15 Prozent an PPAs mit moderate Auswirkungen auf die Bonität abgesichert werden. Das heißt Unternehmen unterzeichnen nur so viele PPAs, dass ihr Verschuldungsgrad um 0,5 Prozent steigt.

Ausbauziele nicht machbar mit PPA

Den Erneuerbaren-Ausbau ausschließlich über PPA laufen zu lassen, wäre in Anbetracht der Nachteile nicht möglich, soweit die Ausbauziele 2030 eingehalten werden sollen. Lediglich rund ein Zehntel des derzeit in den Ausschreibungen vorgesehenen Zubaus lasse sich über PPA finanzieren. (ls)

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